Christlich-muslimische Initiative: Dialog gegen Terror

Die in Wien ansässige Plattform „Christen und Muslime“ hat zum Widerstand gegen das „erkennbare Ziel der Drahtzieher des Terrors, die Gesellschaft zu spalten und Zwietracht zwischen den Religionen zu säen“, aufgerufen.

Wer Angst schüre, Muslime und Musliminnen pauschal verdächtigt und ihnen die Religionsfreiheit aberkennen wolle, „betreibt das Geschäft der Terroristen“, heißt es in einer Aussendung am Freitag. Wichtiger denn je seien in der gegenwärtigen Situation nach den Anschlägen von Paris „Begegnung und Dialog“.

Die jüngsten Terrorakte bewegten die Plattform „Christen und Muslime“ in gemeinsamer Trauer, sie bekundet Solidarität mit den Maßnahmen zur Aufklärung und zum Schutz vor weiteren Verbrechen. „Voraussetzung für alle Reaktionen muss die Klarstellung sein, dass Christen wie Muslime das Leben achten“ heißt es weiter. „Die Terroristen hingegen missbrauchen den Islam, denn ihre Religion verbietet ausdrücklich die Tötung unschuldiger Menschen.“

Abrüstung der Worte

Dem bewaffneten Terror müsse mit einer „Abrüstung der Worte“ begegnet werden, so der Appell der Plattform. Deeskalation sei nur mit entschlossenem Bemühen um gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zu erreichen.

Dies betreffe den gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen wie auch die Führungsetagen von Politik und Wirtschaft. Die Begegnung mit Flüchtlingen, die sich derzeit „vor diktatorischen Regimen und dem blutigen Missbrauch des Islams in Sicherheit bringen wollen“, biete dazu eine besondere Chance.

Anstoß durch Mohammed-Karikaturen

Proponenten der 2006 infolge der Debatte um die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen gegründeten Initiative „Plattform Christen und Muslime“ haben 2014 in Wien einen gleichnamigen Verein gegründet.

Die Plattform will gegen pauschale Vorurteile und Hetze gegenüber Bevölkerungsgruppen auftreten und den Dialog sowie ein besseres Miteinander von Christen und Muslimen in Österreich unterstützen. Den im Statut vorgesehenen christlich-muslimischen Doppelvorsitz haben die evangelische Theologin Susanne Heine und der Gründer der „Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen“, Tarafa Baghajati, übernommen.

Koran trifft Bibel

Bei einer Veranstaltung der Plattform am Donnerstagabend in Wien diskutierten Heine und der muslimische Theologe Senad Kusur unter dem Titel „Koran trifft Bibel“ über die Gefahr politischer Vereinnahmung der Religion.

Einzelne Stellen aus dem Koran zu nehmen, ohne den Gesamtzusammenhang zu sehen und diese auf eigene politische Positionen anzuwenden, sei eine schwere Verfehlung gegenüber dem Glaubensanspruch des Islams, stellte Heine fest.

„Reine Wort Gottes“

Für die Muslime sei der Koran die „übernatürliche, unnachahmliche Art Gottes zu sprechen“, die an Mohammed überliefert und niedergeschrieben wurde, erläuterte Kusur. Der Koran sei das „reine Wort Gottes“. Es gebe aber vielfältige Möglichkeiten, den Koran zu interpretieren. Moderne muslimische Exegeten wollten Menschen dafür sensibilisieren, dass jede Art der Interpretation relevant sei und man mit allen respektvoll umgehen müsse.

Gefährlich sei allerdings eine politische Interpretation, die versucht, „politische Konzepte herauszulesen und in schon vorhandene politische Kontexte einzusetzen“, so Kusur. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Islamische Studien der Universität Wien und Imam in Tulln.

Bibel durch Menschen „vermittelt“

Die Bibel sei zunächst Zeugnis der Geschichte und werde nicht als unmittelbare Offenbarung Gottes verstanden, verdeutlichte Prof. Heine den Unterschied zwischen Koran und Bibel. „Das Christentum unterscheidet zwischen Offenbarungsereignis und Offenbarungszeugnis.“

Wenn man die Bibel als reines Wort Gottes - wie der Koran - verstehen würde, dann würde sie widersprüchlich wirken. Das Gotteswort lasse sich nicht rein erfassen, da es immer durch menschliche Worte vermittelt werden würde. „Menschen können nichts so absolut wahr verstehen, wie das Wort Gottes ist. Jedes Verstehen ist Interpretation und nicht absolut wahr“, erklärte Heine.

religion.ORF.at/KAP

Gastkommentar: "Das ist nicht der Islam!" weiterdenken

Als Muslime sind wir gefordert, in diesen Tagen von uns aus auf andere zuzugehen.

Inzwischen sind muslimische Verurteilungen von Terroranschlägen eine traurige und makabre Routine geworden: "Das ist nicht der Islam!" Auch Experten geben zu bedenken, dass die Terrorsekten zwar Versatzstücke der Religion missbrauchen, aber letztlich nicht aus der Religion heraus erklärbar sind. Radikalisierung müsse unter anderem mehr aus soziologischer, politischer und psychologischer Perspektive beleuchtet werden.

Die "Schuld" an den Gewaltexzessen einer ganzen Religion und zugleich der weit überwiegenden Mehrheit der friedlich lebenden Muslime anzulasten ist mehrfach problematisch. Religionen an sich gerieten damit unter Verdacht, wobei sie das Potenzial tragen, Frieden und Versöhnung zu fördern. Zudem wäre ein Anstieg von Islamfeindlichkeit Dünger für die Propaganda der Extremisten, die bei der Rekrutierung nur zu gerne auf eine Opferrolle setzen.

Trotzdem sollen sich Muslime nicht davor drücken, auch über die Religion Widerstand gegen die Terroristen aufzubauen. Und dies nicht nur im Sinne der Prävention und aus dem Kalkül, dass in der Mehrheitsbevölkerung das Unbehagen und die Angst steigen und umfassendere Aufklärung als der Stehsatz "Das ist nicht der Islam!" vonnöten ist.

Für die weitere Entwicklung eines islamischen Lebensgefühls, bei dem es selbstverständlich zusammengeht, sich gleichzeitig muslimisch und europäisch zu begreifen, kann ein solcher innermuslimischer Diskurs nur fruchtbar sein. Der Welt des Hasses müssen positive Botschaften entgegengesetzt werden, die nicht nur verbal formulieren, für welche Werte Muslime stehen, sondern diese auch vorleben. Lebensfreude und aktive Teilhabe in der europäischen Gesellschaft im Rahmen ihrer pluralistischen, demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung gehören dazu. Wenn wir argumentieren, dass das menschliche Leben unbedingten Schutz verlangt, so greifen wir auf die Lehre der maqasid asch-scharia zurück, der übergeordneten Ziele des Islams. Fünf Prinzipien gelten als absolut notwendig: das Leben, die Vernunft, das Eigentum, die Familie und die Religionsfreiheit. Für eine zeitgemäße Auslegung ist diese Perspektive höchst bedeutsam. Sie wirkt gegen Tendenzen eines wortwörtlichen Verständnisses der islamischen Quellen. Darüber hinaus führt das detailliert ausgearbeitete und entwicklungsfähige Gedankengebäude der maqasid in die Menschenrechtsdebatte, die von muslimischer Seite noch viel aktiver angegangen werden soll.

Über das methodische Vorgehen hinaus gilt es auch inhaltlich den Missbrauch islamischer Terminologie zu dekonstruieren. Die extremistische Einteilung der Welt in Muslime und kuffar im Verständnis von "Ungläubige" ist fatal. Und dies nicht nur, weil auch alle Muslime, die sich nicht zu ihnen bekennen, zu kuffar und damit in ihren Augen zu Rechtlosen degradiert werden. Der Koran betont Vielfalt als gottgewollt, besonders wenn es um die Religion geht (Koran 10:99; 14:13). Menschenwürde ist allen gleichermaßen zu eigen (Koran 17:70). Eine Kultur gegenseitigen Respekts kann noch vertieft werden, wenn Muslime erkennen, wie sorgsam sie selbst mit derartigen Begriffen umgehen müssen. Das fängt im Kopf an. Anerkennung entsteht in einem gemeinsamen Prozess. Als Muslime sind wir gefordert, in diesen Tagen von uns aus auf andere zuzugehen. Wenn wir alle ernst nehmen, gegen die Terroristen in unserer Vielfalt zusammenzustehen, kann das unsere Gesellschaft stärker machen. Denn betroffen sind wir alle!

Carla Amina Baghajati ist Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ).

Was macht der Terror mit uns?

Diese Frage stellten wir elf Experten nach dem Terrorakt gegen Journalisten des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ im Jänner des heurigen Jahres. Und seit gestern hat sie mehr Gültigkeit denn je.

von Katrin Kuba am 14.11.2015, 16:59

Gestern kurz nach 21 Uhr wurde Paris erneut von einer Anschlagsserie erschüttert. An sechs unterschiedlichen Orten – etwa der Konzerthalle Bataclan, in der auch Geiseln genommen wurden – sprengten sich Attentäter in die Luft. Und rissen bislang 127 Menschen in den Tod. Die ganze Welt trauert. Und gleichzeitig heißt es jetzt, stark zu sein, zusammen zu halten und geeint gegen den Terror aufzutreten.

Wie das aussehen kann? Lies hier noch mal die Antworten jener elf Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit Religion, Politik und Migration zu tun haben …

»Wer weiß, warum der andere anders ist, hält das Anderssein auch besser aus.«

URSULA PLASSNIK, BOTSCHAFTERIN IN PARIS

"KEINE GESELLSCHAFT der Welt ist vor Mördern und Attentätern gefeit ist. Das ist unbequem, aber leider eine Tatsache. Nicht passieren darf jedenfalls, dass wir das perfide Spiel der Mörder mitspielen und uns vor Angst verkriechen oder unser Lebensmodell ändern. Oder aber Muslimen generell mit inneren Vorbehalten begegnen. Da können wir von den Franzosen lernen, wie man sein Entsetzen, aber auch seine Bereitschaft, nicht in die Knie zu gehen, eindrücklich sichtbar macht. Auch in Österreich ist kein Platz für dumpfen Fremdenhass. Ängste ja, Besorgnis ja, Unwissen ja, aber nicht Hass. Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, ein guter Nachbar zu sein. Gerade, wenn der Nachbar anders aussieht, anders denkt, anders klingt. Ich glaube an die gute alte Aufklärung: Wer weiß, warum der andere anders ist, hält das Anderssein auch besser aus."

KARIN KNEISSL, NAHOST-EXPERTIN

"ANGST HABE ICH KEINE. Denn: Terrorismus gibt es nicht erst seit gestern. Man darf sich nicht der Panik hingeben. Ich habe einige Zeit im Libanon gelebt und gesehen, wie die Menschen trotz massiver Gewalt weiter arbeiten gehen und ihre Kinder zur Schule bringen. Was bleibt ihnen übrig? Natürlich schüren Attentate wie diese das Misstrauen der Bevölkerung, und strenge Kontrollen vermitteln ein kleines Gefühl der Sicherheit. Wo als Nächstes etwas passiert, kann niemand sagen. Alles hängt mit allem zusammen. Und die vielen Kriege, die in den Nahen Osten hineingetragen wurden, sind nur schwer zu lösen. Was aber jeder tun kann: seinem Umfeld mit Respekt begegnen. In Frankreich wurde die Idee des Citoyen, des Staatsbürgers unabhängig von Religion und Ethnie, geschaffen. Wir dürfen nicht riskieren, wieder in alte religiöse Kategorien zurückzufallen, sondern sollten unser staatsbürgerliches Bewusstsein leben."

BERIVAN ASLAN, GRÜNEN-POLITIKERIN

"PARIS IST WIEN. Wir haben den Nahost-Krieg noch nie so nah erlebt. Ich bin vergangenes Jahr mehrmals aufgrund meiner politischen Tätigkeit mit dem Tod bedroht worden. Aber ich bin Politikerin aus Überzeugung. Ein Chirurg muss seine Emotionen auch hintanstellen, damit er sich auf seinen Job fokussieren kann. Das mache ich auch. Ich möchte keine Sklavin meiner Angst sein. Doch diese Gruppen verbreiten eine Atmosphäre von Furcht. Meine politische Überzeugung, gegen diese Gräueltaten zu kämpfen, hat sich dadurch verstärkt. Jedoch bin ich vorsichtiger geworden und versuche, nicht viel alleine unterwegs zu sein und meine Aufenthaltsorte nicht auf Social-Media-Plattformen zu teilen. Die Attentate wirken sich leider auch negativ auf die Integrationsdebatte aus. Die rechte Gesinnung freut sich, wenn Butter auf ihr Brot geschmiert wird. Sie wird diese Anschläge hervorragend missbrauchen. Solange wir nicht kapieren, dass wir eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung haben und jeder Beitrag gegen den Terror uns mehr Lebensqualität verschafft, wird der Frieden nicht kommen. Wichtig ist auch, dass Frauen mehr in diese Friedensprozesse involviert werden, denn sie sind die Architekten der Demokratie!"

SEBASTIAN KURZ, AUSSENMINISTER

"In der Gesellschaft bemerke ich, dass das Bewusstsein, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist, wieder wächst. Trotz allem: Man darf sich nicht verrückt machen lassen. Genauso wie bei der Angst vor Verkehrsunfällen. Es gibt nie hundertprozentige Sicherheit; das war aber immer so und wird immer so sein. Ich fordere, dass wir uns vom Terror keinesfalls einschüchtern lassen und unsere Werte verteidigen. Wie es mit einem Lösungsweg für den Frieden aussieht? Dafür braucht es viele kleine Schritte. Ein Zurückdrängen der barbarischen IS-Terroristen in Syrien, humanitäre Hilfe vor Ort und starke Präventionsmaßnahmen hier in Österreich."

JOHANNA MIKL-LEITNER, INNENMINISTERIN

"DAS IST EIN ABSCHEULICHER Anschlag auf das Wertegefüge unserer europäischen Demokratien - auf Freiheit und Toleranz. Der Terrorakt hat uns jedoch ein Mal mehr vor Augen geführt, dass derzeit nirgendwo auf der Welt Anschläge ausgeschlossen werden können. In Österreich haben wir die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Ich warne aber vor einer Massenpanik. Auch, wenn natürlich Veränderungen in unserer Gesellschaft sichtbar werden. Weil Männer und Frauen aus Österreich den Weg in den Dschihad gesucht haben. Und viele von ihnen zurückgekehrt sind. Damit bilden sie ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für unser Land. Nichts davon aber darf die kritische Berichterstattung eingrenzen, sie ist ein wichtiger Eckpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Ebenso Eckpfeiler einer funktionierenden Gesellschaft: Toleranz und Nächstenliebe. Zudem gilt es, jede Art von Extremismus, egal von welcher Seite, zu verurteilen."

AMINA BAGHAJATI, MEDIENREFERENTIN DER ISLAMISCHEN GLAUBENSGEMEINSCHAFT

"SCHON DAS VERGANGENE Jahr hat mit seinen ständigen Nachrichten über den Terrorwahnsinn Misstrauen und Ängste geschürt. Muslime sagen, es ist schlimmer als nach 9/11. Ich habe Angst, dass Paranoia um sich greift, nicht mehr rational mit Problemen umgegangen wird. Weil genau das die Terroristen erreichen wollen, versuche ich dann gleich zu denken: Nicht mit mir! Der Dialogbedarf ist sehr groß, und das ist gut so. Als Muslime sind wir herausgefordert, Stellung zu nehmen und aufzuklären. Und wir dürfen vor einem Anstieg der Islamfeindlichkeit nicht die Augen verschließen. Vor allem Frauen, die mit ihrem Kopftuch als Musliminnen sichtbar sind, werden oft verbal und auch physisch angegriffen. Ich will mich nicht einschüchtern lassen. Auch nicht, wenn es darum geht, offen darüber zu reden, warum die Extremisten den Islam frontal angreifen, also den Missbrauch von Religion aufzuzeigen. Die Propaganda der Terroristen setzt ja darauf, dass sie Panik auslösen und alle vor ihnen erstarren, über nichts anderes mehr reden. Das zieht Franchisenehmer des Terrors an: Bei den Extremisten wollen sie Allmachtsfantasien ausleben, die jeder religiösen Lehre scharf widersprechen. Sie stellen sich damit über Gott."

KLAUS SCHWERTNER, GESCHÄFTSFÜHRER DER CARITAS WIEN

"Gerade jetzt ist es wichtig, die Sorgen und Ängste der Menschen ernst zu nehmen, konkrete Perspektiven zu schaffen und zu betonen: Die Werte, die bei angegriffen wurden, lassen sich am besten verteidigen, wenn wir diese Werte leben. Einheit und sozialer Zusammenhalt. Darum muss es gehen. Jetzt vermutlich noch mehr als schon zuvor. Überall dort, wo Menschen ins Gespräch kommen, gibt es Begegnung, funktioniert Integration. Ein Anschlag ist der Versuch, das friedliche Zusammenleben zwischen den verschiedenen Gruppen und Religionen zu zerstören. Dem muss ein klares NEIN entgegengesetzt werden. Und wir müssen uns jeden Tag aufs Neue die Frage stellen, was wir dazu beitragen können, für eine gerechtere Welt zu sorgen. Verantwortung lässt sich nicht abschieben. "

CELINE GARAUDY, GENERALDIREKTORIN DER FRANZÖSISCHEN HANDELSKAMMER

"WIE GUT GEHT'S MIR IN ÖSTERREICH! So mein erster Gedanke, als ich von dem Attentat gehört habe. Ich lebe seit 17 Jahren hier und habe mich noch nie unsicher gefühlt. Das hat bestimmt auch mit der langen politischen Geschichte Österreichs zu tun. Frankreich hingegen hat ein riesiges Problem mit Integration. Und jetzt herrscht im ganzen Land große Angst. Weil alle wissen, dass es jeden treffen kann. Ein Verrückter kauft sich irgendwo eine Kalaschnikow und entscheidet sich, Menschenleben einfach so auszulöschen. Auch die Regierung ist mit einer Lösung dieser Problematik überfordert. Was mich allerdings sehr positiv stimmt: Alle französischen Parteien und die Bevölkerung halten zusammen und lassen sich nicht unterkriegen. Und machen damit genau das Gegenteil von dem, was die Dschihadisten beabsichtigen: dass in Frankreich ein Zivilkrieg ausbricht. Stattdessen konzentriert sich Frankreich auf ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Vielleicht musste auch so etwas Schreckliches passieren, damit wir endlich begreifen, wie wertvoll das Leben in einer Demokratie ist."

ESER AKBABA, -MODERATORIN

"BIS JETZT LAG ALLES NOCH in der Ferne, aber wenn das in unmittelbarer Nähe passiert, bekommt man es mit der Angst zu tun. Fragen über Fragen gehen durch den Kopf: Ist Österreich als Nächstes dran?, Wen wird es als Nächstes treffen? Wie können wir uns dagegen schützen? Man beginnt über die eigene Sicherheit nachzudenken. Bis jetzt sind wir geschützt in einer Glaskuppel, aber wie lange noch? Ich war in Istanbul, als ein Mann vor dem Dolmabahce-Palast zwei Handgranaten auf Polizisten geschossen hat, da wurde mir mulmig. Und ich habe nachgedacht über diese Menschen, die verantwortlich sind für diese Anschläge. Was muss in einem vorgehen, um so etwas zu tun? Aber dann denke ich wieder: Was bringt es mir, mich fertig zu machen? Nichts, ich kann so und so nichts daran ändern, wenn es passiert. Ganz wichtig: Dass wir Journalisten unseren Kodex unbedingt einhalten, der da jegliche Diskriminierung von religiösen und ethnischen Werten und Minderheiten voraussetzt, genauso wie die Ablehnung von Hetze gegen Rassen und das Schüren von Fremdenfeindlichket. Für mich ist Kommunikation der Weg zum Frieden. Indem man über Themen, von denen man weniger Ahnung hat, redet, zuhört, recherchiert."

ROBERT PFALLER, PHILOSOPH

"ICH MACHE MIR SORGEN, dass sich die westlichen Gesellschaften nach einem primitiven Freund-Feind-Schema polarisieren. Und dass es in der Folge zu einer verstärkten Feindseligkeit auch gegen völlig friedliche und unbeteiligte Muslime kommt. Schließlich, dass man angesichts des mörderischen Spektakels von ein paar Verrückten die realen und kontinuierlichen Bedrohungen, zum Beispiel durch die US-amerikanische Überwachung und das Freihandelsabkommen TTIP aus den Augen verliert. Was ich ebenfalls feststelle: Dass gerade in dem Moment, als man begonnen hat, die Geheimdienste als Gefahr für Bürgerrechte und Demokratie zu erkennen, ihre Befugnisse nun weiter ausgeweitet werden könnten. Ich selbst werde der Bedrohung elementarer Grundrechte, auch solcher durch vermeintlich gutgemeinte Politik, in Zukunft noch engagierter entgegentreten. Denn man darf nicht übersehen, dass der Westen im Moment stark davon profitiert, dass die radikalsten islamistischen Gruppen in Syrien und im Irak gegeneinander kämpfen. Etwa durch den gefallenen Ölpreis. Ein kleinerer Friede hier könnte jedoch der Beginn für einen größeren Krieg anderswo sein."

KARIN BISCHOF, ZIVILCOURAGE-TRAINERIN

"IN ALL DER EMOTIONALITÄT und Betroffenheit ist es wichtig, bewusst Nerven zu bewahren. Denn: Terrorismus will ja Angst verbreiten. Ich bin besorgt, dass sich über solche unfassbaren Grausamkeiten Menschen aufwiegeln lassen und Werte wie Meinungs-und Pressefreiheit einerseits sowie der Zusammenhalt in einem kosmopolitischen Europa andererseits dadurch gefährdet werden. Am stärksten beunruhigen mich jene Strömungen, die als Reaktion auf solch fürchterliche Taten nicht Besonnenheit wählen, sondern kalkuliert die Ängste der Menschen weiter schüren, einen Keil in unsere Gesellschaft treiben. Angst aber schwächt und spielt den Terroristen in die Hände. Dabei braucht es gerade jetzt mutige, handlungsfähige und kreative Menschen, um die Anforderungen an eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu bewältigen. Im Moment scheint mir am wichtigsten, die Frage zu stellen, wer denn einen Profit aus einer solchen Tat schlagen kann und will. Es ist eine klare Taktik von Al Kaida, IS und Co, sich durch eine weitere Desintegration von Menschen muslimischen Glaubens eine breitere Machtbasis zu schaffen, vermehrt Zulauf zu erfahren. Diesen Plänen müssen wir als ganz Europa zuwider handeln."

Thema: Report

Reaktion der IGGiÖ zu den Anschlägen in Paris

Schockiert und entsetzt verurteilt die Islamische Glaubensgemeinschaft die Anschlagsserie in Paris, der bereits weit über hundert Menschen zum Opfer gefallen sind.

Die volle Solidarität und das Mitgefühl gelten allen Betroffenen und deren Angehörigen.

Wir alle sind gefordert, dem menschenverachtenden Terrorismus durch ein festes gesamtgesellschaftliches Zusammenstehen und Zusammenwirken zu begegnen.

Wien, am 14.11.2015

Rückfragehinweis:

Carla Amina Baghajati

Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich 

Vortrag in Oberpullendorf "Muslimin sein"

Vortrag in Oberpullendorf "Muslimin sein"

Islam against FGM - Tarafa Baghajati - ARABIC

القضاء على ختان الأنثى واجب إسلامي شرعي وضرورة إنسانية سامية

بسم الله والصلاة والسلام على رسول الله.

 في هذه العجالة، سأتناول موضوع ختان الأنثى. هذا الموضوع الذي كتب عنه خلال السنوات الماضية، الكثير من علماء الأمة الإسلامية المباركة الأفذاذ ومن الأطباء الثقات.

لكن وبعد لقائي مع أئمة (غينيا بيساو) الذين شرحوا لي مدى صعوبة قراءة كل ما كتب لعدم إجادتهم للغة العربية، ولصعوبة الحصول على هذه الوثائق مطبوعة إلى جانب صعوبة الحصول عليها عبر الإنترنيت لعدم توفر خدمة هذه الشبكة في كثير من الأماكن التي مازالت هذه العادة منتشرة فيها.

وقد طلب مني، الأئمة الكرام، أن أجمع في بحث واحد مختصر جداً أهم ما كتب عن هذا الموضوع بطريقة مبسطة تسهل قراءتها، بل وحفظها، وتكون ترجمتها سهلة بالنسبة للغات المحلية. لهذا السبب فإني اليوم أقوم بهذه المهمة سائلاً المولى أن يجعل البركة في هذا البحث وما جُمع فيه،  وأن يكون فيه ما يساعد على القضاء على هذه العادة خلال السنوات الخمس القادمة، على أمل الاحتفال عام ٢٠٢٠ بالقضاء النهائي على هذا الانتهاك الفاضح لجسد المرأة، دون رجعة.

 

1) 

ختان الأنثى غير موجود في القرآن الكريم:

مازال هناك، للأسف، إلى اليوم من يستغل جهل الناس وعدم إلمامهم باللغة العربية ليوحي لهم بأن ختان الأنثى أمر متأصل شرعياً بصريح القرآن الكريم. مع العلم أن القرآن لم يعرج على ختان الأنثى لا تصريحاً ولا تلميحاً.. لكن بعضهم يحاول جاهداً تفسير ملة أبينا إبراهيم بختان الذكور وربطها بختان الإناث وجعلها مبرراً له. إن هذا تفسير خاطئ. فتعاليم أبينا إبراهيم تفوق وبأشواط مسألة ختانه وأولاده الذكور من بعده. أما أن نحصرها بالختان وبعد ذلك نقيس ختان الإناث على ختان الذكور فهذا كذب صريح على القرآن الكريم دون أدنى  شك.

 وإذا عدنا إلى الديانات التي سبقت الإسلام، على سبيل الاستئناس فقط، وليس كدليل شرعي، فسنرى أن مسألة ختان الذكور عند اليهود ليست شعيرة من شعائر الدين اليهودي فقط بل هي مسألة عقدية، حيث يعتبر الختان عندهم ضرورة دينية. فكل يهودي يجب أن يختن ولا يمكن ليهودي ألا يكون مختوناً.

 أما في الدين الإسلامي فالختان ليس شرطاً لصحة الإسلام. ومع ذلك لا تجد عند اليهود أو عند المسيحية أي إشارة إلى ندب أو استحباب ختان الأنثى.

 بكل الأحوال تبقى ملة ابراهيم، وإن أخذت بمعنى الختان، فهي للذكور، قولاً واحداً، التزاماً بتعاليم أبينا ابراهيم الذي سمانا المسلمين. ولو كان غير ذلك لكان من الأحرى أن نجد إشارة عند اليهود في التوراة أو في كتبهم الأخرى، تدل أو تؤكد على وجوب ختان الأنثى. إذا نستطيع أن نقول إن أبانا ابراهيم بريء من هذا الموضوع، وتاريخ الأديان دليل على ذلك.

 

2) 

الحديث الشريف والسنة الشريفة:

أ‌- 

لا يوجد في الأحاديث الصحيحة سنداً ومتناً أية إشارة إلى ختان الأنثى. أما إطلاق كلمة الختان في بعض الأحاديث الصحيحة مثل حديث "خمسة من الفطرة" ومنها الختان فهذا ينطبق على الذكور قولاً واحداً. وهذا ما تؤكده معاجم اللغة العربية من العين للنضر بن شميل وأستاذه الخليل إلى الجمهرة لابن دريد إلى المحكم والمحيط الأعظم لابن سيده، كل هذه المعاجم ذكرت قولاً واحداً لا غير وهو أن الختان موضع القطع من الذكر وليس من الأنثى، ومن زعم غير ذلك فقد أساء فهم اللغة العربية من الأساس. أما جواب العلماء على من يحتج بحديث (إذا التقى الختانان) وجب الغسل فهذا لا يمكن أن يكون شبهة ناهيك عن أن يكون حجة أو برهاناً. حيث أن هذا جار على صيغة التغليب المعروف عند العرب، كقولهم القمران بدلاً عن الشمس والقمر، والظهران كناية عن الظهر والعصر، والعشاءان بدل المغرب والعشاء الخ. هذا أولاً أما ثانياً فلا علاقة لهذا الحديث بالختان أصلاً. إنما علاقته فقط بالغسل وبالطهارة والدليل الشرعي على ذلك أنه إذا التقى العضو الذكري غير المختون بعضو امرأة مختونة فوجب الغسل إجماعاً وإن التقى عضوان غير مختونين فأيضاً وجب الغسل اتفاقاً فرسول الله صلى الله عليه وسلم يقول هنا إنه إذا التقى العضوان الذكري والأنثوي وجب الغسل. وبالتالي لا علاقة للختان بالموضوع أصلاً. 

ب‌- 

ليس هناك أي أمر أو استحباب من الحبيب المصطفى لختان الأنثى لا في صحيح السنة ولا في ضعيف الأحاديث. حتى الأحاديث التي يتمسك بها بعضهم كتمسك الغريق بالقشة لا تتضمن أي أمر أو استحباب لختان الأنثى.

والأحاديث التي ورد فيها ختان الأنثى صراحة هي ثلاثة أحاديث فقط كلها ضعيفة لا يؤخذ منها بأي حال من الأحوال حكماً. وخاصة في موضوع فيه بتر جزء فعال وذي وظيفة مهمة من جسد إنساني، وقد خلت كتب الحديث كالبخاري ومسلم والترمذي والنسائي من أي ذكر لختان الأنثى تصريحاً أو تلميحاً. والأحاديث الثلاثة الضعيفة هي كالتالي:

- حديث أم عطية:

هذا الحديث رواه أبو داوود في آخر كتاب السنن، وأخرجه بإسناده عن محمد بن سعيد بن حسان: أن رسول الله قال لأم عطية أو لختانة أخرى: "أشمي ولا تنهكي فإنه أسرى للوجه وأحظى للبعل". فهل يصح هذا الحديث؟ لا! حيث أن أبو داوود نفسه قال: وهذا الحديث لا يصح لأن فيه محمد بن حسان وهو شخص مجهول وخالفه بعضهم مثل الإمام المقدسي ذاكراً عنه أنه زنديق. فبالله عليكم ألا يخاف اللهَ هؤلاء الذين يشوهون مئات الألوف من البنات من أجل حديث ضعيف وسبب ضعفه إما راوٍ مجهول أو زنديق.

صحيح أن للحديث طرقاً أخرى ولكن كلها ضعيفة، فضعفه ابن حجر وأبو بكر ابن المنذر والحافظ العراقي ومن المتأخرين الشوكاني، وكلهم قالوا بضعفه.

وحتى إذا مشينا مع من يتشبثون بهذا الحديث، وهذا ما لا نفعله ولو على سبيل الفرضية، فهو أيضاً لا يبرر بأي حال من الأحوال قطع مليميتر واحد من البظر ولا من الشفرتين كبيرين أو صغيرين فهذا البتر والقطع ليس من الإشمام في شيء وهو الإنهاك بعينه الذي نهى عنه الحبيب المصطفى. ونحن إن مشينا مع المؤيدين فسنقول لهم إنهم يفترون على الرسول بالدفاع عن تشويه ليس فيه أي إشمام. والشم بالعربية لا يتم أصلاً عن طريق اللمس، والبتر فيه الإنهاك وكل الإنهاك.

 

- حديث المكرمة:

الحديث الثاني من رواية أحمد في مسنده والبيهقي في السنن الكبرى وآفته أن فيه الحجاج بن أرطأة الذي كان كثير الخطأ والتدليس. وهذا يسقط الحديث مباشرة. ويرويه الحجاج عن أشخاص عدة وفيه اضطراب شديد مما جعل الحافظ بن عبد البر يقول فيه: ليس حجاج ممن يحتج به إذا انفرد. ولذلك رفض الحديث. ولهذا الحديث طرق أخرى كلها ضعيفة ولا تزيد الحديث إلا ضعفاً ولا يغتر أحد بتصحيح الشيخ ناصر الدين الألباني رحمه الله الذي كان في كثير من تصحيحاته يعتمد على كثرة الطرق مع إغفال هذا الملحظ فعندما يشهد لك أحد فيجب أن يكون أصدق أو أعدل منك فقد قال علماء الحديث إن الحديث لا يتقوى بمجرد كثرة الطّرق الضعيفة، بل العكس هو الصحيح: إن عدة الطرق الضعيفة لا تزيد الحديث إلا ضعفاً.

وإذا سألنا الفقهاء عن المكرمة فيجيبون بأنها أقل من الواجب والمندوب والمستحب بمعنى أنه ليس هناك درجة فقهية معتمدة تُذكر لهذه المكرمة، وبهذا فلا يمكن تطبيقها. والمعروف أن الاحكام الشرعية هي فقط خمسة: الواجب، المستحب، المباح، المكروه والحرام. والمكرمة من الكرامة فكيف يعتبر دين "ولقد كرمنا بني آدم" هل هذا البتر والقطع أو بالأحرى التشويه كرامة؟! فهذا أيضاً في عداد المستحيلات ولا يمكن أن يكون هذا الكلام من عند الله. والخلاصة هي أن هذا الحديث ضعيف لا يحتج به ولا يعتبر دليلا يستدل به في اتخاذ الأحكام.

 

- حديث أم حبيبة:

حديث أم حبيبة مشابه جداً لحديث أم عطية، وغير مخرج أصلاً، وغير موجود في أي كتاب حديث، وبذلك لا يحتج فيه بداهة، ولكن للأسف مازال هناك من يستعمله تقوية لحجته ناسياً قول الحبيب المصطفى إنه "من كذب علي عامداً متعمداً فليتبوأ مقعده من النار". هذا كلام نقوله للذكرى والإنذار لعظم الأمر. ونؤكد مرة أخرى وقوع الإثبات بأن كل هذه الأحاديث التي يركض بها بعضهم ضعيفة لا يؤخذ منها أحكام، وقابلة للتأويل لا يمكن أن يكون القصد منها البتر والتشويه والإنتهاك.

 

3) 

 ـ الأمة الإسلامية وختان الأنثى عبر العصور والأجيال في الماضي والحاضر:

مما لا شك فيه ولا يكابر في هذا إلا من يغمض عينيه قاصداً لكي لا يرى هذه الحقيقة الدامغة، هو أن الأمة الإسلامية بغالبيتها العظمى لا تعرف أصلاً ختان الأنثى، فكيف يمكن أن يكون هذا الفعل قد استحبه رسول الله أو أمر به أهل بيته وأصحابه؟؛ ثم نراه مختفياً عن المدينة ومكة وعن السعودية اليوم وبلاد الخليج عموماً، وعن أول البلاد فتحاً منذ فجر الإسلام سواء بلاد الشام سوريا وفلسطين ولبنان والأردن وشمال إفريقيا تونس والمغرب والجزائر؟. ولا ننس أيضاً بلاد فارس التي تم فتحها أيضاً في فجر الإسلام ولا تعرف ختان الأنثى إطلاقاً. كيف يريد المكابرون في هذا الموضوع إقناع تلامذتهم وأبناء بلادهم أن هذه السنة المزعومة قد قفزت قفزة جغرافية معجزة وتركت كل بلاد مهد الإسلام وفجره لترتع وتلعب في البلاد التي توجد فيها هذه العادة منذ ما قبل الإسلام بل ومنذ أيام الفراعنة. كيف يمكن لسنة محمدية أن تتماشى مع العادات الفرعونية والتقاليد الجاهلية؟

نقول للمعاندين بكل حب واحترام: إنه حاشى للحبيب المصطفى أن يكون قد ختن بناته وأن هذا لم يذكر لا تصريحاً ولا تلميحاً عن أحد من آلِ البيت أو الصحابة أو عن أحد من التابعين. وقد يجيب بعضهم بأن السنة في ختان الذكور الإشهار والسنة في ختان البنات الكتمان، فنقول يا سبحان الله منذ متى كانت هذه الشريعة السمحة شريعة كتمان. وهل كتم الصحابة وآلِ البيت هذا السر وأفشوه فقط للبلاد التي كانت فيها هذه العادة؟ ارحمونا واحترموا عقول البشر، فليس من الممكن أن تكون هناك سنة شرعية لم تُعرف عند المسلمين الأوائل ولم توجد في مناطق الإسلام الجغرافية الأولى.

أما عن الفتاوى عبر العصور فصحيح أننا نجد في بعض كتب العلماء من عطف ختان الإناث على ختان الرجال ولكن لا نجد من كل هؤلاء واحداً خرّٰج هذا الأمر تخريجاً أصولياً. ويبدو لنا أن الكثيرين لم يكونوا محيطين بخطر الموضوع على صحة المرأة وذلك لأن غالبيتهم كانوا أصلاً في مناطق لا تعرف هذه العادة. وإذا سأل سائل، لماذا استمرت هذه العادة عند بعض الشعوب التي اعتنقت الإسلام بالرغم أنها لم تكن معروفة في زمن الرسول صلى الله عليه وسلم؟ نجيب بأن الإسلام بشكل عام لم يكن يتدخل بتقاليد الشعوب فيتركهم يحافظون على كل عاداتهم وتقاليدهم ويتم فقط تهذيب ما فيه مخالفة شرعية وانتهاك إنساني وهذا يحسب للإسلام ولا يحسب عليه. وفي تلك الأزمان، لم يكن الضرر ظاهراً لهم. فلا نجد عالماً سأل عن امرأة تتعذب في بولها وجماعها وولادتها أو سأل عن عدم استمتاعها باللذة الجنسية أثناء الجماع، ولو وصلت هذه الأسئلة لعلمائنا الأقدمين لما توانوا عن منعه بل وتحريمه لضرره. ومع ذلك نرى أن بعض من توغل في هذه المواضيع من العلماء قد قال كلمته في هذا. ها هو أبو بكر ابن المنذر مجتهد الشافعية في عصره يقول منذ زمن قولاً جميلاً وحكيماً كان أنقذ مئات الآلاف من البنات لو أخذ به جميع المسلمين وهُوَ: "في ختان البنات لا خبر يرفع ولا سنة تتبع". وهذا جوابنا على من يقول إن ختان الإناث عند بعض الشافعية واجب. ويقول شمس الحق العظيم آبادي في عون المعبود: "وحديث ختان المرأة روي من أوجه كثيرة كلها ضعيفة معلولة مخدوشة لا يصح الاحتجاج بها". ونكرر أنه لو ظهر لمن قبلنا ما ظهر لنا لغيروا رأيهم، فقد كانوا يدورون مع الحق حيث دار.

أما عن العلماء المعاصرين فحدث ولا حرج. تصوروا أن علماء الأزهر الشريف ولأنهم في بلد توجد فيه هذه العادة أصلاً، انتبهوا قبل أكثر من نصف قرن إلى حساسية هذا الموضوع فها هو الشيخ محمد عرفة، عضو جماعة كبار العلماء، في مقال له في مجلة الأزهر رقم ٢٤ لسنة ١٩٥٢ يقول: "وإذا منع في مصر كما منع في بعض البلاد الإسلامية كتركيا وبلاد المغرب فلا بأس". أما اليوم فليس هناك عالم إسلامي واحد معتبر وذو سمعة في العالم الإسلامي يقول بأن ختان الأنثى من الإسلام ويأمر به.

 أما عن بعض العلماء المحليين وبعض أئمة المساجد فيوجد منهم من يكابر إلى يومنا هذا ويعاند، إما لقلة علم أو للتعصب الأعمى للآباء والأجداد وهم جميعاً بلا استثناء موجودون في البلاد التي تنتشر فيها هذه العادة أصلاً. وبالعكس تماماً، لا ترى عالماً واحداً ولا إمام مسجد ولا أستاذ دين في بلد لا توجد فيها هذه العادة يرضى أن يمس أحد فرج ابنته بمشرط أو مقص بل تراهم ينكرون ذلك إنكاراً تاماً. هنا لابد من تنفيذ الواجب الديني: قولوا للعلماء والأئمة الذين يتشبثون بآرائهم: كنتم ترون حتى اليوم أن من الواجب الديني أو من السنة ختن الفتيات. لكن نعمل اليوم استناداً إلى دراسة القرآن الكريم والسنة النبوية والإطلاع على بحوث العلماء أن ختان الأنثى ليس واجبا دينيا بل اعتداء على خلق الله. وبالتالي فنحن مطالبون جميعا باسم ديننا الحنيف، حماية فتياتنا من مخاطر هذه العادة. الممارسات التي تعرضت لها الأنثى في الماضي كانت تتم بحسن نية، لكن اليوم وبناء على علم العلماء و الأطباء : الختان الفتيات حرام.  فينبغي العمل بهذا العلم ونشره بين الذين لم يصلهم الخبر بعد و وضع الفتيات تحت حماية ورحمة الله عز وجل.  

 

4) 

ـ المقارنة المجحفة بين ختان الذكور وختان الإناث:

مازال بعضهم يحاول التلاعب على الدين، وعلى الرغم من كونه لم يجد في القرآن ولا في السنة ولا في الإجماع غايته لتبرير هذا الامتهان، يدعي أن القياس هنا يمكن أن ينقذه فيقول إن المرأة تقاس على الرجل في هذا السياق وذلك لأن النساء شقائق الرجال. مع أنهم تركوا كل شيء وجعلوا المرأة دائماً إنساناً درجة ثانية، واختفى حديث "شقائق الرجال" عندما كانوا يتكلمون عن حقوق المرأة. لكن عند مسألة الختان ترى بعضهم يريد أن يجعلها رجلاً.  إن القياس  يتم بين متشابهات، وهذا ما لا يرد هنا، ولا يمكن بأي  حال  من الأحوال  مقارنة  الجلدة التي تغطي القضيب الذكري بالبظر أو الشفرتين الأنثويتين. حسب الأدلة الإسلامية: ليس هناك للجلدة التي تغطي القضيب الذكري أي وظيفة وليس فيها من الأعصاب الحساسة ما يجعلها جزءاً لا يتجزأ من الجسد من الناحية الوظيفية، بل على العكس يمكن لهذه الجلدة أن تكون مكان تجمع لبقايا القطرات البولية مما قد يحولها إلى بؤرة لتجمع الجراثيم على رأس قضيب الذكر، لذلك كانت إزالتها أحوط وأفضل للذكر صغيراً وكبيراً  ومستقبلاً للزوجة، ويكون في إزالتها عبر الختان في الصغر توفيراً على الشباب عناء عملية طبية في الكبر. أما الأنثى فالبظر بحد ذاته من الناحية الجنسية مثل عضو الرجل تماماً وفي رأسه نهايات عصبية شديدة الحساسية، وأما الشفران الصغيران فهما أيضاً يتحسسان، ولذلك فإن قطع جزء من هذه الأعضاء يشبه تماماً، إذا أخذنا بالقياس، قطع جزء من قضيب الذكر نفسه. وإزالتها عند الأنثى يشبه قطع القضيب عند الذكر. فعن أي قياس يتحدثون؟. تصوروا لو أن هناك من يقطع مع عملية ختان الذكر جزءاً صغيراً من ذكره فماذا نقول له؟ هل نقول له إن الأمر مشروع لكن لا تبالغ! بالطبع لا!  يرى كبار علماء المسلمين ذوي المكانة العالية أن هذا العمل محرم شرعاً دون خلاف ولن نغض الطرف بأي حال من الأحوال عن هذا الفعل، وهذا ليس له علاقة أصلاً بختان الذكور. وهذا مثال بسيط للتوضيح، فرب مثال خير من ألف تحليل. وهذا مثال آخر: تصوروا أن هناك من يقتلع أظافر الأطفال ويقول إن تقليم الأظافر في السنة المحمدية مشروع وأنهم يخطئون في مجاوزة الحد الشرعي ... فماذا نقول له: انتبه ولا تبالغ بتطبيق السنة أم نقول إن هذا حرام بلا خلاف وبإجماع الأمة ونحرم هذا الفعل دون أي حرج وإن ما يفعله من إيذاء لا علاقة له بالسنة المحمدية بشيء. بالنتيجة نستطيع أن نقول إن ختان الأنثى اليوم أسوأ بمرات كثيرة من اقتلاع الأظافر.

 

5) 

ـ الإثبات الطبي القطعي بضرر ختان الأنثى وعدم وجود أي فائدة له:

بما أن الأطباء الثقات في العالم أجمع قالوا كلمتهم وأجمعوا على هذا الضرر فيكون ختان الأنثى واقع تحت "لا ضرر ولا ضرار". ونؤكد تذكيراً، أنه لا يذكر فائدة واحدة ترجى من هذه العادة بل تُلحق الضرر بجسد الفتاة والمرأة حسب تقارير الأطباء. وهنا وجب التنبيه إلى أن بعض أصدقائنا وإخواننا وأخواتنا وحتى بعض الأئمة يُصرون على التمسك بمصطلح "ختان السنة" ويوافقون عليه ويرون صراحة ألا علاقة له البتة بأنواع وأشكال الختان الرائجة والمتداولة. وهم يقصدون بذلك إزالة وقطع قلفة أو حشفة البظر أي الجلدة المغلفة للبظر تحت مراقبة طبية مشددة. هذا الاستدلال استناداً إلى أسباب عديدة يُجانب الصواب. أُذكر أن: سيدنا إبراهيم أمرنا باتباعه فقط بخصوص ختان الذكور وليس بممارسة هذه العادة على الإناث. إن مطلبنا وهدفنا مرتبط  بما هو منتشر حالياً ويمارس واقعياً وليس بما هو ممكن من الناحية النظرية، فما تعيشه بنانتا اليوم هو تشويه. علينا أن نتفق جميعاً وأن نعمل على مكافحته ومكافحة هذه العادة بكل أشكالها وتجلياتها المتوفرة على أمل إلغائها بشكل كامل.

بهذا نكون قد انتهينا من هذا البحث سائلين الله تعالى أن يجعل فيه البركة والفائدة، ويقرب من خلاله موعد الخلاص من هذه العادة، وأملي ودعائي أن يكون هذا في عام ٢٠٢٠، وأن يكون للإسلام والمسلمين وعلمائهم وأئمتهم الأثر الأكبر في هذا التطور الإنساني.

أخيراً نقول لمن يتحسس من استعمال اصطلاح ختان الأنثى، إنه لا مشاحة في الاصطلاح ولمن لا يحب ذلك نغير الاصطلاح ونسميه انتهاك الأعضاء التناسلية للأنثى وهذا أصلاً هو الاصطلاح العالمي  FGM Female Genital Mutilation وهذا فعلاً الأقرب للحقيقة ولكن أخذنا هنا ما اصطلح عليه الناس.

 طرفة بغجاتي

 

ملاحظة:

أرجو من كل من يترجم هذا النص للغات أخرى مشكوراً وضع النص العربي دائماً إلى جانب الترجمة وذلك لتجنب أي التباس ولإمكانية التحقيق والتصويب للجميع.

 

طرفة بغجاتي

تموز يوليو2015   ٢٠١٥ رمضان ١٤٣٦

 

المراجع والبحوث التي اعتمدت على بعضها في هذا النص والتي ننصح باقتنائها وقراءتها لمن أراد تعمقاً أكبرَ في الموضوع:

- مطبوعة الأزهر بعنوان: ختان الأنثى ليس من شعائر الإسلام، القاهرة، ط2، 2007م/ 1428هـ.

- محاضرة الشيخ عدنان إبراهيم بعنوان: ختان الإناث، سنة نبوية أم جريمة إنسانية، فيينا، 2005م.

- فتوى الأزهر، 22 ـ 23 يونيو، 2006م.

- فتوى الشيخ القرضاوي، 2 مارس، 2009م + رسالة بالفيديو، 10 أبريل 2012 في قطر.

- إعلان بيساو، 3 ـ 4  أكتوبر، 2012م.

- د. سليم العوا: ختان الأنثى من منظور إسلامي، نشر المجلس الأعلى للأمومة والطفل. 

Islamische Botschaf (8): Aus Guinea Bissau, Islam gegen FGM

Es war mir eine große Ehre und Freude eine Konferenz samt einigen Workshops mit wichtigen Imamen und Aktivistinnen zu leiten. Es ging um detaillierte theologische Argumentation gegen FGM und auch um tatsächliche Bekämpfung vor Ort und sehr wichtig war das Training, wie Imame solche sensiblen Fragen in den Predigten in den Moscheen bringen. Täglich durfte ich eine Predigt in einer Moschee nach dem Gemeinschaftsgebet halten und wir waren überall willkommen, auch vor dem Freitagsgebet habe ich einen Vortrag diesbezüglich gehalten.
Die Imame gehen zurzeit in den verschiedensten Teilen des Landes um diese Botschaft zu überbringen mit dem Ziel eine baldige totale FGM Abschaffung im Land zu erreichen. Das Projekt wird von Target unterstützt. Herzlichen Dank an meine Freunde Rüdiger und Annette Nehberg und ihr wunderbares Team sowohl in Deutschland als auch in Bissau. 
Tarafa Baghajati, Bissau 8-14 Juni 2015
http://youtu.be/o5A6Jsqh5mg

رسالة إسلامية من أفريقيا - غينيا بيساو

فعاليات في حزيران يونيو 2015 في غينيا بيساو حيث قام طرفة بغجاتي بإدارة مؤتمر للأئمة و بعض الناشطات مع ورشات عمل مكثفة في أربعة أيام و ذلك لمدارسة و وضع خطط لمكافحة ختان الأنثى الذي مازال منتشراً و يتم عن طريقه انتهاك و تشويه المناطق التناسلية لبناتنا في هذه المناطق مما يؤدي إلى مشاكل جسدية نفسية و اجتماعية و يؤثر سلباً على الحياة الزوجية و العلاقة الجنسية للمرأة و الرجل على السواء في عش الزوجية. تم هناك في أواخر ٢٠١٢ بحث الموضوع من الناحية الإسلامية و الطبية و أصدر الأئمة إعلان بيساو في هذا الصدد و الآن وجب الإستمرار في التطبيق العملي فما زال الكثير في هذه المناطق يعتبرون أن هذا من شعائر الإسلام و أنه مثل ختان الذكور خطأً و جهلاً.

نسأل الله تعالى أن تكون هذه الرسالة الإسلامية خطوة على هذا الطريق. و قد قام طرفة بغجاتي في كتابة بحث مفصل و لكم مختصر عن هذا الموضوع فيه أيضاً جمع لأقوال العلماء في هذا الصدد و سيتم نشره قريباً بعونه تعالى.

http://youtu.be/cxexFFRRcOQ

Verurteilung des verbrecherische Attentat in Ankara

Die Initiative muslimischer Österreicher-innen verurteilt aufs schärfste das verbrecherische Attentat in Ankara. Es fehlen die Worte um das Ausmaß dieses Massakers an fast 100 unschuldige Menschen zu beschreiben. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und allen Bürger-innen der Türkei. Die feigen Drahtzieher dieses Verbrechens wollten zwei Ziele erreichen. Das erste ist eine Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen zu schaffen und das zweite eine Destabilisierung der Türkei zu erreichen. Beides würde nicht nur der Türkei schaden, sondern hätte katastrophale Folgen für die gesamte Region und für den Weltfrieden.

Für die IMÖ Initiative muslimischer Österreicher-innen, Tarafa Baghajati, Obmann

إدانة و استنكار مبادرة مسلمي النمسا للجريمة البشعة في أنقرة طرفة بغجاتي

Omar Al-Rawi
Ramazan Demir
Fahad Al Rawi
Büsra Demir
Elif Öztürk
Hussein Al Rawi
Faisal Al Rawi

Wiener Wahlen 2015: Wahlaufruf der Initiative muslimsicher ÖsterreicherInnen

Liebe Freund-innen und Geschwister!

Alle politischen Beobachter sind sich einig, dass diesmal in Wien jede einzelne Stimme darüber mitentscheidet, welche politische Gesinnung die Vertretung in Wien in den nächsten Jahren innehaben wird. Wer garantiert sehen möchte, dass sich die Wiener Politik positiv und solidarisch weiterentwickelt und nicht durch Ängste schürende Populisten gehemmt wird, dem ist die Dringlichkeit die eigene Stimme abzugeben klar. Es gibt eine Möglichkeit, Rassismus, Islamfeindlichkeit, Hetze und das gegeneinander Ausspielen von Bevölkerungsgruppen zurückzuweisen: Wählen gehen!

Für die IMÖ, Tarafa Baghajati, Obmann

Speech Tarafa Baghajati 11th Doha Interfaith Conference 2014

logo_dieinitiative.jpg

11th Doha Interfaith Conference
March 25th – 27th, 2014

Doha-Qatar

“Role of Youth in Enhancing the Value of Dialogue”

Muslim Youth in Europe and the challenge of identity

Dear friends, Assalamu Alaikum,

My heartfelt thanks to the organizer for giving us and me the opportunity to talk about Opportunities and Challenges facing the youth today / Youth cultures of dialogue and cultural exchange

One of the main challenges facing the youth - especially the migrant youth of the second and third generation in the European Union - is the question of identity. And here I would like to concentrate on Muslim youth. Nevertheless it is important to see that Europe as a continent and the EU as a union are also facing a serious challenge in the very same point of identity: in the sense of a certain lack of feeling to belong and to be a part of society. This may be a reason why Muslim youth are viewed somehow as “under watch”. In a common crisis of identity they often serve as a kind of projection screen to put the blame on them.

I would like to emphasize, that this is not primarily my idea, several Muslims and thinkers in Europe have already discussed that before, but there is still the needs to be put it into praxis and it deserve to be promoted and deposited with best practice from the daily life.

Muslim youth in Europe is often confronted with the question: Do you feel as a Muslim or as an Austrian (European)? As if these categories were contradictory! Or:  Are the religious laws and rules of Islam more important for you than the laws of the country? And the most aggressive and tricky form of this question: How important is the Islamic Sharia for you?

These are complex questions. Put under trial it doesn’t come to mind how silly they are. Would anybody ask a Christian if the Bible or the Rule of State were dearer to him? Instead of refusing the question as an attempt to build up a kind of incoherency between a Muslim identity and loyalty towards the state, many Muslims would answer with knee-jerk reaction: “Of course my religion is the most important issue for me ... what else?” Next day we read in the newspapers: "Muslim Youth do not accept the laws of the country" or "Muslim youth is primarily for Sharia" or “Muslims exclude themselves from society”

I would like to promote the concept of “multiple identity”.  A feeling of belonging can cover out for various areas of life. There is absolutely no contradiction between being Muslim by religion, European by citizenship and Arab, Pakistani, Turkish etc. by origin – all simultaneously! In this pluralistic world multiple identities get more and more common – and they may foster a commitment to mutual respect and togetherness. All these factors play their role in building cultural identity. Americans speak about “hyphenated identity”, a term they have developed through scientific discourse and implemented for a long time.

Dear friends, it is not a secret, that the concept of integration in Europe has arrived its limits. There is no clear definition between the “majority society” and the “new comers”. The question is not: Who is going to integrate whom? The question is: How can we achieve social cohesion in our society facing upcoming challenges together. Answering this challenge is essential for the self-definition of Europe and also for the Muslims who claim to be an integral part of Europe.

What can we do for the youth in order to promote this idea? Being “United in Diversity”

1) Debates on “values”:

Many Muslims are more than confused when they daily hear: Freedom, human rights, equality, right of self-determination, especially for women and girls, non-discrimination, freedom of mobility, but also the right of visibility of religious symbols and manifestation of religion are European values. I would definitely prefer to call them Universal Values in order not to put a contradiction between them. From an Islamic perspective these values are enshrined in religious teachings – and not a lesson of the West to be taught to the world. We can create a common basic for a mutual understanding by this approach of accepting different approaches to values who nevertheless aim at the same goal.

2) Education

Muslim youth in Europe needs to be educated to step out of the negative social destiny of the less trained. Equal chances can only be gained with equal access to promotion prospects.

3) Participation

Youth should be engaged and committed to the common well being. The system must provide them with ways to participate in all sectors of life: politically, economically, socially and also as an integral part in interfaith cooperation.

4) Equal chances especially for Muslim girls

It is an on-going problem in Europe that Muslim girls with headscarf have fewer chances to get an adequate job.  Emancipation of young Muslim girls cannot be achieved through dress code and limitations, but through inclusion and equal opportunity. We have to support them being well educated and financially independent, irrespective of them covering their hair or not.

5) Interfaith cooperation

Let me please appreciate again that this conference was entitled to deal with youth issues. With interfaith dialogue we see that this is a program for people mostly 50+ - with some good, but rare exceptions. I would encourage all of us to have the bravery to put more trust in our youth and to give them opportunities of taking responsibility. At the same time we should stay behind them with all our experiences and efforts whenever these are needed.

This concept reflects a benefit, not only for the Muslim society in Europe, but also for all and also for the indigenous European population.

Best Salam,

Tarafa Baghajati, Doha 25-26. March .2014

خالص تحيات المودة ولكم الشكر والتقدير والاحترام

 

Dipl.- Ing. Tarafa Baghajati طرفة بغجاتي

Chair of AMI „Austrian Muslim Initiative /
IMÖ Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen http://www.islaminitiative.at
Adviser of the Board Member of “Platform for Intercultural Europe PIE http://www.intercultural-europe.org/
Member of ENAR's Advisory Council of Eminent Experts,
ENAR - European Network against Racism www.enar-eu.org
Board member of EMISCO European Muslim Initiative for Social Cohesion http://www.emisco.com
Cultural Officer of the Islamic Community in Vienna www.derislam.at
Vice Chair of WIIEB Islamic Institute for Adults Education-Vienna www.wiieb.at

baghajati [at] aon.at

Seiten

Share
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen RSS abonnieren