Solidarität mit der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar/Burma
Written by Tarafa Baghajati
Monday, 23 July 2012
Solidarität mit der Minderheit der Rohingya in Myanmar
Mit großer Sorge und Trauer verfolgt die Initiative muslimischer
ÖsterreicherInnen die letzten Nachrichten aus Myanmar. Es ist schwer zu
begreifen, dass das Ende der Militärdiktatur in Burma nichts
Positives für das jahrzehntelang unterdrückte Volk der muslimischen Minderheit
der Rohingya mit sich gebracht hat. Nach Uno-Angaben sind die Rohingya das
"am meisten verfolgte Volk der Welt". Nun erleben die Rohingya gerade
zu Beginn des Fastenmonats Ramadan einen Höhepunkt ihrer Unterdrückung.
Hunderttausende sind auf der Flucht. Über eintausend Tote in einem Monat sind
eine traurige Bilanz.
Schockierend ist die Aussage von Präsident
Thein, wonach die einzige Lösung für die etwa eine Million in Burma lebenden
Rohingya sei, in ein Drittland auszuwandern oder in Flüchtlingslager zu ziehen.
Diese Aussage bestätigt, dass es sich
hier nicht nur um „ethnische Konflikte“ handelt, sondern um blanken
Rassismus gegen Minderheiten im Land, bis hin zur Tendenz eine „ethnische
Säuberung“ zu erzwingen. Wir vermissen die Solidarität der Menschenrechtlerin
Suu Kyi und ihrer Partei „Nationale Liga für Demokratie“.
Wir fordern die österreichische Regierung und
die EU auf, sich für die Menschenrechte der Rohingya einzusetzen. Es ist an der
Zeit, dass auch religiöse Institutionen und Persönlichkeiten hier klare Worte
in der Öffentlichkeit zu finden. Die dramatische Lage muss internationale
Reaktionen hervorrufen. Deutliche Worte des Dalai Lama wären von besonderem
Gewicht. Eine selektive Wahrnehmung von Menschenrechtsverletzungen sollte in
der Welt ein Ende finden.
Rückfragehinweis:
Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative
muslimischer Österreicher-innen