Politik

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Muslime melden sich zu Wort

Brief des Tages: Replik auf "Keine Stimme des Bedauerns", Leserbrief, von Pfarrer Wolfgang Pucher, 22. März

Pfarrer Wolfgang Pucher vermisst in einem veröffentlichten Leserbrief eine klare Verurteilung des Mordes an dem irakischen Erzbischof Paulos Faradj seitens der Muslime in Österreich. Nun ist es mir ein Anliegen, dies nicht nur als Muslim, sondern auch als einer, der aus dem Irak stammt, zu tun. Die Behauptung, dass wir uns nie zu Angriffen gegen Kirchen in der islamischen Welt geäußert haben, entspricht nicht der Wahrheit. Es dürften nicht all unsere Stellungnahmen bis zu ihm durchgedrungen sein.

Allerdings sollten wir die Situation im Irak genauer betrachten. Dort herrscht seit dem Einmarsch der US-Truppen vor fünf Jahren ein regelrechter Bürgerkrieg. Opfer sind Muslime und Christen, Araber und Kurden, Sunniten und Schiiten und andere Minderheiten. Jede Gruppe hat einen hohen Blutzoll geliefert und mit vielen Opfern bezahlt. Es vergeht kaum ein Tag, wo nicht im Schnitt 50 Menschen durch Terrorangriffe ihr Leben verlieren. Wollten wir jede dieser Taten verurteilen, müssten wir fast stündlich solche Meldungen veröffentlichen. So zu tun, als wäre die Situation im Irak eine reine Hetzjagd gegen Christen, ist eine Verkennung der Situation und der Sicherheitslage des Iraks.

Es ist auch eine Frage der Zuständigkeit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Als der israelische Minister Liebermann die israelischen Araber "Fünfte Kolonne" nannte und ihren Transfer - ein Euphemismus für ethnische Säuberungen - forderte und die arabischen Knesset-Abgeordneten mit Hamas-Kontakten als Verräter hingerichtet werden sollen; oder als sich in Polen konservative Kräfte Sorgen um die Wertevermittlung des Kinder-TV machten und die Teletubbies verdächtigten, Kindern homosexuelle Verhaltensweisen nahezubringen; oder als der mittlerweile verstorbene US-evangelikaler Hassprediger Pat Robertson zur Liquidation des venezolanischen Staatspräsidenten durch US-Elitesoldaten aufrief, kam niemand auf die glorreiche Idee, die israelitische Kultusgemeinde, die katholische Kirche oder sonst eine andere kirchliche Institution Österreichs aufzufordern, diese Aussagen zu kommentieren oder sich davon zu distanzieren. Und das ist richtig und gut so. Auch als George Bush und seine Evangelikalen mit "christlichem Eifer" sich berufen fühlten, einen "Kreuzzug" zu führen, nahmen wir es nicht als eine christliche Einstellung und forderten niemanden auf, sich mit den Worten "Jetzt reicht's mir" zu distanzieren.

Die IGGiÖ ist eine österreichische Institution, die vor allem die religiösen Belange österreichischer Muslime verwaltet und vertritt. Sie meldet sich selbstverständlich zu FPÖ-Aussagen, wenn diese die Muslime mit Aussagen wie "Daham statt Islam" angreift, oder um Susanne Winters unselige Aussagen zurückzuweisen.

Es dürfte dem Herrn Pfarrer entgangen sein, dass wir nicht zu Demonstrationen gegen die Karikaturen aufgerufen haben und dass wir nach der Regensburger Rede des Papstes zum Tag des Dialogs statt zum Tag des Zornes aufgerufen haben. Die Österreichische Imame-Konferenzen deklarierten sich eindeutig gegen Gewalt und für Religionsfreiheit.

Es ist nicht unsere Aufgabe, wöchentlich Aussagen oder Rülpser Bin Ladens oder von wem auch immer in der Welt zu kommentieren. Unsere Aufgabe ist es, solch extremistisches Gedankengut zu bekämpfen.

Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi Integrationsbeauftragter der IGGiÖ

 

 

 

Leser Brief zu Hans Rauschers Kolumne RAU - Dänenmut

Es steht außer streit das man sich von Gewalt und Mordabsichten distanziert und dies Verurteilt. In einem Rechtstaat ist es auch Sache der Polizei Gesetzesübertretungen zu ahnden. Warum alle Zeitungen Dänemarks jetzt einen alten Konflikt durch wieder Veröffentlichung der Karikaturen wieder aufwärmen müssen, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Nach den Morddrohungen gegen Sussane Winter ist es Gott sei dank keinen Österreichischen Politiker eingefallen Ihre Beschimpfungen und Ausfälle zu wiederholen um einen Zeichen gegen „Fanatismus und für die Verteidigung der Meinungsfreiheit" zu setzten. Dies hätte auch hoffentlich Hans Rauscher nicht als Österreichermut bezeichnet.

Brief des Tages: Städte sind kein Ziel

Keine Macht der Welt kann Menschenmassen widerstehen, die gerade die Grenze der Hoffnungslosigkeit überschritten haben.

Im Oktober 2007 fand der UCLG- Kongress in Korea statt, der größte Weltverband von Städten und lokalen Regierungen. Die Probleme der Städte und Ballungszentren weltweit sind die gleichen.

 

 

 

Herausforderungen der Umwelt, Wasserversorgung, Abwasser, Müll, der demografischen Entwicklung, der Verkehr, Wohnungsnot, ethnische Vielfalt, Integration, Armut und Versorgung sind gleich. Städte sind Zentren der Kultur und Zivilisationen und haben im Gegensatz zum ländlichen Bereich eine sehr fragile Struktur bei Katastrophen und Kriegshandlungen.

 

Die „Bürgermeister für den Frieden“ und der Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, präsentierten die Initiative „Cities are not targets“. Dies wurde vom Kongress unterstützt. Nicht nur die Eliminierung von Massenvernichtungswaffen wurde verlangt, sondern auch die Nationen und bewaffnete Gruppen wurden aufgefordert, Städte nicht als militärisches Ziel anzusehen.

 

In Gaza erlebten wir in den letzten Tagen eine humanitäre Tragödie. Die UNRWA-Chefin Karen Koning Abu Zayd äußerte ihre Beunruhigung über die scheinbare Gleichgültigkeit der Welt. Dies geschehe ihrer Ansicht nach mit dem „Wissen, der Einwilligung und, manche würden sagen, der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft“. Wird Gaza absichtlich in eine Notlage gebracht?

 

Die medizinische Versorgung im Gazastreifen hat sich deutlich verschlechtert. Viele werden zu spät oder gar nicht behandelt, was zu vermeidbaren Todesfällen führt, Inkubatoren und Dialysemaschinen stehen still.

 

Die Blockade behindert Hilfsmaßnahmen und verringert die Chancen für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts. So kann man sicher keinen Frieden schaffen, und mit Recht meinen viele, dass die Schwere der Abriegelung denen in die Hände spielt, die kein Interesse am Frieden haben. Denn hungrige, ungesunde, wütende Menschen sind keine guten Partner für den Frieden.

Uri Avnery verglich den Exodus mit den Fall der Berliner Mauer. Und der Übergang von Rafah war für ihn das Brandenburger Tor.

 

Man sagt über Gaza, dass es das größte Gefängnis der Welt sei. Jedoch werden in jedem Gefängnis der Welt zumindest Nahrungsmittel und Wasser zu Verfügung gestellt.

Inhumane Politik ist eine schlechte und verrückte Politik, die keine Lösungen bringt.

Ägypten machte nicht ganz freiwillig trotz ausländischen Drucks eine Ausnahme, und der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat weise gehandelt. Das Einschreiten der restlichen internationalen Gemeinschaft sei deshalb dringlicher denn je.

 

Das Durchbrechen der Mauer war ein Akt der Befreiung. Und die Lehren daraus, angesichts der hilflosen Grenzsoldaten, ist, dass keine Macht der Welt Menschenmassen widerstehen kann, die gerade die Grenze der Hoffnungslosigkeit überschritten haben.

 

Omar Al-Rawi
Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubengemeinschaft in Österreich
SPÖ Gemeinderat in Wien

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2008)

 

Inter Mailand hat den Islam nicht beleidigt

Es ist es bedauerlich, dass ein ganz normales sportliches Ereignis in einen Kultur- und Religionskampf umgemünzt werden soll.

Beleidigungen, Beschimpfungen, Rassismus und Gewalt gehören leider beim Fußball zum Alltag. Diese Strömungen zu unterbinden ist nicht nur Aufgabe der Fifa, Uefa und der Fußballverantwortlichen, sondern eine gesamtgesellschaftspolitische Aufgabe. Nun hat es sich bis jetzt um eher plumpen Rassismus und Gewalt gehandelt, ohne dass je eine kulturelle oder gar religiöse „Begründung“ dahinter steckte. Jetzt sieht sich ein türkischer Rechtsanwalt, der für den offenbar nationalistischen Verein „Sohn des Türken“ von einem Spiel gegen Inter Mailand berichtete, von deren Trikots beleidigt. Er will nicht nur die Kreuze auf den Shirts thematisieren, sondern fordert die Bestrafung Inter Mailands und die Annullierung des Rückspiels in der lombardischen Metropole 0:3 nach dem septemberlichen 1:0-Sieg der Türken in Istanbul.

Ein Anlass für eine kurze Analyse aus muslimischer Sicht:

Hätte Inter Mailand diese Trikots mit dem roten Kreuz, die in der Tat an das Kreuz des Templerordens erinnern, gesondert für ein Spiel gegen eine muslimische Mannschaft entworfen, dann wäre es möglicherweise gerechtfertigt, eine provokative Absicht in den Raum zu stellen.

Hätte dieses Kreuz absolut nichts mit der Stadt Mailand zu tun, wäre die Frage möglich gewesen: Warum gerade gegen Istanbul? Das Trikot zeigt aber das Wappen Mailands, das die Stadt seit dem Ende des 12. Jahrhunderts führt. Auch Wien hat ein Kreuz im Stadtwappen, ohne dass dies je von muslimischen Wienern zu Protest geführt hätte.

Hätte Fenerbahce Istanbul gegen Inter Mailand gewonnen, wäre der beleidigte Anwalt sicherlich nicht so zimperlich gewesen und hätte auf keinen Fall die Annullierung des Resultates eingeklagt, sonder in euphorischer Freude mit türkischer Fahne in der Hand gejubelt. Aber selbst dann wäre es fatal, darin einen Sieg gegen „die Kreuzzügler“ hineinzuinterpretieren! Es bleibt was es ist: Ein Verein hat gegen einen anderen gewonnen, nichts mehr!

Hätte der türkische Verein Trikots mit einem Halbmond in Anlehnung an die türkische Fahne oder an ein türkisches Wappen getragen, wäre es genauso unverständlich, wenn ein italienischer Anwalt sich beleidigt fühlte und von einer Zurschaustellung der eingebildeten Überlegenheit des osmanischen Reiches oder gar der Religion Islam gegenüber dem Christentum spräche. Um dann im Falle des Verlierens unter dieser Begründung die Annullierung zu verlangen.

„Die Dressen wurden aus technischen Gründen gewählt, weil die Mannschaften sonst nur sehr schwer zu unterscheiden gewesen wären“, meint der österreichische Schiedsrichter Konrad Plautz. Von Fenerbahce Istanbul kam nicht der geringste Protest. Noch ein Grund der die Absurdität des Protestes unterstreicht.

Nun steht es jedem zu, seine Gefühle zu zeigen und gegebenen Falls rechtliche Schritte einzuleiten. In diesem Fall freilich ist es bedauerlich, dass ein ganz normales sportliches Ereignis in einen Kultur- und Religionskampf umgemünzt werden soll.

Tarafa Baghajati ist Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2007)

2007: Das Jahr der Chancen(un)gleichheit

In Österreich wird das Jahr 2007 gewiss nicht als Antidiskriminierungsjahr in die Geschichte eingehen. Wenn die Politik nicht handelt, wird sogar das Gegenteil eintreten.

Die Chancenungleichheit hat sich in diesem Jahr in zwei wesentlichen Aspekten manifestiert. Zuerst mit dem Fremdenrecht, das von Stunde null an alles andere als menschenwürdig und verfassungstreu war. Es hat kaum jemand gefehlt, der nicht seinen Zweifel an dem von Schwarz-Blau-Orange gebastelten Werk geäußert hätte.

Auch die SPÖ agiert hier scheinheilig, zuerst beschließt sie das Fremdenrecht als Opposition mit und dann schreibt sie im Regierungsprogramm eine Evaluierung mit der ÖVP erst 2009 vor. Erst angesichts der Dramatik des Falles Arigona entdecken viele SPÖ- und wenige ÖVP-Politiker die menschenverachtende Seite an diesem Fremdenrecht und verlangen das von ihnen praktisch per Gesetz fast ausgeschlossene Bleiberecht für integrierte Familien.

Man kann der jungen Arigona, so tragisch es klingt, nur dankbar sein, dass sie uns allen diese schreiende Ungerechtigkeit vor Augen führt – kräftig unterstützt von den Medien. Denn die mit der Thematik befassten NGOs könnten viele derartige Fälle benennen, die aber ein weniger gut präsentierbares "Gesicht" haben.

Eine Evaluierung des Fremdenrechtes muss angesichts dieser unhaltbaren Zustände sofort unter Einbindung von Menschenrechtsorganisationen und Experten erfolgen.

Der zweite Aspekt der Chancenungleichheit zeigt sich darin, wie Islam-Feindlichkeit immer salonfähiger wird, eine Art religiöse Diskriminierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe um sich greift – während die Muslime selbst immer wieder ohne Wenn und Aber ihre Loyalität gegenüber dem Staat betonen. "Daham statt Islam" der Strache-FPÖ, Versuche, muslimische Sakralbauten einfach zu verbieten des Haider-BZÖ, Begehren eines Kopftuchverbots beider Parteien – propagiert also von "Vater und Ziehsohn".

Im Jahr für Chancengleichheit, in dem eigentlich für die neuen Antidiskriminierungsgesetze Bewusstsein geschaffen werden soll, wirkt dies wie ein Hohn. Die Stimmung verschlechtert sich. Physische Angriffe auf muslimisch gekleidete Frauen werden gegenüber früher, als "nur" Pöbeleien und Alltagsrassismus zu verzeichnen waren, jetzt häufiger gemeldet. Auch Telefonterror inklusive Morddrohungen gegen muslimische, in der Öffentlichkeit agierende Personen und ihre Kinder und Familien tritt in einer bisher unbekannten Form auf.

Freilich soll dies kein "Jammerprotokoll" sein. Es sind realistische Chancen vorhanden, um sogar noch in diesem Jahr ein Zeichen für Chancengleichheit zu setzen. Eine notwendige Voraussetzung dafür ist freilich der politische Wille.

Tarafa Baghajati ist Vizepräsident des European Network against Racism sowie Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen.

Montag, 22. Oktober 2007

 

Das alte Europa und eine neue Religion

Replik auf „Vormodern trifft auf Postmodern“, Leitartikel, von Michael Fleischhacker, 24. September.

Auf einem Empfang in Dubai beschrieb die Frau eines Diplomaten, die von Tokio berufsbedingt ihren Wohnort wechselte, den Unterschied so: Es hat sich nicht wirklich viel geändert. In beiden Städten ist es heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit. Japanisch und Arabisch ist schwer zu erlernen, Frauen haben nicht viel zu melden.

Nun ist es leider Fakt, dass oft die Gleichstellung der Geschlechter noch einen langen Weg vor sich hat. Selten habe ich jedoch erlebt, dass man beim Treffen mit japanischen Künstlern, Politikern diesen Zustand ansprach. Anders ist die Situation mit dem Islam oder den Muslimen. Kaum ein Artikel oder eine politische Aussage von Journalisten oder Politikern, die nicht damit schließen muss, dass sich die Muslime an den Rechtsstaat, die Demokratie und Menschenrechte zu halten haben. Dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu akzeptieren ist und der weiblichen Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und Ehrenmorden abgeschworen werden muss.

Diese Aussagen kommen sowohl von Gegnern als auch von Wohlgesinnten. Ist das nicht selbstverständlich, dass all diese Forderungen einzuhalten sind? Leben wir nicht in einem säkularen Rechtsstaat, wo alle Bürgerinnen und Bürger gleich vor dem Gesetz stehen? Muslime stehen doch nicht über dem Gesetz und auch nicht außerhalb des Gesetzes. Warum muss man diese gebetsmühlenartig vorgetragene Litanei ständig wiederholen? So suggeriert man doch, dass der Islam und die Muslime diese Werte nicht kennen und akzeptieren.

Wenn Michael Fleischhacker fordert, dass der Staat mit Hilfe der Exekutive einschreiten muss, um Rechte für Frauen gegen physische und andere Formen der Unterdrückung zu verhindern, genauso wie es bei einem Österreicher der Fall ist, tappt er da nicht in die Falle, dass Muslime keine Österreicher sind? Sind wir da nicht schon in der Nähe von „Islam ist gleich fremd“? Womöglich „artfremd“? Natürlich ist es auch legitim, erfahren zu wollen, wie die Muslime Österreichs zu all diesen Themen stehen.

Enttäuschend für uns ist, dass unsere Einstellungen trotz viel Arbeit nicht wahrgenommen werden. Ein Blick auf die Homepage der IGGiÖ hätte gezeigt, dass die Muslime durch Organisation von drei Imame-Konferenzen, zwei davon auf europäischer Ebene, klar Stellung bezogen haben. Dabei stand das Bekenntnis zu Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Menschenrechten und Pluralismus im Zentrum. Wege der Integration wurden skizziert, und eine deutliche Absage an Terror, Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit erfolgte unmissverständlich. Auch das Engagement gegen Genitalverstümmelung bei Frauen, Zwangsehe, Ehrenmorde, familiäre Gewalt war groß, und es wurde klar verurteilt und als unislamisch bezeichnet. Wieso all diese Arbeit nicht registriert und die Führung der IGGiÖ in einer Art „defensiven Rolle verharrt“ wahrgenommen wird, ist ein Rätsel.

Muslime müssen offensiv agieren

Ja, wir Muslime sind es der Gesellschaft schuldig, Stellung zu beziehen und offensiv zu agieren. Und die allgemeinen Bürgerrechte wie Religionsfreiheit, Gleichheitsgrundsatz und die Europäische Menschenrechtskonvention müssen für uns gleichermaßen ohne Wenn und Aber gelten. Der Jurist Murad Hofmann ordnet die Kopftuchfrage als ein Politikum ein, weniger als Rechtsfrage. Es ginge darum, ob das alte Europa eine neue Religion und das Anderssein ihrer Anhänger zu tolerieren bereit sei oder den Islam aus dem Bekenntnis zu religiöser Toleranz ausklammern möchte.

Niemand, auch kein Gericht – und schon gar keine Behörde – sollte sich anmaßen, für eine Muslima zu entscheiden, ob sie ihr Kopftuch tragen muss; denn das wäre bereits eine Verletzung des Grundrechtes auf Religionsfreiheit. Die Religion einer Einzelperson wäre ja auch dann zu respektieren, wenn es ihre Privatreligion wäre.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2007)

Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi
Ist Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
Und Mitbegründer der Initiative muslimische ÖsterreicherInnen

Hysterische Abwehr islamischer Bauten

Omar Al-Rawi über Stimmungsmache und historischen Kontext
Hysterische Abwehr islamischer Bauten
Ein Islam, der sich nicht verstecken muss, wird auch bereit sein, sich kritischen Fragen zu stellen.

Der Erste, der eine Moschee in Österreich errichten ließ, war Kaiser Franz Joseph I. Nach einem Beschluss des Berliner Kongresses fielen die Provinzen Bosnien und Herzegowina an Österreich-Ungarn. Die Muslime wurden zur zweitstärksten Volksgruppe im Vielvölkerstaat. Viele von ihnen dienten in der kaiserlichen Armee. Der Kaiser ließ zwei Gebetsräume auf Wiener Kasernengeländen errichten und beauftragte einen Mufti mit ihrer religiösen Betreuung. Und er spendete 25.000 Goldkronen zum Bau einer Großmoschee.

Im Jahre 1912 verabschiedete der Kaiser das Islamgesetz zur Errichtung einer eigenen muslimischen Kultusgemeinde als Körperschaft öffentlichen Rechts. Die Grundlage dafür war das von Kaiser Joseph II. erlassene Toleranzedikt.

Den Protestanten wurde der Bau von Gotteshäusern erlaubt. Sie durften nur nicht wie Kirchen aussehen und die Glocken durften nicht läuten. Damals sicher ein großer Schritt. Heute, aber lächerlich und nicht mehr zeitgemäß.

Genau das erleben wir mit den Muslimen heute. Gebetshäuser für Muslime ja, aber sie sollen bitte nicht wie Moscheen aussehen und ohne Ruf des Muezzin. Die Zuwanderer-Generation träumte von der Rückkehr und lebte in einem Provisorium. Gebetshäuser wurden vorwiegend in Hinterhöfen, Kellerlokalen, aufgelassenen Fabriken und Wohnungen errichtet.

Die zweite Generation entwickelte jedoch einen anderen Traum. Österreich ist ihre einzige Heimat und sie wollen selbstbewusst in der österreichischen Gegenwart ankommen. Wer ein Haus baut, der will auch bleiben.

Sie sehnen sich nach einem würdigen Ort für ihre Gebete. Sie wollen heraus aus Fabriken und Hinterhöfen. Ein Islam, der sich nicht verstecken muss, wird auch bereit sein, sich kritischen Fragen zu stellen.

Jeder, der Interesse an der Integration des Islam hat, sollte dies begrüßen und unterstützen. Wer so etwas verhindern und populistisch ausschlachten will, sollte bedenken, dass in der Zwischenkriegszeit Formen der antisemitischen Hetze mit Angriffen auf orientalisch aussehende Synagogen begonnen haben. Oft wurden „morgenländische und neoislamische“ Elemente mit der deutschen Gotik und Romanik kombiniert. Viele Synagogen sahen aus wie eine Mischung aus Kirche und Moschee. Leider ist diese Architekturgeschichte durch abgebrannte Synagogen in Vergessenheit geraten. Daher begegnen wir neuen islamischen Bauten mit hysterischer Abwehr.

Aus diesem Licht die aktuelle Debatte um Moscheen und Minarette zu beleuchten, mag helfen, hitzige Stimmungsmache in einem historischen Kontext zu sehen. Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir ernsthaft in ein josephinisches Toleranzverständnis zurückfallen wollen?

Omar Al-Rawi ist Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

Islam in Österreich, kein Grund zum Verstecken!

Das Gastarbeiterimage werden die Muslime in Österreich zunehmend los. Das Ziel endlich selbstverständlich als Bestandteil der Gesellschaft wahrgenommen zu werden scheint seit 1999 Aufbruchstimmung und Engagement nach dem Motto: „Integration durch Partizipation“. Damals wurde die Führung der Islamischen Glaubensgemeinschaft verjüngt und nach Außen geöffnet. Ein nicht unbeträchtlicher Teil hat die FPÖ mit der damaligen „Überfremdungswahlkampf“ beigetragen. Erstmals schien der Begriff „österreichische Muslime“ keine Utopie, sondern eine Realität mit folgenden Schwerpunkten:

  • Teilnahme im öffentlichen Diskurs durch Medienpräsenz: Nirgendwo gibt es solche hohe muslimische Präsenz in den Mainstream Medien des Landes. Fast überall in Europa müssen sich Muslime ausschließlich mit eigenen Alternativmedien begnügen.
  • Zivilgesellschaftliches Auftreten in der NGO Szene: Gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit aber auch in der Friedensbewegung.
  • Politische Partizipation, nicht nur als Zuschauer, sondern als Gesprächspartner und Mitwirkende im Entscheidungsprozess: Der Wiener Landtag hat drei weibliche und einen männlichen Abgeordneten die sich als Muslime bezeichnen und das ist nicht wenig. Zugegebenermaßen gibt es in den meisten Bundesländern Aufholbedarf.
  • Interreligiöser Dialog: Projektarbeit und nicht nur „Schmusestunden“: und zwar nicht nur zwischen Christentum und Islam, sondern in einer bunten Palette mit Religionen und Weltanschauungen.
  • Innermuslimische Zusammenarbeit und Überbrückung  der ethnischen und kulturellen Differenzen durch die Eigendefinition als „österreichische Muslime“ und die deutsche Sprache als natürliches Kommunikationsmittel: Durch die heterogene Zusammensetzung der Gemeinschaft ist Rassismusbekämpfung und Abbau von Vorurteilen nicht nur Sache der Mehrheitsgesellschaft, sondern auch ein innermuslimischer Auftrag.

Dies spiegelt sich auch im Vereinsleben wider, etwa bei der Entwicklung der MJÖ „Muslimischen Jugend Österreich“, wo Mädchen und Burschen gemeinsam ihre Schritte abstimmen und Frauen als Führungspersönlichkeiten auch gegenüber jungen Männern keine Seltenheit sind. „Macho“gehabe wird nicht nur theoretisch, sondern im Alttag bekämpft. Mädchen mit und ohne Kopftuch treten gemeinsam auf, das ist auch keine Selbstverständlichkeit.

Und auch bei der Gründung des „Forum Muslimische Frauen Österreich“, die nicht müde werden auch heikle Themen wie Gewalt in der Familie, Zwangsehe, FGM (weibliche Genitalverstümmelung) zu thematisieren und in der Regel auch nichtmuslimische Vortragende einladen. Hier hat Scheich Adnan Ibrahim die Themen „Übernahme von Führungsaufgaben durch Frauen“ und „Reisefreiheit“ theologisch zerpflückt mit dem Ergebnis, jawohl: alle Wege stehen den Frauen offen, nicht zum Gefallen aller anwesenden Männer. Sogar einige traditionsbehaftete Frauen haben sich protestierend zu Wort gemeldet.

Die Imamekonferenzen in Graz 2003, Wien 2005 und 2006 brachten richtungweisende Leitlinien für die Entwicklung der Muslime in Europa und stellten die Kompatibilität des Islam mit Demokratie, Pluralismus, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit in den Vordergrund. Frauenbeteiligung war auch in diesen Konferenzen sichtbar und nicht wegzudenken. In der letzten Erklärung samt Workshops wurden die heißen Eisen angetastet und ausgesprochen. Frauenrechte wurden bestätigt. Antisemitismus wurde ohne wenn und aber verurteilt.

Solche Ergebnisse fallen nicht vom Himmel herab, sondern sind das Ergebnis langjähriger, konsequenter Anstrengung und hauptsächlich ehrenamtlicher Arbeit. Ist somit alles erledigt? Rosen streuen und Vorhang zu? Nein! Wir sind noch am Anfang. Das wichtigste ist die Gewissheit, dass die Richtung stimmt.

Natürlich kann bei einer so rasanten Entwicklung nicht überall gleichzeitig mitgezogen werden. Klar gibt es viele Barrieren, insbesondere sture Traditionen und verfestigte Dogmen, die von Innen für Irritierung sorgen. Ein konvertierter Österreicher erschreckt alle mit einer Bombenattrappe vor dem MJÖ Büro. Seine Begründung: der lasche Kurs ging ihm auf die Nerven. Ein junger Muslim der zweiten Generation will den MuslimInnen Wahlen und Musik verbieten und bezweifelt die Legitimität der IGGiÖ. Beide Personen mit extremistischen Tendenzen waren mit dem „Schmuse und Kuschelkurs“ nicht einverstanden.

Von außen haben sich in den letzten zwei Monaten krude Allianzen gegen die positive Entwicklung gebildet. Auf einmal argumentieren antideutsche Philozionisten auf Punkt und Komma genauso wie die rechtspopulistische FPÖ; manche, zum Glück ganz wenige Journalisten sorgen mit nachweislich falschen Übersetzungen (wie z.B. dass Scheich Adnan Ibrahim dem Papst den Tot gewünscht hätte) und verdrehten Zitaten für Unruhe. Ein als skurriler Sektierer (damit ist die Arbeitsweise gemeint und nicht Sektenanhängerschaft) bekannter österreichischer Konvertit gründet eine Pseudoinstitution und giert mit schrägen Forderungen nach Öffentlichkeit. Heißt das: alles unter den Tisch kehren und zur Tagesordnung gehen. Ganz klar NEIN: Was an diesen Vorwürfen auch ein Kernchen Wahrheit hat ist ernst zu nehmen und zu behandeln. Wer überheblich mit Kritik umgeht wird von der Zeit irgendwann bestraft, bei Minderheiten gilt dieser Grundsatz noch empfindlicher.

Trotz allem ist aber eine gesunde Portion Gelassenheit gefragt. Wofür Österreich überall beneidet wird, sollte allmählich auch in Österreich Anerkennung finden.

Wien, 13.03.2007

Tarafa Baghajati
Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen,
www.islaminitiative.at
Vizepräsident von ENAR - European Network against Racism
www.enar-eu.org

Jörg Haider soll Geschichte Lernen

Mit der Forderung nach Bauverbot für Moscheen gefährde Jörg Haider den Sozialen Frieden, sagt Omar Al-Rawi

Am 31.1.1782 erließ  Kaiser Joseph II das berühmte  Toleranzedikts. Den Protestanten wurde der Bau von Gotteshäusern erlaubt. Mit zwei Einschränkungen: Sie durften nicht wie eine Kirche aussehen und es durften keine Glocken läuten. Für die damalige Zeit war das sicher ein großer Schritt in Richtung Öffnung und Toleranz gegenüber Andersgläubigen.

Nicht zeitgemäß. Heute, 225 Jahre später, würde so ein Beschluss aber als lächerlich und nicht mehr zeitgemäß betrachtet. Doch das ist haargenau das, was wir im Zusammenhang mit Muslimen erleben. Gebetshäuser für Muslime ja, aber sie sollen bitte nicht wie Moscheen aussehen und es darf keinen Ruf des Muezzin geben. Dabei war der erste Initiator für den Bau einer Moschee in Österreich niemand geringerer als Kaiser Franz Josef I.  Im Jahre 1878 fielen nach einem Beschluss des Berliner Kongresses die Provinzen Bosnien und Herzegowina an Österreich-Ungarn. Die Muslime wurden zur zweitstärksten Volksgruppe im Vielvölkerstaat. Nach anfänglichen Problemen lernten die Muslime Österreich lieben. Viele von ihnen dienten in der kaiserlichen Armee. Kaiser Franz Joseph I. ließ zwei Gebetsräume auf Wiener Kasernengeländen errichten und beauftragte einen Mufti mit ihrer religiösen Betreuung.

In Hinterhöfen. Im Jahre 1912 verabschiedete der Kaiser das Islamgesetz zur Errichtung einer eigenen muslimischen Kultusgemeinde. Damit wurde die hanefitische Schule des Islams als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt. Nach dem Ende der  Monarchie schrumpfte die Zahl der Muslime rapide, bis sie durch Arbeitsmigration und Zuwanderung wieder auf 400.000 anwuchs. Österreich wollte lang nicht einsehen, dass es ein Einwanderungsland geworden ist, und die Zuwandere träumten immer wieder von der Rückkehr. Daher lebte man in einer Art Provisorium. Gebetshäuser wurden vorwiegend in Hinterhöfen, Kellerlokalen, aufgelassenen Fabriken und kleinen Wohnungen errichtet.

Selbstbewusst. Dann kam der Paradigmenwechsel. Muslime der 2. und 3. Generation kennen nur Österreich als ihre Heimat und wollen selbstbewusst in der österreichischen Gegenwart ankommen. Sie sehnen sich nach einem würdigen Ort für ihre Gebete. Sie wollen raus aus Fabriken und Hinterhöfen.

Ein Islam, der sich nicht verstecken muss, wird auch bereit sein, sich kritischen Fragen zu stellen. Jeder, der Interesse an der Integration des Islam hat, sollte dies begrüßen und unterstützen. Wer so etwas verhindern und populistisch ausschlachten will, sollte bedenken, dass in der Zwischenkriegszeit einige Formen der antisemitischen Hetze mit Angriffen auf orientalisch aussehende  Synagogen begonnen haben. Daher lernen sie endlich Geschichte Herr Haider und lassen Sie die Kirche im Dorf. In Kärnten leben gerade 11.000 Muslime, so viel wie in einer einzigen Straße in Berlin Kreuzberg. Es ist unverantwortlich, den sozialen Frieden und den guten Ruf Österreich aufs Spiel zu setzen.

Omar Al-Rawi ist Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubengemeinschaft in Österreich

Wer hat Angst vor Abdullah G?l?

A.   Wer hat Angst vor Abdullah Gül?
B.    Der neue Präsident der Türkei und Europas Vorbehalte

Ein Kommentar der anderen von Omar Al-Rawi

Mit der Wahl von Abdullah Gül zum elften Präsidenten der Türkei vollzieht die Türkei einen weiteren Schritt Richtung Demokratie und dadurch auch Richtung Europa. Es gilt als Konsens in Europa, dass eine westliche Demokratie nur Hand in Hand mit einen säkularen Staatsverständnis funktionieren kann. Allzu oft vergisst man jedoch bei der Diskussion insbesondere bei muslimischen Ländern auf die andere Seite der Medaille zu achten, nämlich dass sich das Militär einer westlichen Demokratie nicht in die Politik einzumischen hat. Die Armee ist eine Institution, die den demokratischen Institutionen untersteht, und sie hat auf keinen Fall das Recht, wie auch die Kirchen nicht das Recht haben, sich in die Politik einzumischen.

Der neue Mann an der Spitze ist kein Unbekannter. Als Wirtschaftsprofessor zog es ihn am Anfang seiner Karriere in eine leitende Bankfunktion nach Saudi- Arabien. In die Politik wiederum zog es ihn zurück mit der Islamischen Bewegung der Wohlfahrtspartei. Er musste miterleben, wie sich das türkische Militär schon 1997 in die Politik einmischte und den damaligen Ministerpräsident Necmedin Erbakan zum Rücktritt zwang. Mit Erdogan vollzog sich eine Wandlung und die Gründung einer gemäßigten islamkonservativen Partei, die bald ein Sammelbecken für andere bürgerliche Kräfte wurde.

In der vorigen Legislaturperiode spielte er als Kurzzeitministerpräsident den Platzhalter für Erdogan, dem politische Aktivitäten aufgrund einer Gefängnisstrafe verboten worden waren. In der Folge setzte Gül im Parlament Erdogans politische Rehabilitierung durch und diente ihm danach treu als sein Außenminister. In dieser Zeit sind für türkische Verhältnisse atemberaubende Reformen vollzogen worden. Noch nie hat sich in der Türkei, nicht zuletzt getrieben durch den EU-Beitrittsprozess, so viel bewegt - in der Zypernfrage, in der Frage der Minderheitsrechten, der Strafprozessreform und der Stabilisierung der Wirtschaft. Als Außenminister seines Landes hat er auch aus erster Hand erfahren, welche Erwartungen und Forderungen der Europäer an die Türkei gerichtet sind, und er wird sich hüten, diese in Zukunft zu enttäuschen.

Seine neue Funktion ist vorwiegend eine repräsentative, jedoch fallen Ernennungen und Bestellungen von Obersten Richtern des Verfassungsgerichtshofes, die durch nicht nachvollziehbare Begründungen seinen ersten Versuch Präsident zu werden, verhindert haben, in seine Kompetenz. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass er Reformen und Beschlüsse des Parlaments nicht wie Güls Vorgänger unnötig durch Verweigerung seiner Unterschrift verzögern wird.

Dass der neue Parlamentspräsident Koksal Toptan aus dem Lager von Tansu Ciler und Süleyman Demirel und nicht aus dem traditionellen islamischen Lager stammt, war wohl ein Zeichen Erdogans an seine Kritiker, nicht die wichtigsten Funktionen nur mit "Islamisten" zu besetzen, womit er einmal mehr Sinn für Kompromiss und Pragmatismus bewiesen hat.

Abdullah Gül wird man an seinen Taten und an seinem Auftreten zu messen haben. Was seine Frau auf dem Kopf trägt, ist dabei völlig unerheblich. Viel wichtiger ist es, dass der Präsident der Türkei nicht das Barett des Militärs auf dem Haupt hat.
(DER STANDARD, Printausgabe, 29.08.2007)


Der Autor ist Mitbegründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen und SP-Gemeinderat in Wien.

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