Mit dem Islam gegen die weibliche Genitalverstümmelung ankämpfen!

Der heutige 6. Februar steht international im Zeichen der Bewusstseinsbildung gegen die grausame Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung, FGM. Als Islamische Glaubensgemeinschaft unterstützen wir alle Bemühungen, FGM zu unterbinden. Dabei sehen wir unsere wesentliche Aufgabe darin, auf Basis einer theologischen Argumentation bewusstseinsbildend im Kampf gegen FGM zu wirken. Diese Präventionsarbeit zeigt Erfolge. Inzwischen ist FGM auch ein Thema im Rahmen des Islamischen Religionsunterrichts.

Religionsgemeinschaften tragen einen hohen Anteil daran, für Aufklärung zu sorgen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft ist hier intensiv eingebunden, auch bei den letzten richtungsweisenden Konferenzen in Kairo, Adis Abeba und Guinea Bissau. Dort verabschiedeten einflussreiche islamische Gelehrte eine Schlusserklärung, die FGM als „strafbare Aggression“ brandmarkt und einen eindringlichen Appell an Muslime richtet, damit aufzuhören. Mehrere Fatwas, islamische Rechtsauskünfte, verurteilen FGM scharf.

FGM ist gegen den Islam. Es steht im Widerspruch zum Gebot von der Unverletzlichkeit des menschlichen Körpers und der Verantwortung für die Bewahrung der Gesundheit. Das Recht der Frau auf ein erfülltes Geschlechtsleben wird ihr durch Genitalverstümmelung genommen.

Die Strategie, in der Überwindung von FGM durch eine klare religiöse Positionierung ein Umdenken zu erreichen, soll auch auf andere Bereiche übertragen werden, wo so genannte „schädliche Traditionen“ Frauen- und Menschenrechte bedrohen. Dies gilt insbesondere für Themen wie Ehrenmorde oder Zwangsverheiratung. Auch hier positioniert sich die IGGiÖ immer wieder eindeutig, um dagegen anzugehen.

PEGIDA – Ein Weckruf sich der eigenen Stärken zu besinnen

Hass und Ausgrenzung sind nie ein Rezept, um eine Gesellschaft in ihrem „Wir-Gefühl“ zu stärken. Das zeigt auch PEGIDA. Die aggressive und menschenfeindliche Rhetorik heizt diffuse Ängste in der Bevölkerung an, um sich dann in islamfeindlichen radikalen Parolen zu ergehen. Die Negativbotschaften sind dabei leicht zu durchschauen. Sie richten sich gegen zentrale Werte Europas wie sozialen Zusammenhalt, Pluralismus und Religionsfreiheit und führen damit ihr eigenes Programm ad absurdum.

PEGIDA beginnt sich in Deutschland bereits selbst zu zersetzen. In Österreich steht zu hoffen, dass sich kein ernst zu nehmendes Phänomen entwickeln wird. Die starken Antworten der Zivilgesellschaft auf jede Form der Hetze bieten viel bessere Konzepte, um den Redebedarf in der Gesellschaft aufzugreifen. Wir danken allen, die sich hier entschieden zu Wort gemeldet haben, insbesondere den vielen Stimmen aus den Religionsgemeinschaften, die anders als PEGIDA echte Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit geben. In Österreich können wir auf einem nachhaltigen Dialog aufbauen, der sich gerade jetzt bewährt, indem gemeinsame Projekte intensiviert werden.

Aufklärung bedeutet dabei auch gegen religiösen Analphabetismus anzugehen. Wissen über Religionen nimmt Ängsten den Nährboden. Dialog kann auf viele Gemeinsamkeiten setzen, die den Dialog der Worte längst in einen Dialog der Taten münden lassen. Populistische Sager, das Verbreiten von Halbwahrheiten und selektive Wahrnehmung nur der Verbrechen der Terroristen, die man zur Bedienung des eigenen Feindbilds als repräsentativ für den Islam sehen möchte, hat hier nichts verloren.

Hier ist auch die Politik gefordert. Die ständige Vermischung der Themen Integration und Deradikalisierung droht uns gerade um Jahre zurückzuwerfen. Muslime sind längst ein Teil Österreichs. Europa hat nicht nur christlich-jüdische, sondern auch muslimische Wurzeln. Es gibt viele Erfolge, auf denen sich aufbauen lässt – man betrachte etwa die steigende Zahl von Elternvertretern mit Migrationshintergrund, darunter viele Muslime. Längst geht es um Partizipation, Inklusion und sozialen Zusammenhalt. Integration dagegen wird mehr zu einem gemeinsamen Thema soziale Randgruppen und bildungsferne Schichten auch der Mehrheitsbevölkerung in Zeiten wirtschaftlicher und globaler Krisen in der Mitte der Gesellschaft zu halten.

Rückfragehinweis:

Carla Amina Baghajati
Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft
Tel.:  06991 2381075

e-mail: baghajati [at] aon.at oder baghajati [at] derislam.at

Anti-Gewalt-Aktion vor Wiener Moschee

"Nein zu Terror"

"Entsetzt", "fassungslos" und "schockiert" zeigten sich am Freitag Dutzende Muslime nach dem Freitagsgebet in der Wiener Schura-Moschee von den Anschlägen auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo". Auf Plakaten, auf denen "Nein zu Terror", "Nein zur Gewalt" und "Nicht in unserem Namen" stand, hinterließen sie zahlreiche Unterschriften.

Bereits in der Predigt sei der Anschlag - nach einem entsprechenden landesweiten Aufruf der Islamischen Glaubensgemeinschaft -thematisiert worden, berichteten mehrere Besucher der Moschee. "Die Ereignisse in Paris wurden in der Predigt ganz klar verurteilt", erklärte Omar Al-Rawi, SPÖ-Gemeinderatsabgeordneter in Wien und einer der Organisatoren der Aktion.

Anti-Gewalt-Aktion vor Wiener Moschee (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER) Anti-Gewalt-Aktion vor Wiener Moschee (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER) Anti-Gewalt-Aktion vor Wiener Moschee (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER) Anti-Gewalt-Aktion vor Wiener Moschee (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)

Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Auch die theologischen Hintergründe sind laut Al-Rawi angesprochen worden - so hätte der Prophet Mohammed auf Provokationen nie mit Aggression, sondern mit Weisheit reagiert. Zudem sei darauf hingewiesen worden, dass Muslime, die andere Menschen töten, nie den Duft des Paradieses riechen würden.

"ISIS repräsentiert mich nicht"

Auch Plakate mit "Meinungsfreiheit" und "Ich bin Muslim - und ISIS repräsentiert mich nicht" waren nach dem Ende des Gebets vor der Moschee zu sehen. Auch der Voltaire zugeschriebene Spruch "Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie äußern dürfen" wurde plakatiert. Er habe mit der Aktion "ein wichtiges Zeichen setzen wollen", erklärte Al-Rawi. "Wir sind betroffen, entsetzt und wütend. Der Anschlag macht uns aber auch kämpferisch, gegen eine solche Vereinnahmung unserer Religion aufzutreten."

"Ich habe unterschrieben, weil ich gegen Terror bin", so einer der Moscheebesucher. Seit den Ereignissen in Paris gehe es ihm "sehr schlecht": "Wir sind alle dagegen", betonte er. Eine ganz kleine Gruppe agiere aggressiv - "und wir alle müssen die Strafe bezahlen".

"Dürfen Islam nicht vereinnahmen lassen"

Ähnlich sieht das Mohamed Bassam Kabbani, der am privaten Hochschullehrgang für Islamische Religionspädagogische Weiterbildung unterrichtet. "Wir dürfen den Islam nicht von einer bedeutungslosen Gruppe verändern und vereinnahmen lassen", meinte er.

Die Attentäter würden eine Form des Islams repräsentieren, der aus muslimischer Sicht gar nicht vertretbar sei. Als er von der Attacke erfahren habe, sei er "sehr schockiert" gewesen. Natürlich gebe es auch Auswirkungen auf das Leben als Muslime in Wien - immerhin handle es sich um sein sehr emotionales Thema. "Schade" ist der Anschlag in den Augen anderer Predigtbesucher, für eine später dazugestoßene Frau sind die Pariser Gewalttäter "gar keine echten Muslime". "Wir sagen 'Nein!' zum Terror", erklärte sie.

"Haben keine Angst, aber tiefe Sorge"

Weitere Aktionen sind derzeit laut Al-Rawi derzeit nicht geplant. Wichtig sei aber weiterhin die Arbeit nach innen sowie auch das Setzen von Signalen nach außen - auch im Hinblick auf die geplante Demonstration der Pegida-Bewegung in Wien. "Es ist klar, dass sich diese beiden Extreme gegenseitig in die Hände spielen. Wir haben keine Angst, aber tiefe Sorge, dass die Situation derzeit nicht die beste ist", so der Gemeinderatsabgeordnete.

Das war ein Angriff auf die Existenz der Muslime in Europa

Charlie-Hebdo-Reaktionen

Muslime verurteilen den Terroranschlag in Paris aufs Schärfste. In den Vereinen bemüht man sich um Deeskalation.

Autor: Bernhard Ichner

Gräueltaten wie diese zielen darauf ab, Angst zu stiften und einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben“, verurteilt Salim Mujkanovic vom Islamischen Zentrum in Wien-Floridsdorf den Terroranschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo mit 12 Todesopfern. „Sie schaden nicht nur dem friedlichen Zusammenleben“, meint der Imam der größten Moschee Österreichs, „sondern auch der muslimischen Gemeinschaft selbst, indem sie islamfeindliche Ressentiments weiter schüren – wie die zunehmenden Aggressionen gegen Muslime deutlich zeigen.“

Dementsprechend wichtig sei es nun, „sich nicht provozieren zu lassen und gemeinsam gegen Rassismus, Hass und Gewalt aufzutreten“. Mit Betonung auf gemeinsam – „die Muslime allein können da nur wenig ausrichten“. Hier seien auch die österreichischen Politiker und – nicht zuletzt – die Behörden gefragt.

Angriff auf Moschee

Mujkanovic will die Freitagspredigt nutzen, um das sensible Thema vor den Gläubigen explizit anzusprechen. „Wir lassen es nicht zu, dass Terroristen im Namen unserer Religion Verbrechen begehen. Hier müssen wir eine ganz deutliche Trennlinie ziehen.“

„Damit die Muslime sehen, dass hier in Österreich jemand hinter ihnen steht“, wünscht sich der Geistliche nach mehreren Vandalenakten in den letzten Wochen einen verstärkten Schutz für Moscheen. „Das wäre ein Zeichen für Muslime, dass sie sich hier sicher fühlen können.“

Bekräftigt wird die Forderung durch einen aktuellen Fall aus Wien-Landstraße, wo Vandalen das Attentat von Paris als Vorwand für rassistische Schmierereien an der Wand der Tuna-Moschee missbrauchten.

Als Reaktion darauf ruft Yakup Gecgel von der Islamischen Föderation zur Deeskalation auf. Ein starker gesellschaftlicher Zusammenhalt  sei nun „wichtiger denn je“. „Hass ist der Kern der Spaltung“, postet er auf Facebook.

Man müsse Angriffe aller Art zwar ernst nehmen, aber einschüchtern dürfe man sich dadurch nicht lassen, sagt dazu Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative Muslimischer Österreicher. Gefragt sei nun „größtmögliche Gelassenheit und Offenheit, damit wir nicht auf die Falle der Terroristen hereinfallen“.

Baghajati geht es vor allem um „die Klarstellung, dass wir alle in einem Boot sitzen. Das Attentat in Paris war ein Angriff auf alle Muslime, ein Anschlag auf unsere Existenz in Europa, auf unsere Werte und auf die Lehre des Propheten.“

Nun gehe es nicht darum, sich vom „ersten militärischen Angriff des sogenannten IS in Europa“ bloß zu distanzieren – „sondern intern und nach außen klarzustellen, dass wir Gewalt jeder Art aufs Schärfste verurteilen“. Im muslimischen Mainstream sei „diese Ablehnung ganz deutlich spürbar“.

Seitens der Exekutive würde sich Baghajati ebenfalls mehr Sensibilität gegenüber Muslimen wünschen. Er plädiert für spezielle Personal-Schulungen.

Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) drückt in einer öffentlichen Erklärung ihr „Entsetzen nach dem Terroranschlag in Paris“ aus. „Mit Abscheu und Entsetzen“ verurteile man das Attentat.

Landau: "Friede ist keine Selbstverständlichkeit"

Caritas, Diakonie, SOS-Mitmensch und Muslimen-Vertreter rufen bei Kundgebung am Wiener Stephansplatz zu Friede, Solidarität und Toleranz auf

Wien, 18.12.2014 (KAP) Zum einem Bekenntnis zum Frieden über alle Grenzen hinweg hat Caritas-Präsident Michael Landau am Donnerstagabend bei einer interreligiösen Friedenskundgebung am Wiener Stephansplatz aufgerufen. "Wir sind heute hier, um ein lebendiges Zeichen für den Frieden zu setzen. Denn Friede ist keine Selbstverständlichkeit", so Landau bei der von Caritas, Diakonie, SOS-Mitmensch, und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) organisierten Aktion "Nein zu Hass und Gewalt".

Wie zerbrechlich Friede sein kann, zeigten laut Angaben Landaus die "furchtbaren Bilder und Geschichten", die täglich Hass und Gewalt, Extremismus und Krieg, Zerstörung und Verzweiflung sichtbar machten. Trauriges Beispiel sei Syrien: "Mehr Menschen als Österreich Einwohner hat, sind in und rund um Syrien bereits auf der Flucht" - für Landau die "größte humanitäre Not unserer Zeit - die größte humanitäre Tragödie seit Ende des II. Weltkriegs".

An diesen Konflikten sei deutlich ablesbar: "Friede ist ein Gut, das fortwährend errungen werden muss und das größte Wachsamkeit erfordert", zitierte Landau aus Papst Franziskus' Rede vor dem Europarat im November. Um nicht vor der "Größe der Aufgabe Friede" zu kapitulieren, brauche es die Anstrengung aller Menschen. Klar sei: Frieden könne es nicht geben, solange "der Frieden der einen auf Kosten des Friedens der anderen geht", so der Caritas-Präsident. In das alltägliche Leben könne diese Botschaft als soziale Gerechtigkeit, als Solidarität mit denen, die am Rand der Gesellschaft stehen, übersetzt werden.

Mit "Sozialromantik habe das aber absolut nichts zu tun", sondern mit gelebter Solidarität, betonte Landau und zeichnete die Gesellschaft als "Schicksalsgemeinschaft, aus der keiner ausgeschlossen werden darf, sich aber auch keiner davon stehlen kann". Der Appell der österreichischen Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner von vor 100 Jahren gelte auch heute noch: "Die Waffen nieder, sagt es allen!"

In einer Welt voller "Schreckens-Nachrichten, Hass, Feindschaft, kriegerischen Auseinandersetzung, Terroranschlägen, Folter und Mord" brauche es "klare Worte und hilfreiche Taten", betonte der evangelische Superintendent Hansjörg Lein. Wo Menschenrechte mit Füßen getreten, Friedensaktivisten ausgelacht und als "Gutmenschen" verspottet und Regimekritiker eingesperrt würden, gelte es, die Glaubensüberzeugung des von Gott kommenden Friedens entgegenzusetzen. "Gott möchte unsere Füße auf den Weg des Friedens lenken. Jeder kleine und große Schritt in diese Richtung ist wichtig für das Zusammenleben der Menschen weltweit", so Lein, der auf das Jesus-Wort "Selig sind die Friedensstifter" verwies.

Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative österreichischer MuslimInnen, verurteilte erneut "jegliches Verbrechen im Namen des Islams von extremistischen Gruppierungen und Personen, die unsere Religion pervertieren". Sämtliche Werte des Islams und des Christentums von der Achtung der Menschenwürde bis zum Schutz für religiöse und ethische Minderheiten seien "unverhandelbare, universelle Werte, die nie mit Füßen getreten werden dürfen".

Ein Nein zu Hass und Gewalt dürfe aber nicht bei der deutlichen Verurteilung von Intoleranz und Terrorismus stehenbleiben, so Baghajati. "Daran anschließen muss der persönliche Einsatz dafür, dass eine andere Welt möglich ist." Der Weg zum Frieden führe nur über Gerechtigkeit, angefangen beim gemeinsamen Kampf jedes Einzelnen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Pauschalverdacht gegen Minderheiten.

Klare Worte fand Baghajati auch gegen die deutsche Bürgerinitiative "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (PEGIDA), die sich gegen eine vermeintliche Bedrohung Deutschlands durch den Islam richtet. Die Gruppierung sei eine "gefährliches Phänomen", das auch nach Österreich dränge und Islamfeindlichkeit und Rassismus propagieren möchten.

Zu mehr Zivilcourage rief Alexander Pollak, Sprecher von SOS-Mitmensch, auf. Der Appell gelte allen Menschen, unabhängig von Geburtsort, Religion oder Hautfarbe. Besorgniserregend sei eine "Welle an rassistisch motivierten Übergriffen im öffentlichen Raum, insbesondere gegen Kopftuchträgerinnen". Angesichts der Krise sei es nötig, "einen kühlen Kopf und ein warmes Herz zu bewahren".

Rede Tarafa Baghajati: Nein zu Hass und Gewalt, Wien 18.12.2014

Rede von Tarafa Baghajati in Vertretung der IGGiÖ - Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich

Herzlichen Dank an den Veranstalter:

Ein gutes Wort ist wie ein guter Baum, dessen Wurzel fest ist und dessen Zweige in den Himmel reichen.
(Koran 14. Sure 25)

Ich denke, liebe Freundinnen und Freunde, dass wir hier und heute ein gutes Wort sind, und wie bei einem Baum muss die Wurzel gepflegt und behutsam behandelt werden, um seine Festigkeit zu erreichen. Und ich denke, dass gerade hier die Herausforderung vorliegt, gemeinsam unsere Prinzipien zu verwurzeln, eben damit die schönen Zweige dieses Baumes in den Himmel reichen, und damit die Menschen diesen Baum auf verschieden Art und Weise nutzen können.

Nein zu Hass und Gewalt bedeutet mehr als die deutliche Verurteilung von Intoleranz und Terrorismus. Daran anschließen muss das persönliche Sich-einsetzen, damit eine andere Welt möglich ist.

Unterdrückung und Ungerechtigkeit müssen aufgezeigt werden. Denn kein Frieden ohne Gerechtigkeit.

Das fängt bei uns selber an: Wir müssen gemeinsam gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Generalverdacht gegen Minderheiten kämpfen. Unser Kreis hier mag klein sein, aber darin ist gewiss ein Beitrag zum Frieden national wie international.

Es werden  uns Musliminnen und Muslimen in Österreich klare und unmissverständliche Worte abverlangt, leider wird aber gleichzeitig unseren Botschaften nicht die angemessene mediale Präsenz geschenkt. Daher:

In tiefer Erschütterung verurteilen wir als Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich zum wiederholten Male jegliches Verbrechen im Namen des Islams von extremistischen Gruppierungen und Personen, die unsere Religion pervertieren; ohne Wenn und Aber. Diese haben nicht das geringste Recht, Muslime vertreten zu wollen. Sämtliche Werte des Islams und Christentums von der Achtung der Menschenwürde bis zum Schutz für religiöse und ethnische Minderheiten sind unverhandelbare universelle Werte, die nie mit Füßen getreten werden dürfen.

Schließlich möchte ich, liebe Freunde, auf ein gefährliches Phänomen in Deutschland hinweisen, PEGIDA wird es genannt. Manche denken leider, es nach Österreich zu bringen. Dieses Phänomen besteht darin die Straße durch Hass, Neid, Islamfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung zu besetzen und eine emotionale Kluft in der Gesellschaft zu provozieren. Hier gilt es, Wachsamkeit zu bewahren und gemeinsam, wenn es notwendig ist, dieses Anliegen von heute nicht nur zu diesen besinnlichen Zeiten auf die Straße zu bringen, sondern öfter und über das ganze Jahr. Wo immer Hass und Diskriminierungsparolen herrschen, sichern wir unsere Zusammenarbeit und Kooperation zu, um den sozialen Frieden und Zusammenhalt in unserem schönen Österreich nicht zu gefährden.

Noch einmal die besten Wünsche der Islamischen Glaubensgemeinschaft und eine besinnliche Zeit: wassalamu-Alaikum. Friede sei mit Euch und mit uns allen.

Tarafa Baghajati

Presseberichte:

http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/66783.html

http://wien.orf.at/news/stories/2685051/

http://www.vienna.at/friedenskundgebung-am-stephansplatz-nein-zu-hass-und-gewalt/4181591

 

Friedens-Appell der Caritas

Die Caritas hat zu einer Friedenskundgebung auf dem Stephansplatz aufgerufen. Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften lasen Friedenstexte, Caritas-Präsident Landau rief zu einem Bekenntnis zum Frieden auf.

„Wir möchten zeigen, dass es viele Menschen in Österreich gibt, die für Solidarität, für Toleranz, für Frieden sind“, meinte Caritas-Präsident Michael Landau im Vorfeld der Kundgebung. Laut Caritas gibt es zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg auf der ganzen Welt über 50 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende. Die Caritas will mit der Kundgebung „gegen Gewalt, für Solidarität und Frieden“ auftreten, so Landau.

Kundgebung der Caritas auf dem Stephansplatz

Caritas/Johannes Hloch

Friedensappell von Landau

„Es geht um ein Nein zu Hass und Gewalt. Es geht um ein Bekenntnis zu Frieden und Gerechtigkeit. Den Appell, den die österreichische Nobelpreisträgerin Berta von Suttner vor 100 Jahren an die Öffentlichkeit richtete, wollen wir hier und heute, wenige Tage vor Weihnachten, erneuern: „Die Waffen nieder, sagt es allen!“, meinte Landau.

Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative österreichischer MuslimInnen, forderte, dass sich „jeder persönlich“ einsetzen müsse, damit eine andere Welt möglich wird: „Wir müssen gemeinsam gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und gegen einen Pauschalverdacht gegen Minderheiten kämpfen. Unser Kreis hier mag klein sein, aber darin liegt gewiss ein Beitrag zum Frieden - national wie international.“

Michael Landau, Tarafa Baghajati,   Hansjörg Lein, Alexander Pollak

Caritas/Johannes Hloch

Superintendent Hansjörg Lein, Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, Caritas-Präsident Michael Landau, Tarafa Baghajati, Obmann Initiative österreichischer MuslimInnen

„Mehr Zivilcourage“

„Gott möchte unsere Füße auf den Weg des Friedens lenken. Jeder kleine und große Schritt in diese Richtung ist wichtig für das Zusammenleben der Menschen weltweit", sagte der evangelische Superintendent Hansjörg Lein. Alexander Pollak von der Aktion SOS Mitmensch rief zu „mehr Zivilcourage“ auf.

Flüchtlinge lasen einen Friedenstext in verschiedenen Sprachen vor. Musikalisch umrahmt wurde die Kundgebung von den interkulturellen Chören Superar und Brunnenchor.

Friedenskundgebung am Stephansplatz

Die Caritas ruft für heute nachmittag zu einer Friedenskundgbung auf dem Stephansplatz auf. Ab 17.00 Uhr werden dabei Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften Friedenstexte lesen, Musik kommt von interkulturellen Chören.

„Wir möchten zeigen, dass es viele Menschen in Österreich gibt, die für Solidarität, für Toleranz, für Frieden sind“, meinte Caritas-Präsident Michael Landau im Vorfeld der Kundgebung. Laut Caritas gibt es zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg auf der ganzen Welt über 50 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende. Die Caritas will mit der Kundgebung „gegen Gewalt, für Solidarität und Frieden“ auftreten, so Landau.

Kinder mit Schildern für Frieden

Caritas/Hloch

Neben Landau werden auch Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative österreichischer MuslimInnen, der evangelische Superintendent Hansjörg Lein und Alexander Pollak von der Aktion SOS Mitmensch. Ab 17.00 Uhr werden Flüchtlinge einen Friedenstext in verschiedenen Sprachen vorlesen, die Vertreter der Glaubensgemeinschaften werden Friedensbotschaften einbringen. Musikalisch umrahmt wird die Kundgebung von den interkulturellen Chören Superar und Brunnenchor.

Aussendung der IMÖ: Ramadangruß

As-salamu alaikum, liebe Geschwister!

Zum beginnenden Ramadan senden wir unsere Segenswünsche für einen erfüllten Monat!

Ramadan kann uns ein Lehrmeister sein, innerlich zu wachsen, uns aufs Wesentliche zu konzentrieren und Geduld und Gelassenheit zu üben. Diese Stärkung an Vertrauen in Allah (st)   und Bewusstheit für IHN tut uns ganz persönlich gut – und in scha‘ Allah wirkt es auch positiv auf unsere muslimische Gemeinschaft!

Solidarität zu leben bezieht sich ja nicht nur auf das Entwickeln von mehr Spendenbereitschaft.   Wir spüren am eigenen Leib, wie es Bedürftigen geht, wenn unser Magen knurrt und der Mund trocken von Durst wird und denken dann in scha‘ Allah daran, uns mehr für die Beseitigung sozialen Ungleichgewichts einzusetzen.

Dieses Jahr werden wir aber besonders daran erinnert, dass Ramadan auch ein Monat des Ausgleichs und der Versöhnung ist. Ganz persönlich sind wir aufgerufen, das eigene Herz zu weiten und auf andere Menschen zuzugehen. Es liegt eine Chance darin, wenn wir beim gemeinsamen Fastenbrechen in all unserer inneren Vielfalt zusammenkommen, untereinander den Dialog zu pflegen und friedlich auch unterschiedliche Meinungen offen und geschwisterlich auszutauschen.

Während wir mit Sorge drohende Polarisierungen in vielen Ländern der muslimischen Welt beobachten, dann kann der Segen des Ramadans in scha‘ Allah positiv wirken, diese nicht zur Eskalation zu treiben, sondern Mäßigung zu erreichen. Zuhören können und Respekt, Besonnenheit und Vernunft, Weisheit und Weitsicht sind nötig einen islamischen Weg der Mitte zu finden. So wie wir das von politischen Verantwortungsträgern fordern, können wir hier bei uns selbst beginnen. Möge Allah unsere Bemühungen annehmen, uns helfen IHM näherzukommen und die muslimische Gemeinschaft schützen!

Ramadan mubarak!

Eure Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen


Ramadan – der Fastenmonat der Muslime

Ein praktischer Überblick mit Antworten auf häufige Fragen

In der Glaubenspraxis der Muslime haben die „fünf Säulen“ eine zentrale Bedeutung.

Neben dem Bekenntnis des Einen Gottes und Seiner Propheten, an deren abschließender Stelle Muhammad steht, Friede sei mit ihnen allen, dem Gebet, der sozial-religiösen Pflichtabgabe Zakat, ist dies an vierter Stelle das Fastengebot im Monat Ramadan. Die fünfte Säule bildet die Pilgerfahrt nach Mekka, die bei Gesundheit und ausreichenden finanziellen Mitteln einmal im Leben erfolgen sollte.

Wird der Ramadan im Koran erwähnt?

Ja, besonders in der zweiten Sure, ab Vers 183.

„Oh ihr Gläubigen! Das Fasten wurde euch vorgeschrieben, wie es denen vorgeschrieben worden war, die vor euch waren, damit ihr wirklich fromm werdet. Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage fasten. Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet! Der Monat Ramadan ist es, in dem der Quran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tag fasten – Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen – damit ihr die Frist vollendet und Allah rühmt, dass Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein. Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so bin Ich nahe. Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn Er mich ruft. Deshalb sollen sie auf Mich hören und an Mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen.“ (Koran, 2:183-186)

Wann ist Ramadan?

Das islamische Jahr ist ein Mondjahr und damit um ca. 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr. Von Jahr zu Jahr verschiebt der Kalender sich darum um diese Anzahl von Tagen gegenüber dem Sonnenjahr nach vorne. Daher kann der Ramadan in allen Jahreszeiten liegen. Muslimische SchülerInnen sind zu den islamischen Feiertagen vom Unterricht befreit.

Übersicht über die aktuellen Daten:

2013: 9. Juli bis 7. August (8. August voraussichtlich   erster Feiertag, der genau genommen am Vorabend mit Sonnenuntergang beginnt)

Wie wird gefastet?

Von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang halten praktizierende Muslime ein Fasten, das Enthaltung von Essen und Trinken, sowie Geschlechtsverkehr bedeutet.

Und das Rauchen?

Ist auch verboten. Ohnehin ist es als gesundheitsschädlich und verschwenderisch verpönt, bei manchen Gelehrten auch als „haram“, also immer verboten, eingestuft. Im Ramadan muss es beim Fasten unbedingt unterlassen werden. Eine gute Gelegenheit gleich ganz damit aufzuhören!

Aber überhaupt nichts zu trinken kann doch nicht gesund sein?

So wie man sich in den Abend- und Nachtstunden mit Essen stärkt, versorgt man den Körper auch mit ausreichender Flüssigkeit in Vorbereitung auf das Fasten tagsüber. Beklagen viele Mediziner die mangelnde Flüssigkeitsaufnahme aus Nachlässigkeit, ist gerade der Ramadan eine Gelegenheit sehr bewusst die empfohlene Menge von mehr als 2 Litern täglich einzuhalten.

Und nach dem Fasten stopft man Mengen von Essen in sich hinein?

Das Fasten soll den Wert gesunder Nahrung bewusst machen und damit für einen vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren. Der Körper verlangt nach dem Fasten nach verträglichen Speisen und ist gar nicht in der Lage, übermäßige Mengen aufzunehmen. Völlerei wäre nicht im Sinne des Islam, da Fasten auch als sozialer Akt der Solidarität mit Bedürftigen verstanden wird.

Gibt es spezielle Fastenspeisen?

Nach dem Vorbild des Propheten Muhammad brechen viele Muslime ihr Fasten mit einigen Datteln und einem Glas Wasser oder Milch, ehe sie später zu Tisch gehen. Von Region zu Region gibt es Spezialitäten, die vor allem im Ramadan Saison haben, weil sie viel Flüssigkeit enthalten und leicht verdaulich sind. Prinzipiell sind alle vom Islam als „halal“, also „rein“ eingestuften Nahrungsmittel auch während der Fastenzeit zugelassen, da sich der Mensch der Gaben Gottes dankbar erfreuen soll.

Und was ist „halal“?

Es gilt das bekannte islamische Rechtsprinzip: „Was nicht verboten ist, ist erlaubt.“ Ausdrücklich untersagt sind der Verzehr von Schweinefleisch, Blut und Verendetem, sowie Alkohol.

Ich höre immer, dass das Fastenbrechen zu großen Gelagen mit vielen Gästen gerät?

Gastfreundschaft wird gerade im Ramadan hochgehalten. Wird für eine große Anzahl Personen gekocht, bietet man oft eine größere Auswahl von Speisen an. Wenn jemand zufällig etwas nicht mag, soll ja eine Alternative dabei sein. Sicher kann man kritisch anmerken, dass es dabei nicht zu übertriebener Luxusentfaltung kommen soll.

Fasten alle Muslime?

Das Fastengebot wird sehr verbreitet eingehalten. Schätzungen nach Umfragen gehen von 80% in Österreich aus. Vom Fastengebot ausgenommen sind Kinder, Reisende, Frauen im Wochenbett oder während ihrer Menstruation. Alle Menschen, für die Fasten gesundheitlich unmöglich oder nicht zuträglich wäre, sind befreit. Darunter fallen zum Beispiel Kranke, ältere Menschen, Schwangere, aber unter Umständen auch Menschen mit körperlich sehr anstrengenden Berufen. Die Gewissensentscheidung liegt beim Einzelnen. Der Körper gilt als ein so hohes Gut, dass man ihn nach Kräften durch einen verantwortungsvollen Umgang pflegen soll. „Gott will es den Menschen leicht machen.“ – ist eine koranische Aussage, die zusätzlich vor übertriebenen Kasteiungen bewahren soll.

Ist Fasten im Sommer nicht gefährlich?

Noch einmal: Niemand darf seinem Körper durch das Fasten Schaden zufügen. Wer diesbezüglich Sorge hat, sucht am besten einen Facharzt auf, um individuell zu klären, was zuträglich ist.

Geht das, dass man nichts isst, aber trinkt – gilt das als Fasten?

Nein, das religiöse Fasten der Muslime beinhaltet, sich von Essen und Trinken zu enthalten.

Was passiert, wenn man nicht fastet?

Alle erwachsenen Menschen, die das Fasten versäumen, sollen die Anzahl der nicht gefasteten Tage im Laufe des Jahres nachholen. Wem das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, der kann für jeden nicht gefasteten Tag einen Bedürftigen mit Nahrungsmitteln für einen Tag versorgen. Dies kann auch eine finanzielle Leistung, muss also kein Essenspaket   sein. Aber man sollte so viel spenden, wie das auch dem eigenen Lebensstandard bei der Ernährung entspricht.

Ist das normal, dass schon Volksschulkinder fasten?

Für Kinder ist die Ramadanzeit ein Erlebnis, denn es herrscht eine besondere, im Idealfall sehr ausgeglichene und fröhliche Stimmung. Oft möchten Kinder dem Beispiel der Erwachsenen nacheifern und schon mitfasten. Tatsächlich sollen Kinder schrittweise an das Fasten herangeführt werden. Von Familie zu Familie kann variieren, wie das geschieht. Da wird die eine oder andere Mahlzeit ausgelassen, bis ein ganzer Fastentag erreicht ist. Natürlich ist auch die Konstitution der Kinder zu berücksichtigen. Die meisten Kinder aber schätzen sich selbst sehr gut ein und profitieren davon, so ganz bewusst mit Nahrung umzugehen. Als das Fasten in der Winterzeit lag, probierten mehr Kinder das Fasten aus als jetzt, wo die Fasttage wieder sehr viel länger geworden sind.

Was ist ein „Ramadankalender“?

Bei muslimischen Lebensmittelhändlern und in den Gebetsräumen liegen handliche Folder auf. Diese Kärtchen weisen für jeden Tag im Ramadan aus, wann die exakte Uhrzeit des Beginns der Morgendämmerung ist, die Gebetszeiten und natürlich dabei auch die Abenddämmerung. So lässt sich auf einen Blick die Fastenzeit für den jeweiligen Tag erkennen.

Aber gibt es nicht auch „Ramadankalender“ für Kinder?

Ja, in den letzten Jahren hat sich – wohl angeregt von den Adventkalendern – unter Muslimen in Österreich der Brauch zu entwickeln begonnen, dass Kinder einen Ramadankalender geschenkt bekommen. Für jeden Tag des Monats wartet ein kleines Päckchen darauf zu Sonnenuntergang, wenn die Großen das Fasten brechen, abgeschnitten zu werden. So nehmen auch jene Kinder, die noch nicht fasten, am Ramadan mehr persönlichen Anteil. Das Warten auf den Zeitpunkt, wann das kleine Geschenk abgeschnitten werden darf, ist auch eine Vorbereitung darauf beim späteren Fasten sich zurückhalten zu können, ja allgemein eine Übung in Geduld.

Wie ist das mit Impfungen?   Dürfen Fastende Injektionen annehmen?

Eine Injektion bricht das Fasten. Der Tag wäre also nachzuholen, bzw. wenn keine unmittelbare medizinische Notwendigkeit besteht, ein späterer Zeitpunkt zu wählen. Daher richten es sich die Muslime im Allgemeinen so ein, dass sie Schutzimpfungen, Zahnarztbesuche und ähnliches nicht gerade in diesem Monat absolvieren müssen. Finden an den Schulen Reihenimpfungen statt, so ist dies eine der Gesundheit dienende Maßnahme, die auch aus Sicht des Islam zu begrüßen ist. Ältere Schülerinnen und Schüler, die es mit dem Fasten bereits so ernst wie Erwachsene nehmen, werden sich an Terminen im Ramadan möglicherweise entschuldigen. Ein Hinweis auf die Möglichkeiten die Impfung etwa bei Eltern-Kind Zentren nachholen zu lassen, ist hier sinnvoll. Um den Ablauf möglichst reibungslos zu gestalten, wäre es wünschenswert, wenn die muslimischen Kinder und Jugendlichen schon vor dem Impftermin bekannt geben, ob sie teilnehmen oder nicht, damit man sich besser darauf einstellen kann. Im Trubel der Aktion aufbrechende Diskussionen führen wohl kaum weiter.

Ich finde schade, dass ich gar nicht weiß, ob die muslimischen Kinder in meiner Klasse fasten...

Mitunter trifft man seitens Muslimen auf die Befürchtung, dass das Fasten auf Unverständnis oder Ablehnung stoßen könnte. Darum versuchen manche muslimischen SchülerInnen kein Aufhebens davon zu machen und dies vor KlassenkollegInnen und LehrerInnen eher zu verbergen. Solche Dinge offen anzusprechen kann aber beiden Seiten nur nützen. Das muslimische Kind gerät nicht in Verlegenheit, wird ihm etwas zu essen angeboten,   die Lehrkraft weiß die Situation besser einzuschätzen.

Und wann wird das Fasten dann Pflicht?

Mit Erreichen der Pubertät, dem Zeitpunkt von dem ab der Heranwachsende als religiös mündig gilt.

Wie ergeht es Berufstätigen mit dem Fasten?

Während der Fastenzeit soll man seinen Alltag nach Kräften genauso meistern und mit dem gleichen Elan arbeiten wie sonst auch, denn Fasten soll nicht zu Müßiggang führen, sondern im Gegenteil zu Konzentration in aller Aktivität. Viele Berufstätige sind noch unterwegs, wenn die Dämmerung einsetzt und können nicht gleich zu Hause essen. Zum Fastenbrechen nehmen sie dann oft einfach ein paar Datteln zu sich, bis es Gelegenheit für eine größere Mahlzeit gibt. Berufstätige sollen also wie sonst auch möglichst voll im Leben stehen und sich als Teil der Gesellschaft sehen, für deren Wohlergehen sie Mitverantwortung tragen.

Dann hat der Ramadan also einen sozialen Aspekt?

Natürlich! Beim Fastenden wird ein Solidaritätsgefühl mit den Menschen geweckt, für die der Zugang zu Nahrung immer schwierig ist. Das soll auch dazu anspornen, gerade in diesem Monat freigiebig zu sein und unabhängig von der vorgeschriebenen Zakat (Pflichtabgabe von 2,5 % des stehenden Vermögens jährlich an selbst zu bestimmende Bedürftige) Spenden an Arme zu geben. Vor dem Ende des Monats muss die sogenannte „Zakat al fitr“ bezahlt werden, sonst wäre das Fasten nicht vollständig. Dieser Betrag geht auch an caritative Zwecke. Pro Kopf in der Familie muss der Gegenwert für eine Mahlzeit geleistet werden. Man soll dabei das geben, was auch dem eigenen Lebensstandard entspricht. Wenigstens am Feiertag soll kein Mensch in der Gesellschaft Hunger leiden müssen. Das hat auch etwas mit dem Anspruch des Islam zu tun, soziale Gerechtigkeit verwirklicht sehen zu wollen.

Und wohin geben die Muslime hier in Österreich ihre Spendengelder?

Viele der ca. 60 Gebetsstätten allein in Wien bieten zum Fastenbrechen ein Gratismenu für alle an, die sich einfinden. Das Geld dazu stammt aus solchen Spenden.

Daneben soll man im Islam schauen, wo in unmittelbarer Umgebung Hilfe gebraucht wird und dort möglichst unauffällig Unterstützung gewähren. Denn aus dem eigenen sozialen Engagement eine Show zu machen, könnte die gute Absicht in Frage stellen.

Viele Muslime geben aber auch Geld in Länder, wo Hilfe dringend gebraucht wird und aus denen sie vielleicht ursprünglich stammen, so dass es vielleicht sogar persönliche Kontakte gibt und die Hilfe direkt ankommt.

In den Gebetsräumen ist dann im Ramadan mehr los?

Ja, man kommt auch zu einem speziellen Gebet in der Dunkelheit zusammen. Dies wird oft so gestaltet, dass über den Ramadan hinweg während dieses Gebets der in dreißig Abschnitte geteilte Koran durch den Imam, den Vorbeter, mit schöner Stimme kunstvoll rezitiert wird. Manche Leute halten während der letzten zehn Nächte eine besondere Andacht, zu der sie die Moschee gar nicht verlassen.

Und die Frauen?

Die Moschee ist prinzipiell ein Ort für Frauen und Männer. Die Frauen nehmen gerade am Gebet im Ramadan zur späten Abendzeit gerne teil. Und wenn sie zum Beispiel   wegen kleiner Kinder zu Hause bleiben, so treffen sie sich doch nach Möglichkeit untereinander. Dann kann auch eine Frau die Vorbeterinnenrolle übernehmen.

 Liegt ein besonderes spirituelles Erlebnis im Ramadan?

Der Ramadan gilt als „Monat des Koran“, weil die erste Offenbarung an den Propheten Muhammad im Ramadan erging. Einige Nächte, besonders die „Nacht der Allmacht“, von der man nur weiß, dass sie im letzten Drittel des Ramadan liegt, gelten als besonders segensreich. So bemüht man sich um ein intensives Koranstudium und darum, den Koran wenigstens einmal ganz durchzulesen. Die Fastenzeit macht besonders empfänglich dafür, sich Zeit zum Innehalten zu nehmen. Meint „Islam“ Frieden finden und fördern zwischen sich und Gott und zwischen sich und den Menschen, so ist diese Zeit besonders reich, wieder ein Stück auf diesem Weg zu gehen.

 

Und ist das Verhältnis zu anderen Menschen im Ramadan dadurch ein anderes?

Vielleicht ein bewussteres. Denn das Fasten würde seinen Wert verlieren, wenn man gleichzeitig etwa schlechte Nachrede im Mund führen würde, im Umgang ungeduldig ist oder sich zu Streit herausfordern lässt. Gibt es im Ramadan noch etwas, was man im Verhältnis zu einem anderen Menschen gerne bereinigen würde, so ist jetzt ein besonders willkommener Zeitpunkt. Der Ramadan gilt auch als Monat der Versöhnung.

Aber wenn der Ramadan vorbei ist, dann gibt es ein Freudenfest, dass alles überstanden ist?

Ein Fest schon und auch aus Freude - in der Zuversicht, dass Gott das Fasten annehmen möge. Viele Muslime sind aber auch ein wenig wehmütig, weil die besondere Stimmung des Ramadan nun zu Ende geht. Man sagt ja, dass der Ramadan auch ein Motor für das übrige Jahr sein soll, sich mit sich selbst und seiner Umwelt im reinen zu finden.

Und wie wird gefeiert?

Das Fest nach Ramadan, arabisch Eid, türkisch und bosnisch Bayram, heißt mancherorts auch „Zuckerlfest“, weil vor allem die Frauen die Taschen voller Zuckerln haben, um alle Kinder damit beschenken zu können.

Der familiäre Charakter ist ganz wichtig. Kinder dürfen sich über neue Kleidung freuen, bekommen ein Extra-Taschengeld, um sich kleine Wünsche erfüllen zu können oder die Eltern haben Geschenke vorbereitet. Viele Männer beschenken auch ihre Frau mit neuem Gewand oder bereiten ihr eine andere Freude. Anschaffungen werden gerne jetzt getätigt. Verwandtenbesuche sind am ersten Tag üblich, am zweiten besucht man sich im Bekannten- und Freundeskreis. Die festlich hergerichteten Wohnungen stehen zu den Feiertagen weit offen, weil immer wieder auch überraschend Besucher vorbeikommen können.

Eine religiöse Feier gibt es auch?

Ganz in der Früh findet ein Gebet in der Moschee statt, zu dem die Familien zusammenkommen. Dieses Gemeinschaftsgebet wird möglichst zentral und allgemein gehalten. Die kleineren Gebetsräumlichkeiten haben daher häufig für diesen Anlass geschlossen, damit sich alle zusammenfinden. Bei schönem Wetter liegen manchmal sogar die Gebetsteppiche im Freien, um allen Menschen Platz bieten zu können. Das Fest kann ja in verschiedenen Jahreszeiten liegen   und gewinnt seinen Charakter so nicht unbedingt aus der jahreszeitlichen Stimmung.

Das ist auch von den Sprachen her ein buntes Gemisch, denn Menschen vieler verschiedener Ursprungsländer treffen sich. Dabei wächst die Gruppe der sogenannten zweiten und dritten Generation ständig. Deutsch ist immer selbstverständlicher die gemeinsame Sprache.

 

Carla Amina Baghajati

Frauenbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
e-mail: baghajati [at] aon.at
www.islaminitiative.at

www.derislam.at

Bissau Declaration gegen FGM: Imame in Guinea Bissau verabschieden Aktionsplan

Mit einem klaren Bekenntnis für das Ende von FGM (weibliche Genitalverstümmelung) einzutreten, schloss eine zweitägige Konferenz in Guinea Bissau. In der offiziellen Erklärung “Bissau Declaration 04.10.2012” ist dieses Ziel unter Anführung konkreter und praktischer Maßnahmen eindeutig formuliert worden. Dutzende anwesende Imame unterzeichneten als Zeichen des persönlichen Engagements gegen die weibliche Genitalverstümmelung die Deklaration gegen FGM und verpflichteten sich damit, in ihrer Tätigkeit dieses Thema aus dem Tabubereich zu holen und aktiv auf dem Boden einer religiösen Argumentation für dessen Abschaffung einzutreten. Die Veranstalter der Konferenz waren der Oberste Islamische Rat von Guinea Bissau, WFD - Weltfriedensdienst e. V. und Target (Rüdiger und Annette Nehberg) aus Deutschland.

Als Experten von muslimischer Seite nahmen außerdem Professor Muhammad Shama von der Azhar Universität (Ägypten) und Tarafa Baghajati (Österreich/Syrien) an der Konferenz teil. Beide referierten über die theologische Beweisführung gegen FGM. Die Konferenz fand am 3. und 4. Oktober 2012 in Bissau statt und wurde am 4.10.2012 von Tarafa Baghajati geleitet.

Hier Medienberichte in Deutsch, Englisch und Portugiesisch zur Information:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.58.de.html?drn%3Anews_id=144323

Samstag, 6. Oktober 2012

Islamische Gelehrte in Guinea-Bissau gegen Beschneidung

Ab 12:14 Uhr

Islamische Religions-Gelehrte im westafrikanischen Guinea-Bissau haben eine Deklaration gegen die Beschneidung und Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen verabschiedet.

Darin heißt es, diese uralte Praxis gebe es in vielen Ländern der Erde, aber nirgendwo sei sie vorgeschrieben, auch nicht im Koran. Sie sei verhängnisvoll für die Gesundheit von Mädchen und Frauen. Zuvor hatten die Gelehrten zusammen mit der UNO und zwei Nichtregierungsorganisationen zu einer Konferenz gegen Beschneidung eingeladen.

Schätzungen zufolge sind von den 1,7 Millionen Einwohnern Guinea-Bissaus 320.000 Mädchen und Frauen beschnitten. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung die weitverbreitete Praxis verboten.

http://www.iol.co.za/news/africa/clerics-vow-to-eradicate-fgm-1.1397696

Clerics vow to eradicate FGM

October 5 2012 at 08:42pm 
By SAPA


Bissau - Muslim leaders in Guinea-Bissau on Friday vowed to help eradicate female genital mutilation, which has affected at least 320 000 women and young girls in the west African country.

“Female circumcision is an ancestral practice... which exists in many countries around the world,” said the group of preachers and scholars in a document entitled the “Bissau declaration”.

“But it is not enshrined in the Koran nor allowed by the Hadith,” Prophet Mohammed's teachings which are a key source of jurisprudence, the declaration said.

“We, imams and ulemas of Guinea-Bissau, pledge to work for the total eradication of this practice which harms women's health in our country,” it read.

The declaration was the outcome of a two-day conference organised by the nation's main Islamic body, the United Nations and two rights groups from Guinea-Bissau and Germany.

Abubacar Djalo, an imam and spokesman for Guinea-Bissau's Muslim clerics, said the declaration's commitment would, among other things, result in increased FGM awareness through sermons in mosques.

According to a health ministry report released during the conference, at least 320,000 women and young girls have undergone female genital mutilation in the nation of 1.7 million.

It said the practice was most widespread among Muslim communities such as the Mandinka, Fula and Biafada.

The Bissau-Guinean parliament passed a law in Junce 2011 banning FGM and making it a crime punishable by up to five years imprisonment. - Sapa-AFP

Mutilação genital ainda afeta metade das mulheres da Guiné-Bissau

A UNICEF estima que o corte do clitóris é uma prática que atinge 45% das guineenses entre os 7 e os 12 anos, apesar de estar proibida no país.

A mutilação genital feminina afeta 50% das mulheres na Guiné-Bissau, um ano depois de aprovada uma lei que a proíbe, alertou hoje em Bissau o ministro da Saúde do Governo de transição, Agostinho Cá.

"Não é admissível que a cultura seja utilizada como justificação para o sofrimento de parte da população", disse o ministro na abertura da "Conferência Islâmica para o abandono da mutilação genital feminina", que durante dois dias junta em Bissau especialistas sobre a prática, muito comum especialmente em África.

Domingas Gomes, presidente de uma organização não-governamental (Sini Mira Nassique) que há mais anos luta contra a prática da excisão na Guiné-Bissau, concorda com o número apresentado pelo ministro, exponenciado pela presença de populações de países vizinhos.

Num inquérito feito pela ONG no ano passado resultou que 44,5% das mulheres guineenses eram mutiladas, mas neste momento Domingas Gomes acha que o valor atual pode ser de 50%, "por causa de pessoas dos países vizinhos que estão a excisar as suas crianças às escondidas".

Excisões feitas às escondidas

Também presidente do projeto DJINOPI (Djintis nô pintcha, que em português quer dizer "Pessoal, vamos em frente"), que junta organizações que lutam contra a excisão genital feminina e que é apoiada pelo WFD (Weltfriedensdienst, Serviço Comunitário para a paz mundial, de origem alemã), Domingas Gomes garante: apesar da lei que a proíbe, a excisão continua a ser feita na Guiné-Bissau.

"Sabemos que não há aquele número de barracas (para praticar a excisão) como antes, mas continuam a fazer a excisão feminina às escondidas", e agora "de forma muito mais perigosa" porque sem controlo, disse a responsável, considerando que a lei (de setembro de 2011) é importante mas que o "trabalho essencial" é a sensibilização das comunidades.

"Se têm conhecimentos vão deixar de fazer mas por causa da lei não estão a cumprir. Só com a lei vão continuar a fazer aquilo que querem, porque mutilar uma criança no seu quarto ninguém vai saber. O pilar mais forte é consciencializar", adverte.

Por isso, a responsável considera ser importante trabalhar com os líderes religiosos, que "são pessoas credíveis nas suas comunidades". E esse é o objetivo da conferência que hoje começou, apoiada pelo DJINOPI mas também pela TARGET, outra organização não-governamental alemã que luta contra a mutilação, pelas Nações Unidas e pelo Conselho Superior dos Assuntos Islâmicos da Guiné-Bissau.

No evento vão participar, ao longo de dois dias, nomes como Mohamed Shama, professor de estudos islâmicos no Egito, Mahamadou Diallo, presidente da Associação Maliana para a Paz e Saúde, Muhamadou Sanuwo, imã gambiano, ou Ousmane Sow, da Rede Islâmica e da População, do Senegal.

Pela TARGET-Direitos Humanos estão Tarafa Baghajati (consultor) e o próprio presidente da organização, Ruediger Nehberg. E também Tcherno Embaló, presidente do Conselho Superior dos Assuntos Islâmicos na Guiné-Bissau, e Malam Djassi, vice-presidente do Comité Nacional para o Abandono das Práticas Nefastas contra a Mulher e a Criança.

Prática transversal a todas as etnias

 

Do trabalho que produzirem em dois dias espera-se que saia uma declaração ( fatwa ), anunciada na próxima sexta-feira numa das mesquitas de Bissau.

A UNICEF estima que a excisão genital (corte do clitóris) é uma prática que atinge 45% das guineenses entre os 7 e os 12 anos. A excisão pratica-se essencialmente pela comunidade islâmica, mas também por alguns grupos animistas.

Na Guiné-Bissau a prática é mais frequente na zona leste, nas regiões de Bafatá e Gabu. Também se pratica nas regiões de Oio e Cacheu (norte), Quinara, Tombali (sul) e Bolama-Bijagós. É transversal praticamente a todas as etnias.

Ler mais: http://expresso.sapo.pt/mutilacao-genital-ainda-afeta-metade-das-mulheres-da-guine-bissau=f757668#ixzz28bhcUl60

Domingo, 7 de Outubro de 2012

CARTA DE CONSOLO E ESPERANÇA

Querida Guiné, terra linda que me viu nascer, que me ajudou a crescer,

desejo sinceramente, que esta carta traga conforto e esperança ao teu povo que ainda sofre com violência e ignorância. Povo que transpira doçura e vive remediado com o pouco que tem. Povo que foi obrigado a calar sua voz, abaixar a cabeça e se submeter a colonização dos novos tempos.

Confesso que entristeço cada vez que ligo a Tv. e vejo notícias ruins... Cada vez que sintonizo a FM Guiné oiço histórias inventadas e sem nexo, ciladas armadas, acusações infundamentadas, algumas até ridículas. Cada vez que navego na Net, no blogue “Ditadura do Consenso” meu blogue, aliás, blogue do povo (Aly que me desculpe) onde já te enviei muitas mensagens de apreço e consolo, leio que estás invadida pela corrupção, dos “amparantés” aos engravatados, todos querem o seu quinhão não importa como. O teu futuro está distante e incerto, por isso não há muita visão de longo prazo, nem planos.

Procuro a lucidez para poder conter a minha tristeza, compaixão e indignação... Mas mesmo sereno, sinto-me angustiado e refém dos meus sentimentos. Longe de ti minha mãe, encontro-me muito triste por não te poder amparar neste momento difícil e desagradável da tua vida mas, prometo lutar e defender-te com muito orgulho com as minhas crónicas e poemas.

O teu povo conquistou a sua independência dos colonizadores, com suor e sangue mas ainda não dos ditadores que também tem causado muitas dores. Sei que estás muito decepcionada com alguns filhos e com tal da CEDE(R)AO dito mediador que pouco faz e pouco fez, a não ser alimentar e reforçar o ciclo da corrupção. Esta comunidade é constituída por alguns países que não querem que desenvolvas de verdade. Países com interesses obscuros, que querem humilhar-te e fotografar-te de mãos estendidas a mendigar.

Não vou mais reclamar nem tão pouco lamentar... Quero apenas te agradecer:
Obrigado por tudo, mãe Guiné! Obrigado pela dedicação, amor e carinho que tens dado aos teus filhos! Não vou mais olhar para os teus defeitos mas sim para as tuas virtudes... Terra mágica de gente boa e acolhedora; Terra linda e rica em recursos naturais que abriga um povo sofrido que não perde a esperança e busca dias mais felizes;Terra de diferentes tribos, diferentes línguas, diferentes culturas; Ninho de amor e solidariedade; Terra de todos os guineenses. Guiné-Bissau...

Querida, o teu coração de mãe é tão grande... Tenho a certeza que vais perdoar os teus filhos desnaturados... Quero te pedir a permissão de agradecer em teu nome e de todos os guineenses, a prestigiosa CPLP que defende com unhas e dentes a reposição da tua legalidade constitucional! Esta comunidade lusófona, ao contrário da CEDE(R)AO, é tua amiga. Defende incansavelmente os teus direitos e luta pela paz e estabilidade do teu povo. Obrigado CPLP!

Como sabes, as saudades apertam muito mas, o que me preocupa seriamente, é a situação dos meus irmãos que vivem oprimidos. Já lá vão seis meses de transição, ainda as liberdades de expressão e de imprensa que são direitos imprescindíveis à democracia, continuam a ser condicionadas e negadas na Guiné-Bissau. O que preocupa a todos guineenses é obviamente a paz que se encontra adormecida ou escondida atrás do “baga-baga” do quintal do vizinho.

Patria imortal, sempre acreditei na tua capacidade de dar a volta por cima, de saíres das situações mais críticas e delicadas. Ultimamente tenho andado um pouco aliviado ao ver que aos poucos, estás a reconquistar a tua liberdade e dignidade.

Tem havido sinais de boa vontade dos actores políticos para o entendimento nacional e a busca da tão desejada paz, estabilidade e bem estar que o povo guineense merece. A esperança está agora pintada num formato menos estranho e pouco confuso... A 67ª assembleia da ONU veio confirmar que a inconstitucionalidade não tem lugar no seio desta organização ainda que, na minha modesta opinião, o caso “Guiné-Bissau” está a ser tratado com dois pesos e duas medidas. A decisão da ONU apesar de manobras de alguns países da CEDEAO como era de esperar, representa sem dúvidas, vitória da democracia e do povo guineense.

Termino aqui e assim... Anciosamente a espera das coisas boas que o futuro te reservou, fica a promessa de que, apesar de ausente, estarei sempre presente... Conta, sempre com o meu carinho e o meu amor, pois és muito especial.

Quero que todo mundo saiba que “I LOVE YOU SO MUCH” a rainha das terras férteis.

Vasco Barros 
Londres, 06/10/12

Publicada por António Aly Silva em

Sábado, 6 de Outubro de 2012

Assassínio de Iaia Dabó: Dois elementos da Segurança do Estado foram detidos ontem, suspeitos na morte do irmão de Baciro Dabó, à porta do comissariado da POP, dentro do carro do deputado Conduto de Pina. Serão presentes, na segunda-feira, ao juíz de instrução criminal. Antero João Correia, também foi ouvido no âmbito do mesmo processo. AAS

Publicada por António Aly Silva em 22:07

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Na Guiné-Bissau, a mutilação genital afecta metade das mulheres

A Mutilação Genital Feminina afecta 50 por cento das mulheres na Guiné-Bissau, um ano depois de aprovada uma lei que a proíbe, alertou nesta quarta-feira em Bissau o ministro da Saúde do Governo de transição, Agostinho Cá. "Não é admissível que a cultura seja utilizada como justificação para o sofrimento de parte da população", disse o ministro, na abertura da 'Conferência Islâmica para o abandono da mutilação genital feminina', que durante dois dias junta em Bissau especialistas sobre a prática, muito comum especialmente em África.

Domingas Gomes, presidente de uma organização não-governamental (Sini Mira Nassique) que há mais anos luta contra a prática da excisão na Guiné-Bissau, concorda com o número apresentado pelo ministro, exponenciado pela presença de populações de países vizinhos. Num inquérito feito pela ONG no ano passado resultou que 44,5 por cento das mulheres guineenses eram mutiladas, mas neste momento a responsável acha que pode ser 50 por cento, "por causa de pessoas dos países vizinhos que estão a excisar as suas crianças às escondidas".

Também presidente do projecto DJINOPI (Djintis nô pintcha, que em português quer dizer "Pessoal, vamos em frente"), que junta organizações que lutam contra a excisão genital feminina e que é apoiada pelo WFD (Weltfriedensdienst, Serviço Comunitário para a paz mundial, de origem alemã), Domingas Gomes garante: apesar da lei que a proíbe, a excisão continua a ser feita na Guiné-Bissau. "Sabemos que não há aquele número de barracas (para praticar a excisão) como antes, mas continuam a fazer a excisão feminina às escondidas", e agora "de forma muito mais perigosa" porque sem controlo, disse a responsável, considerando que a lei (de Setembro de 2011) é importante mas que o "trabalho essencial" é a sensibilização das comunidades.

"Se têm conhecimentos vão deixar de fazer mas por causa da lei não estão a cumprir. Só com a lei vão continuar a fazer aquilo que querem, porque mutilar uma criança no seu quarto ninguém vai saber. O pilar mais forte é consciencializar", advertiu. Por isso, considerou que é importante trabalhar com os líderes religiosos, que "são pessoas credíveis nas suas comunidades". E esse é o objectivo da conferência que hoje começou, apoiada pelo DJINOPI mas também pela TARGET, outra organização não-governamental alemã que luta contra a mutilação, pelas Nações Unidas e pelo Conselho Superior dos Assuntos Islâmicos da Guiné-Bissau.

Nela vão participar, ao longo de dois dias, nomes como Mohamed Shama, professor de estudos islâmicos no Egipto, Mahamadou Diallo, presidente da Associação Maliana para a Paz e Saúde, Muhamadou Sanuwo, imã gambiano, ou Ousmane Sow, da Rede Islâmica e da População, do Senegal. Pela TARGET-Direitos Humanos estão Tarafa Baghajati (consultor) e o próprio presidente da organização, Ruediger Nehberg. E também Tcherno Embaló, presidente do Conselho Superior dos Assuntos Islâmicos na Guiné-Bissau, e Malam Djassi, vice-presidente do Comité Nacional para o Abandono das Práticas Nefastas contra a Mulher e a Criança.

Publicada por António Aly Silva em

E a história não acaba assim

- Está decidido: a famosa loja franca nas instalações da UNIOGBIS, no bairro da Penha, fecha definitivamente no fim de outubro. A querela entre o gabinete da consolidação da paz e as alfândegas ficou em águas de bacalhau. Os contentores seguem caminho rumo a outras lojas. Resultado: dez guineenses perderão o emprego;

- Dois peritos estão no país para uma auditoria às contas da UNIOGBIS. Chegaram na sexta-feira e ficam vinte e um dias. AAS

Publicada por António Aly Silva em

Fundação Ricardo Sanhá inaugura filial em Bissau

Fundação Ricardo Sanhá , inaugura na próxima terça-feira, dia 9, a sua filial em Bissau, na rua de Cabo Verde. O patrono da Fundação, Ricardo Sanha, está em Bissau para esse propósito, regressando a Lisboa na próxima 4a feira. Com ele, leva para tratamento o advogado Pedro Infanda, vítima de espancamento pelos militares há mais de dois anos e que ainda se encontra paralisado e em cadeira de rodas. No dia da inauguração da filial da Fundação, em Bissau, será formalmente anunciado o primeiro encontro de médicos guineenses na diáspora, alargado aos amigos da Guiné-Bissau, para que pontualmente possam vir dar ajuda, e formação aos seus colegas guineenses. AAS

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