Al-Assad Bashar

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Syrisches Drama: Ausländische Einmischung stoppen

Wien (APA) - Die Einmischung ausländischer Akteure in Syrien müsse ein Ende nehmen, die Syrer müssten an einem Tisch gemeinsam über ihre Zukunft entscheiden. Darüber herrschte bei einer Diskussion von Nahost-Experten in Wien am Donnerstagabend weitgehend Einigkeit. Uneinig war das Podium, ob Machthaber Bashar al-Assad an der Schaffung eines „neuen Syrien“ mitwirken solle/dürfe.

In Syrien gehe es um eine Ost-West-Konfrontation, brachte es die in Damaskus lebende deutsche Journalistin Karin Leukefeld im vollbesetzten Presseclub Concordia auf den Punkt. „Die ausländische Einmischung muss aufhören“, forderte die Autorin des Buchs „Flächenbrand. Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat“. Sie verwies auf Thinktanks, die Pläne über eine Aufteilung Syriens wälzen. Die ausländischen Mächte, von den USA über Israel, bis zu Russland und den arabischen Staaten, hätten nicht das Wohl der Syrer im Auge.

Fritz Edlinger, Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen, zeichnete ein drastisches Bild: „Syrien ist alle nahöstlichen Probleme zum Quadrat.“ Das Land sei das Produkt einer „fremdbestimmten Gesetzgebung“, bezog sich Edlinger auf die Neuordnung des Nahen Ostens nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches und auf das Völkerbund-Mandat Frankreichs. „Es geht schon lange nicht mehr um Syrien, sondern die arabischen Bruderstaaten haben diesen Krieg programmiert.“ Viele nützten die Situation aus, Gruppen der Opposition genauso wie im Regime.

Tarafa Baghajati, aus Syrien gebürtiger Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, erläuterte in der von der Vereinigung für Medienkultur organisierten Diskussion, das Assad-Regime habe voll Brutalität auf die Forderungen des Arabischen Frühlings geantwortet und keinen Kompromiss angeboten. Jetzt gehe es nicht mehr um Assad: „Dieser gab das Kommando an den Iran, später an Russland ab.“ Das Resümee Baghajatis: „Heute muss Frieden ohne Assad geschaffen werden.“ Leukefeld sieht das anders: „Für eine Lösung braucht man anfangs auch Assad.“

Hart mit den USA ins Gericht ging Maamoun Chawki, Sprecher der Unabhängigen Syrer in Österreich. Auch warnte er vor dem Agieren Israels. Schon in Afghanistan habe Washington versucht, „Krieg zu inszenieren“, später in Syrien und in Libyen. Akteure wie Saudi-Arabien, Katar, USA ließen den Krieg eskalieren. Heute seien Terroristen am Werk, die von ausländischen Mächten unterstützt werden. Alle Welt befasse sich mit den Terroristen des „Islamischen Staates“, nicht aber jenen der „Al Nusra“. Beide, aber auch andere politische Kräfte, zielten auf eine Fortsetzung des Krieges. Viele Bewaffnete hätten im Zuge des Konflikts aus rein finanziellen Gründen die Seiten gewechselt, seien von der Freien Syrischen Armee (FSA) zu den Islamisten-Rebellen übergelaufen.

Chawki sieht nur eine Option: „Wir müssen uns an einen Tisch setzen und in die Zukunft blicken.“ Die Syrer müssten selbst über ihre Zukunft entscheiden. Die meisten wünschten sich einen säkularen Staat, ein Zurück zur historischen Koexistenz von Muslimen und Christen. Salma Reda, Sprecherin der syrischen Studierenden in Wien, stellte fest, in Syrien habe man ein anderes Verständnis von Demokratie. Die Studentin, die zuletzt 2011 heimreiste, kritisierte, viele Gruppen hätten Assad a priori von einer Verhandlungslösung ausgeschlossen.

Die Wirtschaftskomponente des Nahost-Kriegs hob Nahost-Expertin und Buchautorin Karin Kneissl hervor. Der Krieg habe direkt mit den Erdölressourcen zu tun. Auch asiatische Mächte wie China seien hier involviert. Nicht zuletzt wegen des Öls „agiert Russland im Tandem mit dem Iran und China.“ Kneissl erläuterte auch den Umstand, dass Assad seine Gegner als „Terroristen“ bezeichne. Eine solche Wortwahl sei autoritären Herrschern eigen, gelte genauso für Ägyptens gestürzten Staatschef Hosni Mubarak wie den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Als Moderator Udo Bachmair, Präsident der Vereinigung für Medienkultur, die Frage nach der Einschätzung der Zukunft Syriens stellte, erhitzten sich die Gemüter auf dem Podium. Alle Syrer wünschten sich „ein neues Syrien“, er sei optimistisch, meinte Baghajati. Dem widersprach Edlinger heftig; er befürchtet für 2016 „eine weitere Eskalation“ und die Ausweitung auf andere arabische Gebiete. Die Türkei spiele eine üble Rolle, sei auf dem Weg zu einem islamistischen Staat. Auch Saudi-Arabien komme eine Täterrolle zu. Edlinger: „Die Täter sitzen in Washington, in Ankara und in Mekka.“ Russland habe nicht interveniert, sondern gemäß seinem Beistandspakt gehandelt.

Kneissl äußerte in ihrem Schlusswort zu der Diskussion - Titel: „Das syrische Drama, Wege aus dem Dilemma“ - „eine gewisse Zuversicht“. Frieden sehe sie für Syrien zwar nicht, aber doch „eine klare Entschlossenheit“, dem Vormarsch der Islamisten Einhalt zu gebieten. Sie verwies auf die Beispiele Bosnien und Libanon: In beiden Fällen endeten die Kämpfe mit einem Schweigen der Waffen, allerdings kam es zu keinem Friedensschluss.

IS besiegen heißt gegen Assad vorgehen

KOMMENTAR DER ANDEREN | TARAFA BAGHAJATI

3. Oktober 2014, 17:22

Nur ein Systemwechsel bricht die heimliche Allianz zwischen Diktator und Islamisten

Wer IS besiegen will muss sich auch mit Assad beschäftigen

Noch immer wird von der Verbrecherbande IS so berichtet, als ob diese Leute einfach von Himmel gefallen wären. Wer IS bekämpfen will, muss ein wenig zurück in die Geschichte gehen, speziell des Iraks und Syriens. Im Irak ist ISIS ein Spätprodukt des Irakkriegs 2003. Dieser Krieg und die nachfolgende US-Verwaltung etablierte eine konfessionell geführte Regierung und es wurde ein de facto gespaltener Irak zurück gelassen. Schiiten und Kurden wurden gut bedient; arabische Sunniten wurden bestraft, einerseits weil Saddam Hussein aus ihren Reihen stammt, andererseits waren sie selbst schuld an ihrer Misere, da sie sich schrecklich ungeschickt verhielten und alle ihre Möglichkeiten nach dem Motto „alles oder nichts“ selbst vereitelten. Die konfessionelle Spannung, die einen noch nie da gewesenen Hass zwischen Schiiten und Sunniten mit sich brachte, war der Nährboden für extremistische Gedanken auf allen Seiten. In Syrien dagegen waren hunderte extremistische Al Qaida Kämpfer in den Gefängnissen des Assads Regimes inhaftiert; diese hatten früher im Irak – mit Assads Unterstützung - gegen die US-Besatzung gekämpft und wurden daher geduldet. Diese hat Bashar Al Assad im Oktober 2011 freigelassen. Viele von ihnen schlossen sich der Al Nusra Front und ISIS an und es gilt als sicher, dass viele vermummte IS-Führer aus ihren Reihen stammen. Mit diesem Schritt hat Bashar Al Assad seine Strategie, sich als das „kleinere Übel“ gegenüber der Welt zu präsentieren gefestigt. Er setzt alles daran zu zeigen: „Es gibt in Syrien keinen Aufstand, sondern nur Terrorismus“. Dazu nimmt er in Kauf, dass IS Teile Syriens erobern konnte. Er ließ diese Leute frei, während Tausende Anhänger der gemäßigten und friedlichen Opposition bis heute in seinen Gefängnissen unter schlimmsten Bedingungen festgehalten werden. Verschwörungstheorien zufolge ist IS ohnehin seine Erfindung, um seine Gegner zu schwächen. Diese vermeintliche Geheimkoalition zwischen Assad und IS kann zwar nicht bewiesen werden, dass aber Assad durch IS erleichtert wurde sich zu behaupten ist gewiss, da IS seit über einem Jahr der Hauptfeind aller anderen bewaffneten Gruppen ist; und dies im gesamten Norden und Osten des Landes. Es wurden bis vor wenigen Wochen nie militärische Auseinandersetzungen zwischen IS (früher ISIS bzw. Daish „Kürzel auf Arabisch“) und Truppen von Assad gemeldet. Dutzende oppositionelle Kämpfer in Syrien wurden von IS immer wieder hingerichtet oder ermordet.

Wichtig wäre es Präsident Obama folgendes auszurichten: Wer wirklich zur Beendigung des Schreckphänomens IS beitragen will, muss sich für die Freiheit der Syrer engagieren und dass passiert nur durch eine radikale Systemänderung und Schwächung der Macht des Diktators Bashar Al Assad bzw. seiner Geheimdienste. Wer Assad und seine bedingungslose russische und iranische Unterstützung duldet, bekommt IS Daish als Ergebnis.
Jedoch schaut es danach aus, dass angesichts der Schwäche der Obama Administration und der Machtlosigkeit Europas, das Regime und seine Spitze Al Assad persönlich keinerlei Veranlassung sehen auch nur das geringste ihrer absoluten Macht aufzugeben. Hier fühlt sich Assad in einer Sicherheitszone: international von Putin geschützt, regional durch den Iran bedingungslos gestärkt und von der libanesischen Hizbullah Milliz militärisch unterstützt. Je länger dieser Konflikt dauert, umso mehr werden extremistische Gruppierungen in Syrien und im Irak Fuß fassen und die IS wird sich etablieren. Die Nicht-Lösung wird zunehmend nicht nur eine Gefahr für Syrien, den Irak und die gesamte Region, sondern für die ganze Welt und Europa zuerst. Das US-Bombardement könnte hier sogar eine zusätzliche Eskalation und Polarisierung bewirken anstatt IS zu schwächen.

Tarafa Baghajati

Assad muss gehen!

Politische Interventionen aus Moskau und Teheran wären effizienter als militärische

Als George W. Bush 2003 Syrien in die "Achse des Bösen" reihte, galt als Konsens in ganz Syrien, dass das Land im Fall eines US-Militärschlags zu verteidigen sei – unabhängig von der Haltung gegenüber dem Assad-Regime. Die Syrer sind gegen militärische Eingriffe. Zudem haben die US-Interventionen der letzten 20 Jahre weder zu Demokratie noch zu Verbesserungen in betroffenen Ländern (Afghanistan, Irak) geführt.

Drei Gründe werden gegen eine Militärintervention vorgebracht: Tötung von Zivilisten, Zerstörung von Infrastruktur und Etablierung eines politischen Systems gegen den Willen der Bevölkerung. Genau diese Punkte aber bilden das skrupellose Programm des Regimes von Bashar al-Assad. Die roten Linien sind längst überschritten – spätestens seit dem Bombardement von Wohnvierteln wie in Homs, Aleppo, Damaskus, Idlib und Daraa. Die Bilder der Zerstörung verdeutlichen, dass es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt.

Kann es eine politische Lösung geben? Diese ist abhängig vom Einwirken Russlands, eventuell auch des Iran, als "Schutzmächte" des Regimes: Assad muss gehen! Ein Machtwort aus dieser Richtung würde die Tür zu einer politischen Lösung öffnen – fürs Erste ohne das Regime völlig niederzumachen, wie es, wenn auch unausgesprochen, das Ziel eines Militärschlages scheint. Weiteres Blutvergießen könnte verhindert werden. Der Weg wäre frei, diverse Akteure an einen Tisch zu bringen und ein freies, demokratisches Syrien zu er­richten.

Eine politische Lösung mit Assad dagegen ist nach seinen Verbrechen völlig ausgeschlossen. Dies sollen vor allem jene bedenken, die gegen eine militärische Intervention auftreten. Wer gegen Krieg ist, darf weder blind sein für die militärischen Interventionen der Hisbollah und die militärische Unterstützung durch den Iran und Russland noch dafür, wie untragbar Assad geworden ist. Die Absetzung des Diktators ist der Schlüssel für ein konstruktives, möglichst gewaltfreies weiteres Vorgehen. (DER STANDARD, 9.9.2013)

Tarafa Baghajati (52) ist in Damaskus geboren und Obmann der Initiative muslimischer Österreicher-innen

Gastkommentar im "Der Standard": Das syrische Experiment

Countdown für einen Systemwechsel - Von Tarafa Baghajati

Nun sind es inzwischen nicht nur Zeichen der Zeit, sondern schrille Weckrufe, die das Regime in Syrien zum Handeln zwingen. Scharfschützen
ermordeten Demonstranten - unbewaffnete Menschen, die Freiheit und Korruptionsbekämpfung forderten. Aber dieser offene Hinweis, dass eine Systemänderung nötig ist, war wohl ihr Todesurteil.

Buthaina Shaaban, vertraute Beraterin des Präsidenten und freundliches Sprachrohr in heiklen Missionen meldet nun, dass Syrien "vor wichtigen Entscheidungen" stehe, die "den Sehnsüchten des Volkes Rechnung tragen werden" . Ja sogar, dass die Bevölkerung an der Entscheidungsfindung teilhaben werde. Allerdings sind dies Beteuerungen, die seit der Machtübernahme Bashar Al Assads von seinem Vater Hafez immer wieder zu hören waren: große Worte, der keinerlei Taten folgten. Der Unmut des Volkes ist daher verständlich.

Will der Präsident sein Amt behalten, wären umgehend Reformen einzuleiten:

1) Aufhebung des seit 1963 geltenden Ausnahmezustands. Denn unter diesem Deckmantel wird ein grausamer Geheimdienstapparat betrieben, für den Assads Bruder Maher und sein Schwager Asef Shaukat stehen;

2) Meinungs- und Pressefreiheit, Abschaffung von Folter und Freilassung der politischen Gefangenen, allen voran Minderjährige und Frauen;

3) Änderung der Verfassung von 1973, wobei vor allem jener Punkt gestrichen werden muss, der die Führungspositionen innerhalb des Staates und der Gesellschaft der arabischen sozialistischen Baath-Partei vorbehält;

4) Erlaubnis der Gründung von konkurrierenden politischen Parteien;

5) Streichung der Privilegien für die Mitglieder der Präsidentenfamilie, von denen vor allem Assads Cousin mütterlicherseits Rami Makhlouf profitiert: Ohne Arrangement mit dem 41-jährigen syrischen Oligarchen läuft bei größerenv wirtschaftlichen Projekten in Syrien praktisch gar nichts.

Werden die Weichen für diese fünf Punkte noch in diesem Jahr glaubwürdig gestellt, ist Optimismus angebracht. Niemand wünscht sich eine
Destabilisierung. Das weiß auch die syrische Regierung, die übers Staatsfernsehen vom Großmufti bis zum christlichen Patriarchen alle Meinungsmacher ins Rennen schickt, um ein Bild von "einigen vom Ausland gesteuerten Störenfrieden" zu zeichnen, dem die nationale Einheit entschlossen gegenüberstehe.

Bashar Al Assad müsste daran gelegen sein, seine Chancen zu nutzen. Denn auf Grund seiner Biographie gilt er als eine zivile Führungspersönlichkeit (er war Augenarzt, ehe er vom tödlich verunglückten älteren Bruder Basel die Erbprinzenrolle übernahm). Vor allem kann Assad für sich verbuchen, dass seine Außenpolitik von der Mehrheit der Bevölkerung ebenso geschätzt wird wie die ökonomische Stabilität und die niedrige Kriminalitätsrate.

Zu den positiven Aspekten gehört auch das säkulare, traditionell minderheitenfreundliche System: Angesichts der Vielfalt von ethnischen und religiösen Minderheiten, darunter auch vielfältige Ausprägungen innerhalb des Islams und des Christentums, besteht ein berechtigtes Interesse, diese Balance nicht aufs Spiel zu setzen.

Schließlich kommt dem Präsidenten auch die Schwäche der syrischen Opposition entgegen. Diese ist im Ausland schwach und im Inland unglaubwürdig. Das gilt sowohl für die Muslimbruderschaft als auch für die zwei Hauptgegner des Regimes im Ausland, die beide einen sehr schlechten Ruf haben: der frühere Außenminister und Vizepräsident Abdulhalim Khaddam und der Onkel des Präsidenten Rifaat Al Assad. Beide sind alte, korrupte ehemalige führende Personen des Systems, die auch heute noch nur ihre eigenen Interessen, aber nie die des Landes verfolgen.

Eine gewaltfreie Lösung muss das bestehende System von der Wurzel her reformieren. Keine religiösen und schon gar keine starr panarabistische Agenden sind gefragt, sondern eine glaubwürdige Politik für alle. Daher genießen Modelle wie in der Türkei Sympathie in Syrien. Wichtig ist, dass die EU und die Türkei gemeinsam assistierend wirken, weise und ohne starke Einmischung.

Diese Vision ist realistisch, ja sogar im Interesse des Präsidenten dringend notwendig. Die Umsetzung hängt aber ganz alleine von der syrischen Führung ab. Die berechtigten Anliegen als feindliche ausländische Manöver abzutun, wird jedenfalls nicht mehr durchgehen. (DER STANDARD, Printausgabe, 30.3.2011)

Tarafa Baghajati (49), Austro-Syrer, geboren in Damaskus, ist Obmann der Initiative muslimischer Österreicherinnen, Gefängnisseelsorger und Imam in Wien.


Pressestimmen zum oben angeführten Artikel:

http://jmdinh.net/articles/international/13429

Der Standard – Autriche

Réaliser des visions communes

Les réformes en Syrie doivent avant tout être soutenues par l’UE et la Turquie. C’est ce que demande l’imam viennois Tarafa Baghajati dans une tribune au quotidien de centre-gauche Der Standard : « Une solution pacifique doit venir réformer le système existant jusqu’à ses racines. Il ne faut ni revendications religieuses ni même rigoureusement panarabiques, mais une politique crédible pour tous. C’est pourquoi des modèles comme celui de la Turquie bénéficient d’une certaine sympathie en Syrie. Il est important que l’UE et la Turquie apportent une assistance commune, de manière réfléchie et sans grande ingérence. Cette vision est réaliste et même urgemment nécessaire dans l’intérêt du président. Sa mise en œuvre dépend toutefois entièrement du leadership syrien. Ignorer des revendications justifiées en les taxant de manœuvres hostiles venues de l’étranger ne sera en tout cas plus accepté. » (29.03.2011)

http://www.eurotopics.net/de/archiv/results/archiv_article/DOSSIER85353-Syriens-Praesident-entlaesst-Regierung

Der Standard - Österreich

Reformen in Syrien müssen vor allem von der EU und der Türkei unterstützt werden, fordert der Wiener Imam Tarafa Baghajati in einem Gastbeitrag für die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Eine gewaltfreie Lösung muss das bestehende System von der Wurzel her reformieren. Keine religiösen und schon gar keine starr panarabistische Agenden sind gefragt, sondern eine glaubwürdige Politik für alle. Daher genießen Modelle wie in der Türkei Sympathie in Syrien. Wichtig ist, dass die EU und die Türkei gemeinsam assistierend wirken, weise und ohne starke Einmischung. Diese Vision ist realistisch, ja sogar im Interesse des Präsidenten dringend notwendig. Die Umsetzung hängt aber ganz alleine von der syrischen Führung ab. Die berechtigten Anliegen als feindliche ausländische Manöver abzutun, wird jedenfalls nicht mehr durchgehen." (29.03.2011)


http://www.eurotopics.net/en/archiv/archiv_dossier/DOSSIER85353-Syria-s-president-sacks-government

Der Standard - Austria

The reforms in Syria must be supported by the EU and Turkey, urges Tarafa Baghajati, chairman of the Austrian Muslim Initiative, in a commentary for the left-liberal daily Der Standard: "A non-violent solution must reform the existing system from the roots upwards. Religious agendas are not called for here, to say nothing of rigid pan-Arab ones. What is needed is a believable policy for all concerned. For that reason models such as that in Turkey enjoy sympathy in Syria. The important thing is that the EU and Turkey should both take a wise and helpful stance, keeping interference to a minimum. This vision is realistic and even essential for the president. But its implementation depends solely on the Syrian leadership. In any event, passing off justified demands as hostile foreign manoeuvring will no longer be tolerated." (29/03/2011)


Türkische Version des Artikels (Achtung nicht 1:1 Übersetzung) in der türkischen Zeitung Yeni Hareket

http://www.yenihareket.com/index.php?option=com_content&task=view&id=5783&Itemid=26

Suriye Dönüm Noktasında

Cuma, 08 Nisan 2011

Suriye’de sistem değişikliği için geri sayım başladı.

Tunus ve Mısır'da rejime karşı vuku bulan ayaklanmalar Suriye yönetimini halkın iradesine yönelik harekete zorluyor. Hürriyet için hak arayan ve yolsuzlukla mücadelede barışçıl çözümlere müteallik, mevcut sisteme karşı gösterilerde bulunan ve sistem değişikliği için mesaj veren insanlar hunharca katledildi.

Devlet Başkanının güvenlik danışmanı ve sözcüsü Buthania Shaaban, Suriye'nin ''Önemli kararlar verme“ aşamasında olduğunu ve halkın özlemlerinin ve beklentilerinin dikkate alınması ve bu kapsamda halk iradesinin gözardı edilememesi gerektiğini vurguladı. Somut olarak olağanüstü halin kaldırılmasını ve parti kararlarının değiştilmesi gerektiğini açıkladı. Ancak, bu vaadler Beşar Esad'ın babası Hafız'ın iktidarından buyana dile getirilen vaadlerdir. Lakin bu güçlü söylemleri hiç bir faaliyet takip etmedi. Söylemler akim kaldı. Binaenaleyh Halkın öfkesini ve hoşnutsuzluğunu bu çerçevede anlamak iktiza eder.

Suriye halkı Esad'ın bu va’adlerinin somut adımlar halinde gerçekçi bir planla uygulamaya geçmesini ümid ediyordu. Esad‘ın 30 Mart 2011 tarihindeki açıklaması bu isteklere bir meşruiyyet kazandırdı fakat maalesef bunu somut bir plan takip etmedi.

Eğer devlet Başkanı görevinde kalarak gerçekten refah ve hürriyet dönemini getirmek istiyorsa, aşağıdaki öngörülen reformların derhal başlatılması gerekmektedir:

1) 1963'den kalma olağanüstü halin kaldırılması. (Olağanüstü hâl bahanesiyle acımasız bir istihbarat çalişması yürütülmekte),

2) İfade ve basın özgürlüğünün verilmesi, işkencenin kaldırılması, (Siyasi mahkumların özellikle çocuk ve kadınların refaha kavuşması gerekmektedir),

3) 1973'den kalma anayasanın değiştirilmesi, özellikle yönetimi sadece Arap Sosyalist Baas Partisine layık gören 8.kararnamenin ortadan kaldırılması,

4) Siyasi partilerin kurulması için izin verilmesi ve bunun için gerekli altyapının oluşturulması,

5)Devlet Başkanının ailesine yönelik imtiyazların kaldırılması. (Örneğin Beşar Esad’ın kuzeninin izni haricinde suriyede hiç bir iktisadi, ekonomik işlem hayata geçirilemiyor).

Şayet bu beş madde 2011 yılı içersininde hayata geçirilirse, o zaman iyimser bir bakış sergilenebilir.

Mevcut Suriye Yönetimi devlet televizyonundan Müftü ve Hırıstiyan Patriği’ni de kullanarak yaptırmış olduğu propagandalarla halkı yatıştırma gayreti içersinde. Bu propagandalar saatlerce devletin tekelindeki TV kanalından halka dikta edilmektedir.

Ancak bu manipülasyonların halktan destek görmeyeceği açık ve net anlaşılmaktadır. Bu yüzden Beşar El Esad’ın yönetimde kalmak için kendisini diğer otokratlardan farklı kılması gerekir.

Beşar Esad’ın Suriye'nin kendi kimliğinden ödün vermeksizin diğer Arap olmayan ülkelerle ve aynı zamanda İran'la olan temasını sürdürmesi, Filistin ve Lübnan direniş hareketlerini desteklemesi ve İsrail'le bir barışa girmemesi, sadece kendi halkı tarafından değil, bütün Arap ülkelerinde de saygılığını artırmaktadır.

Suriye halkınca devlet içerisindeki İstikrar ve suç oranının düşüklüğü takdir ediliyor. Bu sistem de seküler, kültürel ve azınlıklara düşman olmayan bir anlayıştan bahsedilebilir. Azınlıklara Suriye'de eşitlik hatta ayrıcalık gösterilmekte, bunun icin hiç bir azınlık Suriye'de bir sistem değişikliğini istemez. Hırıstiyan azınlıkla ilişkiler Avrupa içinde bir örnek bir modeli olabilir.

Tek istisna ana dili ve kültürü bakımından dezavantajlara uğrayan Kürtler. Bu da çözülmesi gereken önemli sorunlardan biri. Bu dengeyi korumak etnik ve dini çeşitlilik bakımından önemli.

Muhalefetin güçsüz oluşu yönetime avantaj sağlıyor. Gerek Müslüman Kardeşler gerekse iki ana rakip olan başkan yardımcısı Abdülhalim Khaddam ve amcası Rifaat Al Assad veyahutta yolsuzluğa bulaşmış oldukları için ülke içinde ve dışında inandırıcı değiller.

Dini veya pan-arabist bir yaklaşıma değil, herkes için güvenilir bir politikaya ihtiyaç var. Bunun için barışçıl ve köklü bir reform gerekmekterdir. Türkiye gibi örnek modeller bu yüzden Suriye'de büyük ilgi görmektedir.

Her şeyi birebir almamakla beraber Türkiye Cumhuriyetinin Başbakanı Recep Tayyip Erdoğan’ın izlemiş olduğu politikası Suriye için büyük örnek teşkil edebilir. AB ve Türkiye bu değişim sürecinde çok fazla müdahale etmektense "asistanlık" rolünü üstlenebilir. Bu Esad için de yararlı olacaktır.

Protestolara cevap olarak hükümet değişikliği yetmemeyeceği gibi, barışçıl gösterileri yabancı düşmanların manevrası olarak tanımlamak tamamen bir saptırmadır.

Tarafa Baghajati (1961 Şam doğumlu) İnitiative Muslimischer ÖsterreicherInnen, Avusturya Müslümanlar inisiyatifi Başkanı, Platform for Intercultural Europe ve European Muslim Initiative for Social Cohesion yönetim kurulu üyesi Başkanı. Aynı zamanda Imam ve Viyana cezaevi din görevlisidir.

Dipl.- Ing. Tarafa Baghajati
Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

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