|
Schärfste Verurteilung des Anschlags auf Christen in Nigeria |
|
|
|
|
Written by Carla Amina Baghajati (IMÖ)
|
|
Thursday, 12 April 2012 |
|
Schärfste
Verurteilung des Anschlags auf Christen in Nigeria zu Ostern
Als gläubige Muslime sind wir tief
erschüttert von dem blutigen Anschlag auf Christen in Nigeria, verübt zu Ostern
unmittelbar bei einer Kirche. Diese Tat sollte einen Aufschrei des Entsetzens
und eine entschiedene Verurteilung gerade von muslimischer Seite nach sich
ziehen. Denn neben Mitgefühl mit den unschuldigen Opfern und der Betonung des
Menschenrechtes auf Leben und Religionsfreiheit muss auch eine scharfe
Zurückweisung aus islamisch-theologischer Sicht erfolgen.
So gering die Zahl hassgeleiteter
Fanatiker auch sein mag, so schrecklich sind die Folgen, wenn deren
Gewaltbereitschaft menschliches Leid auslöst. Darum ist deren Ideologie als
Pervertierung grundlegender Prinzipien des Islam zurückzuweisen. Argumentativ
muss ihnen auch im Bemühen um Prävention jeder Boden einer religiösen
Rechtfertigung entzogen werden. Mord ist
eine der größten Sünden – und nie eine Heldentat!
Gerade religiöse Autoritäten seien sich
ihrer Verantwortung bewusst, wenn sie zu Fragen des interreligiösen
Zusammenlebens und der Religionsfreiheit Stellung nehmen. Denn selbst wenn die
extremistische Sekte in Nigeria längst nur mehr ihren eigenen wirren
Auslegungen folgt, soll in der breiten muslimischen Öffentlichkeit das
Bewusstsein für den hohen Wert friedlichen Zusammenlebens und Kooperation der
Religionsgemeinschaften gestärkt werden. Da darf kein Zweifel am Recht auf
Religionsfreiheit und dem Erhalt einer religiösen Infrastruktur gestreut
werden. Daher sei an dieser Stelle an ein Wort aus dem Koran erinnert, das die
Gotteshäuser anderer Religionen ausdrücklich unter Schutz stellt: „Und wenn
nicht Gott die einen Leute von den anderen abgehalten hätte, dann wären sicher
Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in welchen Gottes Namen reichlich
lobgepriesen wird, zerstört worden…“ (Koran 22:40)
Wien, am 8. April 2012
Carla Amina Baghajati
für die Initiative muslimischer
ÖsterreicherInnen
|