Köpfe wichtiger als Kopftücher

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Köpfe wichtiger als Kopftücher

Banden von Geiselnehmern im Irak mischen sich nun in die Innenpolitik europäischer Staaten ein. Sie beschäftigen sich nicht mehr primär mit den US-Truppen, sondern widmen sich der "Solidarität" mit den Kopftuch tragenden Musliminnen in Frankreich. Der Schönheitsfehler bei dieser "Solidarität" ist, dass hier zwei Menschenleben auf dem Spiel stehen. Einhellig verurteilten die Muslime überall und vor allem in Frankreich diese Tat und legten somit Zeugnis ab, dass ihnen die Köpfe der zwei unschuldigen Journalisten wichtiger seien als die eigenen Kopftücher. Die Mails und Anrufe, die es auf den Sender al-Jazeera hagelte, tragen alle die gleiche Botschaft an die Entführer, die sich via Internet als "Islamische Armee im Irak" vorstellen: Aufhören! Es bleibt nur zu hoffen, dass die Entführer diese Aufrufe nicht als eine Verschwörungstheorie abtun, sondern zu sich kommen und den Amoklauf beenden. Mag sein, dass der Aufruf verschiedener der Sympathie mit den Besatzern unverdächtiger theologischer Autoritäten im Irak, sowohl von sunnitischer wie schiitischer Seite, zur Befreiung beitragen kann.

Was die meisten in Europa nicht wissen: Entführungen treffen längst nicht nur Ausländer. Die totale Anarchie und Gesetzlosigkeit macht es möglich, dass sich kleine Banden formieren, die auskundschaften, wer Verwandte im Ausland hat oder einfach nach Geld riecht. Dann wird ein Familienmitglied oder der "Wohlhabende" selbst entführt. Makaber ist, dass sich hier eine Art "Markt" entwickelt. Kurz nach der Entführung bekommt die Familie der Geiseln einen Zettel mit der Forderung nach einer Geldsumme, je nach Recherche der Entführer festgelegt zwischen 50.000 und 250.000 Euro. Eine Familie musste Schulden bei Bekannten in den Arabischen Emiraten aufnehmen, um die verlangten 200.000 Dollar zu finanzieren. Anderswo gelang es, die Forderung von 100.000 auf 50.000 Dollar herunter zu verhandeln. Beide Vorfälle hatten laut den Erzählungen von Irakern in Wien zum Glück keinen tödlichen Ausgang. Weder die USA, die an sich als De-facto-Besatzungsmacht völkerrechtlich verpflichtet wären, für die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu sorgen, noch die provisorische Regierung sind im Stande, noch besitzen sie den Willen, solchen Verbrechen nachzugehen. Jeder ist viel zu beschäftigt sich selbst zu schützen. Der Ausweg aus der Krise ist längst bekannt: Baldigste freie Wahlen einer Volksvertretung und Beendigung der militärischen Besatzung. Jeder weitere Tag unter den herrschenden Umständen macht die Sache nur noch schlimmer.

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