Österreich

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Baghajati: „Muslime müssen aufsteigen können“

Was sich Amina Baghajati, Sprecherin der islamischen Glaubens-Gemeinschaft, für ihre Klientel in Österreich wünscht. Und warum sie ein Kopftuch trägt, obwohl sie in einer anderen Kultur aufwuchs

Die Presse: Ein neuer UNO-Bericht kritisiert Rassismus in Österreich. Erleben Sie das auch?

Amina Baghajati: Der Bericht nimmt vor allem auf die Kärntner Ortstafelfrage Bezug. Viele Bürger fragen, warum sich da nichts tut. Was das allgemeine Klima betrifft, sind noch einige Vorkommnisse – Stichwort Grazer Gemeinderatswahlkampf – sehr präsent. Andererseits nehme ich gerade in solchen Phasen Menschen wahr, die sagen: Das wollen wir nicht.

Sie haben kürzlich die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen und gemeint, das habe auch mit dem „guten Weg“ Österreichs zu tun. Was ist denn lobenswert?

Baghajati: Zum Beispiel das Islamgesetz von 1912. Damit wird der Dialog institutionalisiert. Jüngstes Ergebnis ist ein gemeinsamer Aufruf der Glaubensgemeinschaften für Fairness im Wahlkampf.

Wie beurteilen Sie den anlaufenden Wahlkampf? Die ÖVP hat das Ausländerthema aufgenommen und spricht von „Kulturdelikten“.

Baghajati: Das wird von Muslimen sehr genau beobachtet. Die ÖVP verwendet Strategien, die man eigentlich von der FPÖ kennt.

ÖVP-Innenministerin Fekter will überprüfen lassen, ob bei im Ausland geschlossenen Ehen eine Zwangsehe vorliegt.

Baghajati: Ich halte es generell für problematisch, wenn signalisiert wird, dass es eine Bevölkerungsgruppe gibt, die durch ihre Kultur so geprägt ist, dass sie Verbrechen gutheiße oder gar begehe.

Zwangsehen kommen nicht selten vor. Reden Sie da nicht etwas schön? Sie gelten als das sanfte Gesicht des Islam in Österreich.

Baghajati: Sanft, gut! Aber hoffentlich auch hartnäckig, auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft – speziell, wenn es um Frauenrechte geht. Schönreden wäre der falsche Weg.

Was tun Sie dagegen?

Baghajati: Es geht um Empowerment, um Selbstständigkeit durch berufliche Perspektiven, damit Frauen nicht von einem „Ernährer“ abhängig sind, um Mediation bei Gewalt, um Aufklärung. Eine islamische Eheschließung ist ein Vertragsabschluss, der ein freiwilliges Ja-Wort beider beinhaltet. Eine Ehe, die unter Zwang zustande gekommen ist, ist anfechtbar.

In westlichen Gesellschaften gilt das Kopftuch als Symbol von Rückständigkeit und Unterdrückung. Sie haben es freiwillig gewählt – obwohl aus einem anderen Kulturkreis stammend. Warum?

Baghajati: Diese Frage wird mir oft gestellt. Das Kopftuch ist längst zu einem Symbol für alle möglichen Themen im Integrationsbereich geworden – eine zweifelhafte Ehre für die betroffenen Frauen. Erklären ist schwierig. Ich kann mir wünschen, dass man Verständnis dafür hat, dass es Frauen wichtig ist, ihren Glauben leben zu können. Als muslimische Frau erwarte ich mir aber nicht, dass andere das womöglich sogar schön finden. Es muss in dieser Diskussion natürlich auch die Meinung Platz haben: „Tut mir leid, aber gefallen tut mir das nicht. Aber mache, was du möchtest.“ Ich habe mir Zeit gelassen. Fünf Jahre, nachdem ich mich zum Islam bekannt habe, habe ich Kopftuch getragen.

Wollte das Ihr Mann?

Baghajati: Nein, es war eher mein Mann, der sich an das Kopftuch gewöhnen musste. Er hat immer gemeint, dass der Islam nicht auf ein Kopftuch zu reduzieren ist. Das wäre eine fürchterliche Verengung. Jedes Mädchen soll sich selbst entscheiden. Es sollen auch keine Klüfte zwischen Frauen mit und ohne Kopftuch entstehen.

Wie kann jemand, der in einer anderen Kultur aufgewachsen ist, freiwillig das Kopftuch auf sich nehmen? Das ist doch ein Rückschritt!

Baghajati: Als ich begonnen habe, es zu tragen, gab es diese politischen Implikationen überhaupt nicht.

Es ist ein Symbol für Armut. Gebildete Frauen tragen es eher nicht, zumindest nicht in der Türkei.

Baghajati: Aber warum? Weil eine Frau in der Türkei mit Kopftuch nicht zu höherer Bildung kommt. Sie finden hier in Wien viele Türkinnen, weil sie in Österreich auch mit Kopftuch studieren können. Ich bewundere, was sie dafür auf sich nehmen. Das sind selbstbewusste, emanzipierte Frauen.

Was halten Sie vom Burkini (Ganzkörperbadeanzug)?

Baghajati: Es macht Partizipation auch beim Sport möglich. Aber um damit in ein öffentliches Bad reinzumarschieren, braucht es Mut. Dabei ist er schick und funktional. Eine Frau am Meer in Ägypten wurde nett gefragt: „Kommt das aus Paris?“

Muss die Glaubensgemeinschaft nicht dafür werben, sich besser zu integrieren, Bildung besser zu nutzen?

Baghajati: Das Motto der islamischen Glaubensgemeinschaft ist ja „Integration durch Partizipation“.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat heuer bei seinem Deutschland-Besuch sehr viel Aufregung erzeugt: „Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschheit“, sagte er. Was halten Sie davon?

Baghajati: Eine starke Ansage, die man doch eher mit Völkermord assoziiert. Man darf die Begriffe nicht verwechseln. Oft wird Integration gefordert, aber eigentlich Assimilation gemeint. Die eigene Identität soll nicht verloren gehen.

Kritisiert wird, dass die islamische Glaubensgemeinschaft zu wenig Zugang zu den Moscheen und zu sogenannten „Hasspredigern“ hat.

Baghajati: Der Verfassungsschutzbericht sagt klar, dass sich gefährliche Tendenzen auf eine ganz kleine Personenzahl beschränken. Das spielt sich in Privaträumen ab. In den offiziellen Moscheen gibt es einen Selbstreinigungsprozess. Wenn jemand hetzerisch predigen würde, würde er von den eigenen Leuten von der Kanzel heruntergeholt. Außerdem erhalten Imame ihr Einreisevisum als Seelsorger in Österreich erst, nachdem die Glaubensgemeinschaft die Unterlagen geprüft und grünes Licht gegeben hat. Und sie verpflichten sich auch, Deutsch zu lernen. Wir wünschen uns eine eigene Ausbildung für Imame hier in Österreich.

Es gibt durchaus Muslime, die meinen, Westeuropäer seien zu tolerant gegenüber radikalen islamischen Tendenzen. Der grüne Bundesrat Efgani Dönmez hat vor einer Parallelgesellschaft gewarnt. Tut Ihre Organisation hier wirklich genug?

Baghajati: Welche Möglichkeiten haben wir? Wir können vernetzen und in Konferenzen grundsätzliche Klarstellungen treffen. Das ist zum Beispiel bei diversen Imame-Konferenzen in Wien geschehen.

Wie können Sie auf radikale Tendenzen reagieren?

Baghajati: Zum Beispiel durch den Religionsunterricht. Sie können den Dschihad ansprechen und erklären, dass es nicht um die kriegerische Auseinandersetzung geht, sondern um die Anstrengung auf dem Weg Gottes. Das ist der große Dschihad gegen einen selbst, gegen niedere Instinkte, die einen manchmal drängen, den bequemen Weg zu gehen. Jugendliche müssen auch dafür sensibilisiert werden, dass sie manche Internetseiten, die mit islamischen Symbolen auftrumpfen, aber theologisch falsch sind, durchschauen.

Jugendliche Immigranten sind dafür vielleicht anfällig, weil sie sich als Außenseiter fühlen, oder?

Baghajati: Wir brauchen endlich eine Politik, die Chancengleichheit umsetzt, vor allem in Bildung und Beruf. Integration nützt allen und ist nicht nur eine lästige Pflicht, die lediglich Geld kostet. Muslime müssen in die Mittelschicht aufsteigen können. Dann wäre schon viel erreicht.

Minarette werden in Österreich skeptisch betrachtet. Der Vorarlberger Bischof Elmar Fischer hält den Bau von Moscheen sogar für eine Gefährdung des sozialen Friedens.

Baghajati: Aber Kardinal Schönborn hat eine Klarstellung getroffen (gegen ein Bauverbot, für Religionsfreiheit, Anm.), die die Muslime sehr goutiert haben. Beten kann man natürlich auch ohne Minarett. Aber es gibt ein Bedürfnis nach würdigen, nicht irgendwie improvisierten Gebetsstätten. Die Muslime sind in Österreich angekommen.

Die islamische Kultur gilt als dynamischer und stärker, weil sie den Glauben ernster nimmt.

Baghajati: Wenn ein Pfarrer sich anschaut, wie unsere bescheidenen Gebetsräume am Samstag voll sind mit jungen Menschen, dann kann ich schon nachvollziehen, dass er sich fragt: Und was ist mit unserer Jugend? Aber es wäre falsch, miteinander zu konkurrieren. Im Koran steht das schöne Wort, dass Gott die Pluralität der Religionen gewollt hat.

Leider gab es da zwischendurch aber eine Menge Glaubenskriege.

Baghajati: Da müssen sich die Muslime im Vergleich nicht verstecken. So ist der Dreißigjährige Krieg etwas originär Europäisches.

Die meisten Terroranschläge der Neuzeit haben aber islamischen Hintergrund.

Baghajati: Das ist eine sehr neue Entwicklung – die oft in der Wahrnehmung anderes überlagert, siehe Europolbericht von 2007: von 498 Aktionen ein einziger mit islamistischem Hintergrund. Unsere Glaubensgemeinschaft lehnt Terror klar ab. Uns tut das weh, dass wir beim Vorstellen das Islam nicht mehr unbefangen wie vor 15 Jahren gleich sagen können: „Islam, da steckt Salam – Friede drinnen.“ Umso mehr gibt es einen Auftrag, das Friedenspotenzial des Islam herauszuarbeiten.

Bisherige Gesprächspartner: Thomas Schäfer-Elmayer (7.7.); Josef Zotter (10.7.); Fredy Mayer (14.7.); Ari Rath (16.7.); Renee Schroeder (21.7.); Veronica Kaup-Hasler (24.7.); Thomas Müller (31.7.); Ioan Holender (5.8.); Claudia Bandion-Ortner (11.8.)., Helmut Schüller (18.8.).

ZUR PERSON: AMINA BAGHAJATI

Seit 1987 lebt die im deutschen Mainz geborene Amina Baghajati (42) in Wien. Hier studierte sie Schauspiel – davor, in Deutschland, vergleichende Literaturwissenschaft. Sie konvertierte zum islamischen Glauben. Seit 2002 ist sie Mitglied des obersten Rates der islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs und deren Sprecherin. Baghajati hat vier Kinder, ihr Mann stammt aus Syrien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2008)

Moslem-Vertreter: ÖVP spielt gefährliches Spiel

Integration

Die harte Wahlkampflinie der ÖVP in der Ausländerfrage sorgt für Unmut bei Migrantenvertretern. "Die ÖVP spielt hier ein gefährliches Spiel und ist dabei, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren", kritisiert Tarafa Baghajati von der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen im KURIER-Gespräch.

"Einerseits präsentiert sich die ÖVP als die Europapartei mit den großen Visionen, andererseits agiert sie in Sachen Migration und Integration kleinkariert und inkompetent." Baghajati stört sich vor allem am jüngsten Vorstoß von Innenministerin Maria Fekter, den Begriff "Kulturdelikte" einzuführen. Damit will sie Taten bezeichnen, die nach österreichischem Recht zwar illegal sind, aber für Menschen aus dem Ausland Teil der Tradition sein könnten.

Eines dieser "Kulturdelikte" ist für Fekter Ehrenmord. Baghajati: "Es ist wirklich unglaublich, wie eine Ministerin ein Verbrechen, das sich in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten ein einziges Mal ereignet hat, behandelt, als sei es der Dreh- und Angelpunkt der Kriminalstatistik." Zudem sei es eine Beleidigung von tausenden in Österreich lebenden Bürgern, ihnen und ihrer Kultur zu unterstellen, Mord sei Teil ihrer Tradition.

Schlechtes Beispiel

Dass Fekter Genitalverstümmelung als Beispiel für "Kulturdelikte" genannt hat, hält der Moslem-Vertreter für unangebracht: "Es gibt keine Kulturgemeinschaft in Österreich, die das gut heißt." 2006 habe ÖVP-Ministerin Rauch-Kallat die Rolle der muslimischen Vertreter in dieser Frage gewürdigt.

"Das alles im Wahlkampf zu vergessen oder – noch schlimmer – gar nicht zu wissen, ist fatal."

 

 

Leserbrief zum WZ Interview mit Seyran Ates: "Integration? Eine totale Illusion"

Interview von Ruth Pauli und Katharina Schmidt mit Seyran Ates, extra, 4. Juli:

Zu dem Interview hätte ich eine ganz simple Frage: Haben Sie sich je die Mühe gemacht, über die Aktivitäten der muslimischen Vereine und der Islamischen Glaubensgemeinschaft gegen Zwangsheirat, für Frauenrechte und Empowerment von jungen Mädchen (mit und ohne Kopftuch) zu recherchieren? Haben Sie je die Erklärungen der drei Imamekonferenzen gelesen? Sind Sie auf die Idee gekommen, sich bei engagierten nicht praktizierenden Muslimen in Österreich zu informieren, wie es ihnen geht und ob sie sich für Österreich deutsche Zustände wünschen?

Sorry, aber das war kein journalistisches Interview, sondern eine unkritisch-einseitige "Werbeanzeige" für die deutsche Islam-Politik.

Undifferenziert wurden hier Religion, Migration und Einwanderungsgesetze vermischt.

Wenn etwas in Österreich bei weitem besser läuft als in Deutschland, dann ist es der Umgang mit dem Islam und Muslimen. Aber auch die Partizipation der Muslime in vielen politischen und zivilgesellschaftlichen Bereichen funktioniert hierzulande besser.

Österreich hat Vorbildcharakter, schon durch die Tradition staatlicher Anerkennung seit 1912.

Was nicht heißen darf, sich untätig zurückzulehnen. Aber dass eine rechtlich-institutionelle Basis vorliegt, die integrationspolitisch günstig ist, muss gerade für Muslime ein Ansporn sein, hier weiter aufzubauen.

In Österreich brauchen wir, was den Umgang mit dem Thema "Islam" betrifft, keine Komplexe gegenüber Deutschland haben. Gott sei Dank besteht die Welt nicht nur aus Fußball.

DI Tarafa Baghajati, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

IGGiÖ-Sprecherin Baghajati ist jetzt Österreicherin

Wien (APA) - Die Sprecherin der Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Carla Amina Baghajati, ist seit heute, Freitag, Österreicherin. Sie legte ihre bisherige deutsche Staatsbürgerschaft zurück und nahm die österreichische an. Grund dafür war nicht nur, dass sie hier ihren Lebensmittelpunkt hat. Sie wollte auch den "positiven Weg" anerkennen, wie Österreich mit dem Thema Islam umgeht.

Außerdem ging es ihr darum, auch ihre politischen Rechte voll ausschöpfen zu können. Dies kann sie schon bei der bevorstehenden Nationalratswahl am 28. September tun, für die sie nun ein Wahlrecht hat.

Baghajati ist seit 2000 Medienreferentin der IGGiÖ. Sie ist die erste Frau, die in den Obersten Rat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
aufgenommen wurde.

(Schluss) dru/jep

 

"Kipferlsturm" am Peilstein

Aktion von Christen, Muslimen; BZÖ gegen Alpenverein

Neuhaus - Rund 50 Christen und Muslime marschierten am Samstag auf den 718 Meter hohen Peilstein, um oben Kipferln zu verteilen und damit an eine Polit-Groteske zu erinnern. Mit dabei bei der Aktion der "Plattform Christen und Muslime": Anas Schakfeh, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, seine Sprecherin Amina Baghajati, die Vorsitzende der "Muslimischen Frauen in Österreich", Daniela Abu-Subhieh, der Wiener SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi sowie Ex-ORF-Korrespondent Paul Schulmeister und Heinz Nussbaumer, Ex-Pressesprecher des verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil

Der Alpenverein (ÖAV), hatte BZÖ-Obmann Westenthaler im Wahlkampf 2006 vermeldet, unterstütze eine Forderung radikaler Muslime, wonach auf Bergen Gipfelkreuze durch Halbmonde ersetzt werden. Westenthalers "Beweis": Ein Brief, in dem ÖAV-Vizepräsident Andreas Ermacora dieses Ansinnen guthieß.

Bloß: Der Brief war die Fälschung eines Scherzboldes. Aber Westenthaler rückte auch nicht davon ab, nachdem Muslime wie Alpenverein erklärt hatten, dass seine Angst unbegründet sei.

Sicherheitshalber erklärte Anas Schakfeh am Peilstein-Gipfel aber nochmals: Niemand stelle die Insignien alpenländischer Gipfelidentität infrage. Ein wenig abseits schmunzelte ein Mann in sich hinein: Der Journalist Gert Millmann, Ex-Sprecher des neuen SPÖ-Chefs Werner Faymann, hatte jenen Brief geschrieben. "Die Posse", sagte Millmann, gehe weiter: "Westenthaler will seine Prozesskosten bei mir einklagen, weil er sich von mir getäuscht fühlt."

Gleich am Sonntag fand "die Posse" ihre Fortsetzung: BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz kritisierte den Alpenverein für dessen "Verharmlosung des expansiven Islam". Die Ausschreitungen nach dem EURO-Viertelfinalspiel Kroatien - Türkei "sollten für die blindesten und dümmsten Gutmenschen ein Signal sein", sagte Grosz.

Multireligiöser Gipfelsturm erfolgreich

Die "Plattform Christen und Muslime" lud zu einer gemeinsamen Wanderung im Andenken an die Halbmond-Affäre vor zwei Jahren.

Dutzende Frauen und Männer fanden sich am Samstagvormittag in der Teichanlage Neuhaus ein, um den Peilstein gemeinsam zu bezwingen. In einer groß angelegten Wanderung sollte an die Aussagen von BZÖ-Politiker Peter Westenthaler erinnert werden, der im vergangenen Wahlkampf einen gefälschten Brief in einer TV-Sendung vorlas.

Darin soll der SPÖ-Landtagsagbeordnete Omar al-Rawi vom Österreichischen Alpenverein die Bestätigung erhalten haben, dass in Zukunft Gipfelkreuze mit hölzernen Halbmonden ausgetauscht werden.

Persönlichkeiten wie Heinz Nußbaumer, Peter Pawlowsky, Paul Schulmeister und Susanne Heine wanderten gemeinsam mit muslimischen Vertretern wie Omar al-Rawi, Anas Schakfeh und Carla Amina Baghajati und zahlreichen begeisterten Sympathisant/innen.

Kipferl als Antwort

Während dem Aufstieg lasen die Veranstalter/innen immer wieder kurze spirituelle Texte vor, ehe am Gipfel die Festreden folgten. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, betonte dabei das gute Zusammenleben und verwies auf die Vorbildrolle Österreichs in der Welt.

Als Antwort auf Peter Westenthaler, der bis heute vom Inhalt des Briefes überzeugt ist, wurden von allen Teilnehmer/innen kleine Halbmond-Kipferl verspeist. Auf einer Berghütte wurde schließlich mit musikalischer Untermalung von Bard.Allah und bekannten Hüttenspezialitäten der erfolgreiche Aufstieg ausgiebig gefeiert.

"Uns eint, dass wir Frauen sind"

Im Projekt Fatima werden junge Musliminnen in Österreich für Beruf und Arbeitsmarkt trainiert - Aber auch Männer sollen miterzogen werden

Wien – Saime Öztürk ist 22 Jahre und studiert Geschichte und Germanistik in Wien. Sie strebt nach Erfolg im Beruf und will den eines Tages mit einer eigenen Familie in Einklang bringen. Man würde diese Ziele wohl als jene einer modernen Frau bezeichnen. Dass ihr Glaube – Saime Öztürk ist Muslimin – dazu im Widerspruch steht, ist ein "überholtes Vorurteil", sagt Carla Amima Baghajati von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGIÖ). "Gerade bei der zweiten Generation zeichnet sich seit Jahren ein Trend ab: Der Partizipationsgedanke im Bereich Bildung und Beruf scheint zu greifen. Die Mädchen erkennen, dass Bildung der Schlüssel ist. MuslimInnen wollen aus der unteren Schicht in die Mittelschicht aufsteigen."

Die IGGIÖ schätzt, dass in Österreich rund 420.000 MuslimInnen leben. Bei der jüngsten Volkszählung im Jahr 2001 wurden 338.998 MuslimInnen in Österreich registriert. Ihr Bevölkerungsanteil wuchs von zwei Prozent im Jahr 1991 auf 4,2 Prozent im Jahr 2001.

Saime Öztürk engagiert sich seit der Gründung 2005 für das Projekt Fatima – eine Qualifikationsoffensive für junge Musliminnen. Mehr als ein halbes Jahr lang werden die Mädchen dabei im Rahmen von Seminaren und Workshops in den Bereichen Kommunikation, Präsentation, Projektmanagement und Teamfähigkeit geschult. Mittlerweile sind es 22 Teilnehmerinnen, viele unter ihnen studieren, andere sind bereits berufstätig – gemeinsam ist ihnen der muslimische Glaube und ein Ziel: Das Bild, das über muslimische Frauen in der Gesellschaft herrscht, zu ändern.

"Die erste Generation hatte noch mit Sprachbarrieren zu kämpfen, deshalb haben sie sich schwer getan, sich zu öffnen", sagt Öztürk. Ihre Eltern leben seit den Achtziger Jahren in Österreich, sie fühlen sich wie ÖsterreicherInnen, so auch ihre beiden Töchter. "Das traditionelle Bild weicht zurück, unserer Eltern wollen, dass es uns einmal besser geht, Bildung spielt dabei eine große Rolle."

Die 22-Jährige rückt ihr Kopftuch zurecht, das farblich zu ihrem Outfit passt. Sie habe mehr als 50 Stück davon im Schrank, erzählt sie. Früher habe sie das Tuch nicht getragen, erst mit 18 Jahren habe sie sich dazu entschieden: "Ich hatte nie Probleme deshalb, manchmal sprechen mich Leute darauf an, fragen mich, warum ich das trage. Meistens antworte ich: Weil es mir gefällt." Die Mädchen, die sich bei Fatima engagieren, werden als Multiplikatoren und Aktivistinnen verstanden, sollen andere motivieren, ihrem Beispiel zu folgen.

Männer miterziehen

Das Projekt soll aber auch Männer erziehen: "Wenn man einen Mann erzieht, erzieht man eine Person, wenn man eine Frau erzieht, dann mit ihr eine ganze Gesellschaft", zitiert die Studentin und appelliert an den Zusammenhalt unter Frauen: "Österreicherinnen und Musliminnen sollten mehr zusammenhalten – uns eint, dass wir Frauen sind, und eigentlich wollen wir doch alle dasselbe: Partizipation in der Gesellschaft."

Seinen Abschluss fand das Projekt Fatima 08 am Freitag, bei einem Fest im Technischen Museum. Unterstützer aus Wirtschaft und Politik ehrten das Engagement der Mädchen – und das Integrationsprojekt wird fortgesetzt.

(Doris Nentwich/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.6.2008)

Ein muslimischer Österreicher wird wiederentdeckt

Dr. Abdullah Karl Eduard Hammerschmidt gründete vor 140 Jahren den Roten Halbmond

(iz). Am 11. Juni 2008 fand eine maßgeblich von österreichischen Muslimen initiierte Gedenkveranstaltung anlässlich des 140. Jahrestags der Gründung des Roten Halbmondes durch Abdullah Karl Eduard Hammerschmidt statt. Angeregt von Galib Stanfel, wurde die Veranstaltung in Kooperation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), dem Roten Kreuz, der türkischen Botschaft und dem humanitären Verein Carima organisiert, unter dem „Ehrenschutz“, der Schirmherrschaft des Stadtrats für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien. Dahinter stand auch der Gedanke, an muslimische Spuren in der österreichischen Geschichte zu erinnern und nach „historischen Identifikationsfiguren im Sinne einer muslimisch-österreichischen Identität“ Ausschau zu halten, wie Carla Amina Baghajati von der IGGiÖ in einem Beitrag schrieb. Nachdem erst kürzlich in Wien ein Platz nach Muhammad Asad (Leopold Weiß) benannt worden war, wird nun die Islamische Fachschule für Soziale Bildung in Wien zusätzlich den Namen Hammerschmidts tragen.

Wissenschaftliche Verdienste

Karl Eduard Hammerschmidt wurde am 12. Juni 1801 in Wien geboren. Nachdem er zunächst Rechtswissenschaft studiert hat, finden sich auch Hinweise auf ein medizinisch-chirurgisches Studium, wobei allerdings kein Abschluss nachweisbar ist. Vermutlich hatte Hammerschmidt Rechtswissenschaft studiert, da man damals im naturwissenschaftlichen Bereich kaum Verdienstmöglichkeiten hatte, und seine naturwissenschaftlichen und medizinischen Studien zusätzlich dazu betrieben. Er betätigte sich in verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten und wurde in Anerkennung seiner Leistungen 1833 in die Kaiserlich-Leopoldinische Akademie der Naturforscher in Bonn aufgenommen. Er ist einer der Pioniere der Äthernarkose und führte in den Jahren 1847 und 1849 führte er zusammen mit dem Zahnarzt Dr. Weiger zahlreiche Versuche zur Äthernarkose bei Zahnoperationen durch. Im Juli 1847 veröffentlichte er eine umfangreiche Statistik über mehr als 1.500 Äthernarkosen und Versuche. Ihm werden zahlreiche Verdienste in der frühen Erforschung und Verbreitung der Ätheranästhesie zugeschrieben, darunter eine Stadieneinteilung für die Ätheranästhesie, die Einführung eines Narkoseprotokolls für Patienten, das auch der statistischen Erfassung diente, und die Erkenntnis, dass das Hörvermögen des Patienten bei der Äthernarkose sehr lange erhalten bleibt und als erstes wieder zurückkehrt. Erst 1846 war die Narkose entdeckt worden. Dr. Hammerschmidt ist der erste, der die Äthernarkose in der Donaumonarchie untersucht und in die Praxis umgesetzt hat, und einer der ersten in Europa. Er hat mit seinen Versuchen und Erkenntnissen auch dazu beigetragen, dass sich die Betäubung mit Äther gegenüber der anfangs ebenfalls gebräuchlichen Narkose mit Chloroform, welche deutlich höhere Risiken für den Patienten beinhaltet, durchgesetzt hat. Sein naturwissenschaftliches Interesse beschränkte sich aber nicht nur auf die Medizin, sondern umfasste auch Zoologie, Geologie und Mineralogie. Damals waren die Wissenschaften und auch die Wissenschaftler in ihren Forschungsgebieten noch nicht so stark ausdifferenziert und eingeschränkt. Zwei Publikationen aus den Jahren 1847/48 beschäftigen sich beispielsweise mit der Verhinderung von Misshandlungen bei Tierversuchen.

Hammerschmidt lebte in Wien als angesehener Entomologe und war seit 1835 Herausgeber der „Landwirtschaftlichen Zeitung“. Seine politische Positionierung jedoch hat sein Leben, das er bis dahin als Forscher geführt hatte, ab 1848 maßgeblich verändert.

Flucht nach Istanbul

In den 1840er Jahren war es offenbar zu permanenten Schwierigkeiten mit der Zensurbehörde gekommen. So kritisierte Hammerschmidt etwa im Jahre 1846 in der Zeitung die Neuerrichtung eines Kaiser-Franz-Denkmals. 1847 wagte er es sogar, sich über Verzögerungen in der Zensur zu beschweren, zum Unmut der Beamten. Der Konflikt schwelte schon seit einigen Jahren, doch hatte Hammerschmidt offenbar über längere Zeit Rückendeckung von „höherer Seite“ gehabt, vielleicht weil er auch für die erzherzöglichen Sammlungen tätig gewesen war. Dennoch scheint sich, vermutet Prof. W. List von der Universitätsklinik Graz in einem Beitrag über Hammerschmidt, bei diesem „ein hohes Maß an Frustration über das politische System des Vormärz, über die eingeschränkte Meinungsfreiheit, möglicherweise auch über die Zustände bei Hof angestaut haben“, sodass er sich im März 1848 schnell auf die Seite der Revolutionäre schlug und auf Seiten der Behörden gar als „einer der heftigsten Gegner der Regierung“ galt. 1849 wurde er aufgrund seiner Involvierung in den Oktoberaufruhr von 1848 zu einer zwölfjährigen Festungshaft verurteilt. Hammerschmidt hielt sich jedoch nach der Niederschlagung des Aufstands in Ungarn auf, von wo aus er 1849 nach Istanbul floh, wo er zunächst im Gülhane-Krankenhaus tätig war. Zwar verlangte die Habsburgische Monarchie noch im selben Jahr vom Osmanischen Reich die Auslieferung aller Flüchtlinge, die an dem Aufstand von 1848 beteiligt waren, doch lehnten die Osmanen dies ab. Die Österreicher konnten aber durchsetzen, dass jene Personen observiert wurden, und dass sie sich nicht zu nahe an der Grenze aufhalten sollten. Die Flüchtlinge sollten in einem Lager in Aleppo, im heutigen Syrien, zusammengefasst werden. Wie die österreichische Internuntiatur in Istanbul 1950 herausfand, hielt sich Hammerschmidt jedoch nicht in Aleppo auf, sondern in Damaskus, wo er in einem Spital arbeitete. Im Zuge des Krim-Krieges, während dem Hammerschmidt in der Osmanischen Armee diente, verloren die Österreicher offenbar das Interesse an seinem Fall. Später lehrte er als Professor an der Medizinischen Fakultät in Istanbul die Fächer Geologie, Mineralogie und Zoologie und gründete auch ein naturhistorisches Museum für die Universität. Neben zoologischen und geologischen Lehrbüchern in türkischer Sprache lieferte Hammerschmidt auch wertvolle Beiträge zur geologischen und zoologischen Kenntnis der Bosporusregion.

Gründung des Roten Halbmonds

Als in den 1860er Jahren die internationalen Gespräche zur Gründung des Roten Kreuzes beziehungsweise des Roten Halbmondes abgehalten wurden, war Hammerschmidt, der bereits 1864 vom Zentralkomitee des Internationalen Roten Kreuzes in Genf mit der Gründung einer solchen Organisation in der Türkei beauftragt worden war, der maßgebliche Vertreter des Osmanischen Reiches, weshalb er auch als eigentlicher Gründer des Roten Halbmondes gilt. Die Türkische Post widmete ihm 1968 eine Sonderbriefmarke anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung des Roten Halbmondes. In den 1860er Jahren stieg Hammerschmidts Bekanntheitsgrad, als seine entomologische Sammlung im Jahre 1867 auf der Pariser Weltausstellung ausgestellt und mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Karl Hammerschmidt hatte inzwischen den Islam angenommen und trug den Namen Abdullah Bey. Wann genau er Muslim geworden war, ist nicht genau bekannt. Schließlich wurde ihm als späte Anerkennung von Österreich-Ungarn im Jahre 1869 die goldene Medaille für Wissenschaft und das Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen. 1873 hielt er sich während der Wiener Weltausstellung als türkischer Kommissar wieder in Wien auf. Abdullah Bey Hammerschmidt starb am 30. September 1874 in Istanbul nach der Rückkehr von einer geologischen Erkundung einer neuen Eisenbahntrasse in Anatolien.

 

Sahara-Geiseln: Österreichische Muslime richten Apell an Entführer

Schakfeh-Referent wandte sich über Al Jazeera an die Extremistengruppe - Argumentiert mit Tradition der staatlichen Anerkennung in Österreich

Wien - Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat die Extremistengruppe "Al Kaida im Islamischen Maghreb" erneut zur Freilassung der beiden Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber aufgerufen. "Im Namen Allahs, mögen Sie die beiden unschuldigen Geiseln unversehrt freilassen. Lassen Sie sie frei, damit sie zu ihren Verwandten zurückkehren können", sagte der persönliche Referent von IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh, Mouddar Khouja, am gestrigen Mittwoch in einem Telefoninterview mit dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera.

Argument der staatlichen Anerkennung

Khouja wiederholte in diesem Zusammenhang das Argument, dass es in Österreich eine staatliche Anerkennung der Muslime gebe, "die sonst in der Europäischen Union nirgends existiert". Daher appelliere er im Namen der 415.000 Muslime in Österreich, die beiden nun schon seit über 100 Tagen in Gefangenschaft lebenden Österreicher freizulassen.

Die beiden Salzburger Touristen waren Ende Februar im Süden Tunesiens verschleppt worden. Sie sollen von ihren Entführern in ein Wüstengebiet im Norden Malis gebracht worden sein. Anfang März bekannte sich die Gruppe "Al Kaida im Islamischen Maghreb" zur Entführung und forderte von der österreichischen Regierung, sich für die Freilassung ihrer in tunesischer und algerischer Haft sitzenden Gesinnungsgenossen einzusetzen. Ein zweimal verlängertes Ultimatum an Österreich, diese Forderung zu erfüllen, ist bereits im April ausgelaufen.

Außenministerin Ursula Plassnik (V) hat am Dienstag bestätigt, dass sie in den vergangenen Tagen "persönliche Gespräche auf höchster Ebene" in Algerien und Mali geführt habe, um die Unterstützung der dortigen Partner bei den Bemühungen zur Freilassung der beiden Geiseln sicherzustellen. "Meine Gesprächspartner versicherten mir ihr großes Interesse an einer baldigen und unversehrten Rückkehr von Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner nach Österreich." (APA)

Interviews mit Tarafa Baghajati und Omar Al-Rawi auf Al-Jazeera online

Wien. Die Islam - Beschimpfung der Grazer FPÖ - Spitzenkandidatin Susanne Winter erregten auch international Aufsehen. Auf der Homepage des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera ist am Sonntag ein Artikel in arabischer Sprache erschienen. Darin schildern Imam Tarafa Baghajati, Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, und SPÖ-Politiker Omar Al-Rawi die Ereignisse rund um die Grazer Gemeinderatswahl.

Baghajati und Al-Rawi hätten "in einer profunden und fairen Weise" über die Vorgänge in Österreich berichtet, sagte Baghajati. So würden auch die klaren Verurteilungen der islamfeindlichen Äußerungen durch Politik, Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft in dem Bericht erwähnt. Namentlich genannt werden laut Baghajati Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S), Außenministerin Ursula Plassnik (V) und der steirische Landeshauptmann Franz Voves (S), der sich für die Beleidigungen Winters entschuldigt hatte.

Erwähnt werden laut Baghajati auch die Israelitische Kultusgemeinde sowie die evangelisch-lutherische Diözese, die bei der Staatsanwaltschaft Graz eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Verhetzung gegen Winter eingebracht hatte. Thema sei auch der Aufruf der Islamischen Glaubensgemeinschaft zu Besonnenheit.

Aufgrund dieser Reaktionen sieht Baghajati auch in Fall Winter einen Unterschied zum Konflikt um die in Dänemark erschienen Mohammed-Karikaturen, der weltweit zu Ausschreitungen geführt hatte. Das sei auch an den Postings zum Artikel erkennbar. Diese seien durchwegs gelassen. Ein einziger User rufe zur Gegenreaktion auf, alle anderen würden die Hoffnung äußern, dass Winter bei der Wahl die Rechnung präsentiert bekomme, sagte Baghajati.

Die Telefon-Interviews mit Al-Jazeera seien auf Initiative des Senders entstanden. Denn die Glaubensgemeinschaft habe entschieden, den Konflikt nicht von sich aus international zu thematisieren, so Baghajati. Droh-Video auf YouTube

Auf der Internet-Plattform "YouTube" ist am Sonntag auch ein neues Video gegen die Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter aufgetaucht. In dem Clip sieht man zunächst ein Foto Winters, darüber blinkt der rote Schriftzug: "Susanne Winter ermordet". Es folgen bewegte Bilder eines Polizei- und Rettungseinsatzes in der Nacht. Am Ende des kurzen Videos tragen zwei Männer einen Sarg aus einem Haus. Das Innenministerium prüft das Video.

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