Islamfeindlichkeit

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Stellungnahme der IMÖ zum Entwurf zur Novellierung des Islamgeetzes

Österreich genießt im Ausland den Ruf ein Modelland im Umgang mit dem Islam zu sein, was sich vor allem auf die Tatsache gründet, dass seit 1912 ein eigenes Islamgesetz die Muslime gesetzlich anerkennt. Auf Basis dieser Inklusion konnte sich vor allem seit dem Bestehen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich 1979 ein Zusammenleben entwickeln, das auch in Zeiten, da die weltpolitische Lage (9/11, so genannte Karikaturenkrise 2006) von Spannungen und Krisen gekennzeichnet war, für Österreich den sozialen und religiösen Frieden wahren half. Eine Art institutionalisierter Dialog zwischen dem Staat, anderen anerkannten Religionsgesellschaften und der Zivilgesellschaft setzte nicht nur wichtige Impulse für ein gesamtgesellschaftliches „Wir-Gefühl“. Auch international konnte und kann Österreich mit diesem substantiellen Dialog, der viele Früchte getragen hat, punkten.

Für die Muslime wurde das staatliche Hineingenommen Werden zur Grundlage für die Ausprägung eines Identitätsgefühls, bei dem es zunehmend selbstverständlich wurde, sich zugleich als Muslim/in und Österreicher/in zu verstehen. Anerkennung ist immer ein beidseitiger Prozess. Denn eine rechtliche Absicherung bringt automatisch mit sich, dass sich eine emotionale Verbundenheit und Bereitschaft für den Rechtsstaat, von dem diese ausgegangen ist, einzustehen bei jenen einstellt, die solcher Weise als Minderheit den Grundsatz der Gleichstellung erfahren können. Muslime in Österreich sind inzwischen zu mehr als der Hälfte österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Mit der Novellierung des Gesetzes verbanden sie große Hoffnungen, dass parallel wie etwa zum Protestantengesetz eine bessere Definition verschiedener Bereiche des religiösen Lebens wie z.B.  die Seelsorge in Krankenanstalten oder die Einrichtung eines Lehrstuhls für islamische Theologie erfolgen würde. Damit versprach man sich auch in der Öffentlichkeit einen weiteren wichtigen Schritt zu gehen, um die rechtliche Anerkennung auch zu breiterer gesellschaftlicher Akzeptanz zu führen. Denn je stärker sich ein spezifisches Profil für die Muslime in Österreich entwickeln kann, desto mehr lässt sich die Gefahr bannen, dass Muslime hierzulande doch wieder vor der Folie von negativen Ereignissen im Ausland gesehen werden, die sie in ein Rechtfertigungseck treiben. Schlimmer noch sind in der öffentlichen Debatte auch immer wieder Forderungen nach „Reziprozität“ aufgetaucht. Musliminnen und Muslime in Österreich sollen aber nicht in Geiselhaft für Verfehlungen und Missstände genommen werden, mit denen sie nichts zu tun haben und auf die sie auch keinen Einfluss nehmen könnten.

Vor diesem Hintergrund ist sehr zu bedauern, dass die Präsentation des Begutachtungsentwurfs ausgerechnet in eine Zeit fällt, da begreiflicher Weise angesichts des terroristischen Wütens extremistischer Gruppen Ängste wach werden und alte Vorurteile und Klischees gegen Muslime aufbrechen. Ein Gesetz, das den alten und bewährten Geist der Anerkennung fortschreibt, wäre hier auch ein Mittel den Kurs Österreichs zu bestätigen, Muslime durch Inklusion an den österreichischen Rechtsstaat zu binden. Dies hat bisher so ausgezeichnet gewirkt, dass sich die breite Öffentlichkeit dessen vielleicht gar nicht so bewusst ist – Erfolgsgeschichten werden schnell für selbstverständlich genommen und schreiben erst dann Schlagzeilen, wenn das Ausland anerkennend das „Modelland Österreich im Umgang mit dem Islam“ lobt. Daher droht auch nicht ausreichend bewusst zu sein, wie viel auf dem Spiel steht, wenn die Novellierung angesichts der aktuellen Begleitumstände auch nur in den Geruch von „Anlassgesetzgebung“ gerät.

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen lehnt daher all jene Passagen im Entwurf, die Misstrauen ausdrücken deutlich ab:

- Die besondere Betonung des Vorrangs staatlichen Rechts. Das ist eine Selbstverständlichkeit, die sich aus dem allgemeinen Gesetzesrahmen in Österreich ergibt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat sich dieses Bekenntnis in die eigene Verfassung geschrieben. Es hier – anders als bei den Texten der anderen anerkannten Religionsgesellschaften zu unterstreichen, transportiert eine eindeutige Botschaft an die Muslime, sie seien potentiell zu wenig loyal gegenüber dem Staat und bräuchten hier eine Maßregelung, sowie an die Mehrheitsbevölkerung, dass der Staat die Muslime unter spezieller Beobachtung halte.

- Ganz ähnlich in §4 Abs. 3: „Es muss eine positive Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat bestehen.“

- Im Anschluss daran in §5 ähnlich schwammige Formulierungen, was die Gründe betrifft, die den Bundeskanzler ermächtigen, die Rechtspersönlichkeit zu versagen oder zu entziehen. Hier liegt zudem ein Eingriff in die inneren Angelegenheiten vor.

- Dem Verweis auf die nicht statthafte Verwendung des Wortes “Ungläubige” in den Erläuterungen. Das reproduziert den derzeitigen islamkritischen bis islamfeindlichen Diskurs, während Muslime selbst in ihrer Lehre davon ausgehen, dass alle Menschen gleichermaßen von Gott mit Würde begabt wurden (Koran 17:70). Von vorherein anzunehmen, dass Muslime tendenziell diskriminierend gegenüber Andersgläubigen agierten, ist nicht nur sachlich zurückzuweisen, sondern dahinter steht auch eine mangelnde Aufmerksamkeit, sich von Seiten des Staates nicht in die inneren Angelegenheit einer Religionsgesellschaft einzumischen. Denn hier wird sogar eigenmächtig eine – noch dazu falsche! – Interpretation der religiösen Quellen vorgenommen.

An dieser Stelle zeigt sich sehr deutlich, dass gegen Muslime ein Vorverdacht besteht, der dann auch dazu verführen kann, den Gleichheitsgrundsatz zu vernachlässigen. Umso bedenklicher wäre es, wenn diese im Gesetzesentwurf deutlich zu Tage tretenden Verletzungen politisch auch noch damit gerechtfertigt würden, dass Muslime eben „anders“ seien und darum auch „anders“ behandelt werden müssten. Dies würde Pauschalverdächtigungen in den Status berechtigter Bedenken erheben und könnte im schlimmsten Fall das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit an dieser Stelle verletzen.

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen meldet daher ernste Bedenken und große Sorge bei allen Stellen im Entwurf an, wo der Gleichheitsgrundsatz aufgehoben scheint. Dies tritt bei folgenden Punkten besonders hervor:

- § 6, Abs. 2: Bei der Thematisierung der Finanzierung aus dem Ausland. Hier scheint der Gesetzgeber willens, diese möglichst völlig auszuschließen, bzw. nur über Stiftungen zu ermöglichen. Wenn damit die Entwicklung einer österreichisch-muslimischen Identität gefördert werden soll, indem Finanzflüsse aus dem Ausland gekappt werden, so steckt ein Denkfehler darin. Denn es ist nicht richtig, dass finanzielle Unterstützung automatisch auch inhaltliche Einflussnahme bedeuten muss. Muslime in Österreich haben über Jahre hinlänglich bewiesen, dass sie unter dem Dach der Islamischen Glaubensgemeinschaft bestrebt sind autonom zu agieren. Auch in öffentlichen Stellungnahmen wurde die Linie vertreten, dass Einflussnahme aus dem Ausland auf die IGGÖ unerwünscht ist – so wie sich die IGGÖ nicht in die internen Angelegenheiten ausländischer Staaten einmischt. Als praktisches Beispiel seien finanzielle Zuwendungen aus dem Ausland bei der Errichtung des islamischen Friedhofs genannt. Ohne diese hätte dieser nicht errichtet werden können. Selbstverständlich war dies aber eine Spende, die keinerlei Verpflichtung seitens der IGGÖ gegenüber den Spendern mit sich brachte.

- Beim Versuch ausländische Imame aus dem Land draußen zu halten. Natürlich favorisieren auch wir, dass sich ein Prozess entwickelt, der religiöse Multiplikatoren im Inland ausbildet. Die Strukturen dazu sollen ja auch geschaffen werden. Doch darf das nicht zu einer Diskreditierung der Leistungen von derzeit tätigen, im Ausland ausgebildeten Personen führen, bzw. ihnen die Arbeitsgrundlage entzogen werden. Andere Religionsgesellschaften beziehen ihr Personal auch ganz selbstverständlich aus dem Ausland, wenn dies erforderlich ist.

- Die Verwaltung der Mittel, ihre Aufbringung und Rechnungslegung muss als eine innere Angelegenheit betrachtet werden.

- Bei der Mitsprachemöglichkeit der IGGÖ in Bezug auf die Bestellung des Lehrpersonals an der Universität. Hier sind im Vergleich die Regelungen anderer Religionsgesetze (etwas bei den Protestanten) klarer. Beispielsweise müsste es eine Grundvoraussetzung sein, dass ein Lehrstuhlinhaber auch Mitglied der Islamischen Glaubensgemeinschaft ist.

- Während Priester, Pfarrer und Rabbiner sich auf ein Schweigegebot berufen können, ist dies für Imame nicht vorgesehen. §11, Abs.2. Die fachliche Eignung der Seelsorger ist eine innere Angelegenheit der IGGÖ. Laien dürfen von der Seelsorge nicht automatisch ausgeschlossen werden.

Auch unabhängige Experten haben inzwischen schwerwiegende Bedenken gegen den Entwurf geäußert. Vieles sei nicht ausgereift. Dieser Meinung schließen wir uns an, denn abgesehen von den bereits geäußerten Bedenken werfen die verpflichtende Umwandlung von Vereinen zu Kultusgemeinden und die Behandlung der kleineren Vereine viele Fragen auf.

Dabei wäre schließlich auch ein prinzipielles Erfordernis zu berücksichtigen, mit dem sich spätere Probleme vermeiden ließen: Es braucht unbedingt eine eigenes Gesetz für die Islamische Glaubensgemeinschaft und für die Aleviten. So wie es auch kein „Christengesetz“ gibt, können dermaßen unterschiedliche Religionen nicht in ein Gesetz gepresst werden. Daher sollen unbedingt zwei Gesetze verabschiedet werden: Für Muslime und für Aleviten.

Daher steht zu hoffen, dass die involvierten Personen, Entscheidungs- und Verantwortungsträger, in einer so zukunftsweisenden Angelegenheit sich die nötige Zeit geben, um grundlegend den Entwurf zu überarbeiten.

Wien, 04. November 2014

Dipl.- Ing. Tarafa Baghajati, Obmann

Dipl.- Ing. Mouddar Khouja, Generalsekretär

Aussendung der IMÖ: FPÖ-Mobilisierung gegen eine islamische Schule "Wien darf nicht Köln werden"

Uns wurde das beiliegende Plakat der FPÖ-Simmering (Demonstration am 6. November 2014) zugespielt und wir haben, insbesondere nach den Erfahrungen in Köln große Sorgen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hooligans-neonazis-hoffen-nach-koeln-krawalle-auf-zulauf-a-999787.html

Es deutet vieles darauf hin, dass in Neonaziforen in Österreich massiv dafür mobilisiert wird.

Wir können beobachten, wie Rassisten und Faschisten in ganz Europa versuchen die vorhandene islamfeindliche Stimmung zu radikalisieren und so ihre Bewegungen aufzubauen.

Wir können hier nur zu einem vereinten "Wehret den Anfängen" aufrufen und daran erinnern, dass die Bekämpfung von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, Poltik und Medien darstellt.

Neonazis und Rassisten dürfen nicht das demokratische Demonstrationsrecht missbrauchen um Aggression und Hass gegen die muslimische Bevölkerungsgruppe zu schüren.

Tarafa Baghajati,
Obmann der Initiative muslimischer Österreicher-innen,
Wien, 03.11.2014

Muslime sagen: "Nicht mit uns!" zur Hasspropaganda der FPÖ

Stellungnahme Islamischen Glaubensgemeinschaft, Wien 28. September 2010

"Wennst dem Mustafa ane aufbrennst, kriagst a Hasse spendiert." Daneben ein kleiner Bub, der nur allzu willig mit seiner Schleuder schießt.  - Das Entsetzen unter türkischstämmigen und muslimischen WienerInnen ist groß und macht sich bei uns in der Islamischen Glaubensgemeinschaft Luft. Tausende Kinder und Jugendliche, viele von ihnen selbst "Mustafas",  mussten oben zitierte Comicsprechblase als unfreiwillige Empfänger der FPÖ Hasspropaganda lesen. Eltern hören bange Fragen wie: "Werden wir jetzt auf der Straße verprügelt?" und vor allem. "WARUM? Wir gehören doch hier dazu!".  Aufgebracht melden sie sich, wie sie erstens dazu kommen, dass mit ihrem Steuergeld solches Aufstacheln zu Gewalt gegen sie finanziert wird und zweitens ungebeten an sie verschickt wird.

Diese besorgten Reaktionen haben die Islamische Glaubensgemeinschaft bewogen, eine Anzeige wegen Verhetzung zu erstatten. Es genügt nicht, das FPÖ Machwerk in den Mist zu befördern und so zu zeigen, dass es zu primitiv ist, überhaupt ernsthaft diskutiert zu werden. Denn werden dumpfe Scheinargumente  ständig widerspruchslos wiederholt, drohen sie in breiten Gesellschaftskreisen verinnerlicht zu werden.  Seit Jahren sind wir Zeugen der Feindbildpolitik der FPÖ, die vor allem Muslime, neuerdings vor allem Türken, so hinstellt, als seien sie eine "Bedrohung" gegen die es moralisch gerechtfertigt sei vorzugehen.

Diese Islamfeindlichkeit führte dazu, muslimische Sichtbarkeit in Frage stellen zu wollen, als dürfe für Muslime nicht die volle Religionsfreiheit gelten. Das ist bedenklich genug, denn bereits teilweise in das Mainstream-Denken gesickert.   Wenn zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen gar tätliche Gewalt gegen Muslime verherrlicht wird (siehe das inzwischen gerichtlich verbotene Anti-Minarett "Spiel"), dann muss dies ernste Konsequenzen nach sich ziehen. An erster Stelle ist der Rechtsstaat gefordert, die Menschen in Österreich vor solcher Hetze zu schützen. Danach die Politik, die sich gegen die populistische und demagogische Abwärtsspirale durch die Pflege einer inhaltlich fundierten demokratischen Streitkultur stellen sollte.

Längerfristig ist das Bildungssystem gefragt. Interreligiöse Projekte der christlichen und muslimischen ReligionslehrerInnen wirken schon jetzt, oft noch im Stillen. Von den Schulen muss auch eine differenzierte Sicht auf die Geschichte der türkisch (osmanisch)-österreichischen Beziehungen ausgehen. Dies würde helfen, Hasspropaganda von vornherein in ihrer Absicht zu durchschauen.

Herauszuarbeiten ist etwa, dass es sich bei den "Türkenkriegen" um zeittypische machtorientierte Expansionskriege handelte und keinesfalls um Religionskriege - die tobten zum Teil fast zeitgleich zwischen den christlichen Konfessionen in Europa. Protestanten, auch aus Österreich, fanden auf ihrer Flucht Aufnahme und Schutz im Osmanischen Reich. Seit Beginn der Neuzeit wurde allerdings verstärkt alles Islamische zum Feindbild stilisiert, um so eine Folie der Abgrenzung gegenüber dem "eigenen" und damit möglichen Einigungsfaktor zu gewinnen. Folgte man der krausen Logik der FPÖ und ihrer Konstruktion eines "Erbfeindes", so hätte das europäische Einigungsprojekt nie stattfinden können. Denn innereuropäisch waren  viele zwischenstaatliche Beziehungen historisch belastet. Dass dieser Ballast abgeschüttelt werden konnte, sollte auch bei der Gestaltung heutiger Herausforderungen motivierendes Vorbild sein.

Rückfragehinweis:

Carla Amina Baghajati,
Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft

Hennefeld: Selbstverständliches Recht, Minarette in Österreich zu errichten

Podiumsdiskussion über die religiöse Toleranz und ihr Ende

http://www.evang.at/epd-meldung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2456&tx_ttnews%5BbackPid%5D=68&cHash=8a92ce2e2f

Wien (epd Ö) - "Endet die religiöse Toleranz beim Minarett?", haben sich die Diskutanten einer Podiumsdiskussion am Freitag, 10. September, im Albert Schweitzer Haus in Wien gefragt. Die derzeitige öffentliche Auseinandersetzung um Moscheen und Minarette stehe "stellvertretend für fundamentale Fragen des Selbstverständnisses des multinationalen und multireligiösen Raumes Europa", hieß es in der Einladung zu der Veranstaltung. Unbestritten sei die freie Religionsausübung als ein Grundrecht der Demokratie bisher in Europa gewesen. Es stehe darüber hinaus aber fest, dass die sozialen und politischen Probleme, vor denen die Welt und Europa stehen, ohne Toleranz und Empathie nicht bewältigt werden können.

"Selbstverständlich haben die MuslimInnen das Recht, Minarette zu errichten, so wie das für ChristInnen und ihre Kirchtürme auch gilt", sagte der Landessuperintendent der Reformierten Kirche in Österreich, Thomas Hennefeld. Dies müsse selbstverständlich im Rahmen der Bauordnung geschehen. "Die Diskussion um die Moscheen und Minarette ist aber nur eine Stellvertreterdiskussion. In Wahrheit geht es um Bürger erster, zweiter und dritter Klasse und die Frage einer so genannten Leitkultur für das so genannte christliche Abendland". Dieser Anspruch auf Vorherrschaft sei nicht zu akzeptieren, "der Bau von Minaretten sollte selbstverständlich sein".

Mehrheit diktiert einer Minderheit, was erlaubt ist

Es gebe eine Mehrheit, die einer Minderheit diktiere, was sie tun darf und was nicht, "wir sprechen nicht auf einer Augenhöhe miteinander", sagte Tarafa Baghajati, Obmann der "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen". MuslimInnen bräuchten keine Minarette um das Gebet verrichten zu können, "aber das ist hier nicht die Frage. Hier geht es um die Verhinderung der Sichtbarkeit einer Weltreligion." Baghajati wies darauf hin, dass Islamfeindlichkeit keine Fremdenfeindlichkeit sei, "denn wir sind keine Fremden. Islamfeindlichkeit ist kultureller Rassismus."

"Nach dem Zusammenbruch des Kolonialismus hat Europa sich fundamental gewandelt", betonte der katholische Theologe Petrus Bsteh. Für die religiöse Freiheit zu arbeiten könne nur gemeinsam geschafft werden, "durch die Weltgemeinschaft". Dabei dürfe keine Angst vor der Last der Vergangenheit herrschen. "Es gibt so viel, das nur von den Religionen geleistet werden kann." Ein Ansatz sei das Gebet, denn das Gebet eine die monotheistischen Weltreligionen: "Im Gebet stehen wir vor Gott und nehmen Gottes Wort in Ehrfurcht an." Dies sei ein Punkt, von dem aus man Recht, Frieden und Heil in die Welt bringen könne. "Wer definiert, was MuslimInnen sollen in diesem Land?", fragte Walter Baier, Koordinator von "transform!Europe". Es gebe nur zwei Alternativen: "Sich einzuigeln in eine Festung und die Grundrechte einzuschränken oder andererseits einen globalen Diskurs unserer Probleme einzuführen." Europa sei ein multinationaler, multikultureller und multireligiöser Raum, "also geht es um kulturelle Rechte wie etwa die Religionen oder die kulturelle Selbstverwaltung. Dies schließt das Recht auf die eigene Sprache ein."

Moderiert haben die Veranstaltung die evangelische Pfarrerin Margit Leuthold und Peter Fleissner, Präsident von "transform!at".

Al-Rawi weist die Aussage von Junge-ÖVP-Vorsitzenden Sebastian Kurz zurück

Es ist enttäuschend festzustellen, dass nach Maria Fekters Aussage über die „Null Toleranz im Islam“ nun auch die Junge ÖVP versucht durch das Schüren von antimuslimischen Ressentiments auf Stimmenfang im rechten Lager zu gehen.

Gerade Sebastian Kurz muss durch seine zahlreichen Kontakten mit Jungen Muslime wissen, dass seine Wahrnehmung falsch ist.

Der Vorwurf, dass die IGGiÖ und Präsident Schakfeh sich nicht um das Erlernen der deutschen Sprache kümmern, ist schlicht und einfach falsch. Die IGGiÖ hat Deutsch als Amtssprache. All ihre Dokumente, der Schriftverkehr und die Sitzungen werden auf Deutsch gehalten. Die religionspädagogische Akademie unterrichtet auf Deutsch und unsere 50000 Schülerinnen und Schüler in den öffentlichen Schulen erhalten ihren Religionsunterricht auf Deutsch.

Die Imame sollten die deutsche Sprache beherrschen, jedoch predigen sie in der Sprache der Menschen. Warum soll ein mazedonischer, türkischer oder albanischstämmiger Muslim nicht seine Predigt in einer anderen Sprache hören dürfen? Schließlich wird in der polnischen und russischen Kirche auch nicht auf Deutsch gepredigt. Weiters finden jede menge Messen in Ungarisch, Kroatisch und Slowenisch statt.

Ich rate Herrn Kurz sich besser zu informieren bevor er mit solchen pauschalen Aussagen auf Stimmfang geht. Schon heute wird im islamischen Zentrum, der größte Moschee Wiens, die Predigt neben Arabisch auch auf Deutsch gehalten und übersetzt. Und Deutsch bestimmt heute schon den Alltag der Muslime. Denn die verschiedenen ethnischen Gruppen der muslimischen Gemeinde in Österreich haben nur Deutsch als gemeinsame Sprache.

Auch rate ich Herrn Kurz die Beschlüsse der Europäischen Imame Konferenzen nachzulesen und sich das beschlossene Integrationspapier zu Gemüte zu führen bevor er den Muslimen Integrationsunwilligkeit vorwirft.

In Zeiten wachsender Islamfeindlichkeit von Seiten rechter und populistischer Parteien wie der FPÖ und BZÖ, sollte auf den sensiblen Gebrauch der Sprache besonders Rücksicht genommen werden.

Dipl.-Ing.Omar Al-Rawi
Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubengemeinschaft in Österreich


Junge ÖVP: Auf Deutsch in Moscheen predigen

Teile der Volkspartei fordern von den Mitbürgern islamischen Glaubens mehr Integrationsbereitschaft. Sebastian Kurz, Bundesobmann der Jungen ÖVP, fordert konkret, dass in den Moscheen hierzulande mehr Deutsch gesprochen und auch auf Deutsch gepredigt werden soll. Imame könnten so zu einem positiven Beispiel für eine gelungene Integration werden, meinte Kurz.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, SPÖ Wien-Mandatar Omar Al-Rawi, fand es im Gegenzug bedauerlich, dass nun auch die Junge ÖVP versuche, „durch das Schüren von antimuslimischen Ressentiments auf Stimmenfang im rechten Lager zu gehen“. Bezüglich des Wunsches, dass in Moscheen nur noch Deutsch gesprochen werden sollte, meinte Al-Rawi, es werde schließlich auch in polnischen oder russischen Kirchen nicht auf Deutsch gepredigt.

Jeder Zweite gegen weitere Minarette

Die Mehrheit der Österreicher lehnt weitere Moscheen mit Minarett ab. 52 Prozent machten entsprechende Angaben bei einer Umfrage der Karmasin Motivforschung für das Nachrichtenmagazin „profil“. 35 Prozent der Befragten haben hingegen keine Einwände gegen Minarette, der Rest wollte sich nicht äußern.


JVP-Kurz: Nicht Konflikte schüren, sondern Integration ermöglichen

Utl.: Präsident Shakfeh soll Deutsch im Alltag der Muslime fördern

Wien, 04. September 2010 (OTS) "Präsident Shakfeh soll aufhören, von Moscheen und Minaretten in jeder Landeshauptstadt zuträumen und Konflikte zwischen den Kulturen anzutreiben, sondern Integration möglichen machen", fordert Sebastian Kurz, Bundesobmann der Jungen ÖVP, den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft auf. "Viele junge Muslime aus seiner Gemeinschaft tragen dieses Anliegen immer wieder an die Junge ÖVP heran. Es ist höchste Zeit, sich um diesen Wunsch zu kümmern." ****

Die Ju nge ÖVP schlägt deshalb vor, dass Predigten und der Alltag in Moscheen auf Deutsch stattfinden: "Mit diesem Vorschlag sollen die Chancen zur Integration der Islamischen Gemeinschaft erhöht werden und Deutsch als Sprache für den Alltag und in der Moschee angesehen werden", erklärt Sebastian Kurz die Idee der Jungen ÖVP. "Jeder dritte Türke fühlt sich in Österreich wenig bis überhaupt nicht heimisch. Da muss angesetzt werden û und Sprache ist einfach der Schlüssel zur Integration", betont Sebastian Kurz.

Auch über die Ausbildung der in Österreich tätigen Imame muss aus Sicht der Jungen ÖVP nachgedacht werden: "Es kann nicht sein, dass die meisten in Österreich tätigen Imame in der Türkei ausgebildet werden und dann für fünf Jahre nach Österreich kommen, ohne das Land zu kennen und ohne Deutsch sprechen zu können", kritisiert Sebastian Kurz die Ausbildung der Imame. Für die Junge ÖVP ist es wichtig, dass die Ansprechpartner in der Glaubensgemeinschaft Österreich kennen, Deutsch sprechen und die Situationen der Migrantinnen und Migranten im Land verstehen.

Präsident Shakfeh sollte daher aktiv dazu beitragen, dass sich die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft endlich heimisch fühlen. "Mit unserem Vorschlag wollen wir nicht Konflikte schüren, sondern Integration ermöglichen und ein Entstehen von Parallelgesellschaften verhindern", so Sebastian Kurz abschließend.

Rückfragehinweis: Junge ÖVP, Kristina Rausch, 0664/8592933, http://junge.oevp.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/165/aom

OTS016 2010-09-04/09:17

SP-Al-Rawi: FPÖ steht nur mehr für Hetze und Rassismus

FPÖ 'bläst' zur virtuellen Jagd auf religiöse Symbole und Einrichtungen

Wien (OTS) - "Ist die FPÖ mittlerweile von allen guten Geistern verlassen? Die Hetze gegen Religionen hat ein absolut untragbares Ausmaß erreicht!", kommentierte der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi am Mittwoch das Online-Spiel "Moschee ba-ba" der FPÖ Steiermark. "In diesem 'Spiel' geht es darum, Minarette und Moscheen aus der Skyline von Graz verschwinden zu lassen und den 'Ruf der roten Muezzine' zu stoppen. Vom Spielaufbau her handelt es sich um einen Shooter, also ein Spiel, wo es darum geht, in kürzester Zeit möglichst viele Ziele abzuschießen und zu zerstören. Das ist einfach unglaublich - die FPÖ 'bläst' zur virtuellen Jagd auf religiöse Symbole und Einrichtungen. Wie tief will diese Partei noch sinken? Ich fordere die Verantwortlichen auf, dieses 'Spiel' umgehend zu entfernen!", so Al-Rawi.****

Mittlerweile sei der Islam das Feindbild Nr. 1 der FPÖ: "Erst gestern hat der FPÖ-Generalsekretär Vilimsky gegen den 'radikalen Islamismus' gewettert. In den 1990er Jahren hat die FPÖ pauschal gegen Ausländer gehetzt und vor der 'Überfremdung' gewarnt. Nun beschuldigt sie Muslime der Unterstützung des Terrorismus, verunglimpft Religionen und malt das Schreckgespenst einer islamischen 'Transformation' des Landes an die Wand. Da wird ein Feindbild konstruiert, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen und politisches Kleingeld daraus zu schlagen. Diese Vorgangsweise und ihre Auswirkungen sind aus den dunkelsten Zeiten der jüngeren europäischen Geschichte bereits hinlänglich bekannt."

Abschließend unterstrich Al-Rawi: "Bei der FPÖ sind die Dämme gebrochen: Sie baut ihren Wahlkampf alleine auf Hetze und Rassismus auf! Die Wiener SPÖ dagegen steht für das friedliche Zusammenleben in der Stadt. Alle demokratischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte sind dazu aufgerufen, mit uns dieser inhumanen Geisteshaltung entgegenzutreten! Gemeinsam werden wir der FPÖ am 10. Oktober eine klare Abfuhr erteilen und ein klares Zeichen gegen jegliche form von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus setzen!" (Schluss)

ORF: Islamische Glaubensgemeinschaft kritisiert Fekter

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat heute die jüngsten Aussagen von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) zum Islam kritisiert. Mit Worten wie „Toleranz ist ein absolutes No-go im Islam" spreche sie Muslimen „in Bausch und Bogen" Toleranz ab, hieß es in einer Aussendung. Wenn Muslimen generell die Toleranzfähigkeit abgesprochen werde, bediene das lediglich die „Dämonisierung von Muslimen" wie sie FPÖ und BZÖ als Wahlkampfprogramm betrieben.

Fekter hatte am Freitag am Rande der Jubiläumstagung des „Forum Salzburg" in Fuschl unter anderem erklärt, es sei wichtig, die gemäßigten Gruppen des Islam in Österreich zu stärken. Wenn sie das tun wolle, wäre von ihr das Toleranzgebot des Islam zu betonen, so die IGGiÖ. Mit Aussagen wie jener zur Toleranz im Islam nehme sie den „Gemäßigten" geradezu ihren religiösen Boden.

„Dringender Bedarf"

Weiters zeige Fekters jüngste Wortmeldung den „dringenden Bedarf" auf, „endlich sorgfältiger mit der Bezeichnung muslimischer Gruppierungen und Strömungen umzugehen", meint die IGGiÖ. „Derzeit scheinen die Etikettierungen vor allem auf das Auslösen gewisser Assoziationen zu setzen", "gemäßigter Islam’ stehe dann auf einmal für „nimmt es mit dem Islam nicht so genau, daher ein ‚Guter‘".

„Gemäßigt" müsse aber das Praktizieren der Religion einschließen, denn gerade zur Lösung der Aufgabe der Integration von Muslimen brauche es Muslime, die ihren Glaubensgeschwistern glaubwürdig aufzeigten, dass es absolut vereinbar sei, sich gleichzeitig als Muslim und Österreicher zu begreifen.

Toleranz im Islam ist verpflichtend

Wenn Bundesministerin Fekter den "gemäßigten Islam" stärken möchte, wäre das Toleranzgebot des Islam von ihr zu betonen und nicht mit der Aussage "Toleranz ist absolutes No go im Islam" Muslimen in Bausch und Bogen abzusprechen. Somit nimmt sie den "Gemäßigten" geradezu ihren religiösen Boden. Denn Wesensmerkmal "gemäßigter Muslime" ist es, jenes Potential ihrer Religion besonders bewusst zu leben, das zu sozialem Ausgleich, Verständnis für andere und Einsicht in von Gott gewollten Pluralismus erzieht. Damit können sie ein Gegengewicht zu jenen zahlenmäßig sehr geringen, aber umso lauteren und gewalttätigeren Kräften bilden, die derzeit das Bild des Islam so nachhaltig schädigen.

Glaubwürdigkeit und Überzeugung gewinnen die "Gemäßigten" dabei, weil sie sich eben auf die muslimischen Quellen beziehen können. Belege für Toleranz als muslimisches Gebot finden sich im Koran, siehe unten angeführte Zitate.

Diese muslimische Argumentation ist ein Schlüssel dazu all jenen, die den Islam als Legitimation für Intoleranz und Gewalt instrumentalisieren, Paroli zu bieten und vor allem ihre etwaige Anziehungskraft bei Frustrierten zu stoppen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat hier immer wieder sehr wichtige Impulse gesetzt, etwa durch die Europäischen Imamekonferenzen und ihre Abschlussdokumente. Zuletzt im Mai 2010 unter dem Motto "Und so haben Wir euch zu einer Gemeinschaft der Mitte gemacht.." (Koran 2:143)

(siehe: http://www.derislam.at/haber.php?sid=181&mode=flat&order=1)http://orf.at/#/stories/2011749/ 

Die jüngste Wortmeldung von Frau Bundesministerin Fekter zeigt daneben den dringenden Bedarf auf, endlich sorgfältiger mit der Bezeichnung muslimischer Gruppierungen und Strömungen umzugehen. Derzeit scheinen die Etikettierungen vor allem auf das Auslösen gewisser Assoziationen zu setzen. "Gemäßigter Islam" steht dann auf einmal für: "nimmt es mit dem Islam nicht so genau, daher ein "Guter". "Gemäßigt" muss aber das Praktizieren der Religion einschließen. Denn gerade zur Lösung der Aufgabe, Muslime als Teil der Gesellschaft zu integrieren, wird es solcher Muslime bedürfen, die glaubwürdig für ihre Glaubensgeschwister aufzeigen, dass es absolut vereinbar ist sich gleichzeitig als Muslim/in und Österreicher/in zu begreifen. Für uns Muslime muss dieser Trend "gemäßigt" in positivem Sinne schon in die Nähe von "religionsfern" zu rücken als ernster Indikator verstanden werden, wie dringend erforderlich Wissen über den Islam ist, um gegen Ängste angehen zu können.

Tausende Muslime in Österreich üben parallel zum derzeitigen Fasten im Ramadan Tugenden wie Geduld, Zurückhaltung und Einfühlungsvermögen. Sie zeigen damit, wie ihre Religion sehr praktische Wege geht, das persönliche Toleranzvermögen immer wieder zu stärken. Wünschenswert wäre, dass dieses Zeugnis einer solchen Mehrheit der Muslime wahrgenommen würde. Wenn ihnen stattdessen generell die Toleranzfähigkeit abgesprochen wird, bedient das nur die Dämonisierung von Muslimen wie sie FPÖ/BZÖ als Wahlkampfprogramm betreiben.

Rückfragehinweis:

Carla Amina Baghajati
Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft

Anhang: Zitate zu Toleranz aus dem Koran

"Es gibt keinen Zwang im Glauben..." (Sure 2, Vers 256)

"Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen Lebensweg aufgezeigt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch Er wollte euch prüfen in dem, was Er euch gegeben hat. Darum wetteifert miteinander in guten Werken. Zu Allah werdet ihr alle zurückkehren. Dann wird Er euch Kunde geben davon, worüber ihr zu streiten pflegtet." (Sure 5, Vers 48) - Diese Stelle wurde zur Inspiration für Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel in "Nathan der Weise".

"Und beleidigt nicht diejenigen, die sie anstelle von Allah anbeten, damit sie nicht aus Feindseligkeit Allah beleidigen, ohne es zu wissen.

So ließen wir jeder Gemeinschaft ihr Tun schön erscheinen. Dann ist zu ihrem Herrn ihre Rückkehr und Er wird ihnen Kunde geben davon, was sie zu tun pflegten." (Sure 6, Vers 108)

"Und hätte dein Herr es gewollt, so hätten alle, die insgesamt auf Erden sind, geglaubt. Willst du also die Menschen zwingen, Gläubige zu werden?" (Sure 10, Vers 99)

"Sprich: O ihr Menschen, nun ist die Wahrheit von eurem Herrn zu euch gekommen. Wer nun dem rechten Weg folgt, der folgt ihm allein zum Heil seiner eigenen Seele; und wer in die Irre geht, der geht nur zu seinem eigenen Schaden irre. Und ich bin nicht euer Hüter." (Sure 11, Vers 108)

"Und sprich: Es ist die Wahrheit von eurem Herrn: darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will." (Sure 18, Vers 29)

"Oh ihr Menschen! Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget.

Wahrlich, vor Allah ist jener von euch der Angesehenste, welcher der Gerechteste (Gottesfürchtigste) ist. (Sure 49, Vers 13)

APA-Zu Schakfeh: Al Rawi fordert Entschuldigung von FPÖ und BZÖ

SP-Politiker und Islam-Funktionär: "Islamfeindliche Agitation einstellen" - SP-Deutsch gegen "Hassprediger in FP-Zentrale"

Wien (APA) - Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft und Wiener SP-Abgeordnete Omar Al Rawi fordert eine Entschuldigung von FPÖ und BZÖ. Diese hatten islamische Gebetshäuser als "Brutstätten des radikalen Islams" bzw. "Widerstandsnester" demokratiefeindlicher Parallelgesellschaften bezeichnet. Damit sei "ein neuer Tiefpunkt" in der Debatte erreicht, kritisierte Al Rawi gegenüber der APA: "Gerade im Fastenmonat Ramadan den Muslimen auszurichten was man von ihren Gebetsräumen hält, ist ein Schlag ins Gesicht der in Österreich 500.000 lebenden Musliminnen und Muslime."

Gerade der Fastenmonat sei ein guter Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen, so Al Rawi: "Anstatt mit solche Hetze und Pauschalierungen zu agieren, sollten diese Politiker endlich ihre Islamfeindliche Agitation einstellen und sich für die Entgleisungen entschuldigen."

Der Wiener SP-Landesparteisekretär Christian Deutsch kritisierte auch die Forderung von FP-Generalsekretär Harald Vilimsky nach einem "Zuwanderungsverbot" für Menschen aus dem islamischen Raum. "Wenn es bei uns Hassprediger gibt, dann in Straches FPÖ-Parteizentrale", so Deutsch in einer Aussendung. Mit derartigen "Verbalentgleisungen" gefährde die FPÖ das internationale Ansehen Österreichs, den Tourismusstandort "und das friedliche Zusammenleben bis hin zur allgemeinen Sicherheit".

(Schluss) has

APA127    2010-08-22/12:34


Original Aussendung von Al-Rawi

Entsetzt und schockiert weise ich Aussagen von Harald Vilimsky und Gerald Grosz auf das schärfste zurück, wonach Islamische Gebetshäuser als "Brutstätten des radikalen Islams" bzw. "Widerstandsnester einer demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Parallelgesellschaft" dargestellt und beschrieben werden.

Nach  den schrecklichen Plakate "Wiener Blut", ist nun ein neuer Tiefpunkt der Rhetorik in der FPÖ / BZÖ Debatte eingelangt.

Gerade im Fastenmonat Ramadan den Muslimen auszurichten was man von ihren Gebetsräumen hält, ist ein Schlag ins Gesicht der in Österreich 500.000 lebenden Muslimminen und Muslime.

Die Fastenzeit hat für Muslime eine besondere Bedeutung.

Spiritualität, Hilfsbereitschaft, Solidarität, Nächstenliebe und Spendenbereitschaft sowie intensive Andacht und die innere Einkehr stehen im Mittelpunkt dieses Fastenmonats. 
In den letzten Jahren haben Vereine und Moscheen diese Gelegenheit genutzt um Nachbarn und Freunde zum gemeinsamen "IFTAR / Fastenbrechen  nach Einbruch der Dunkelheit" einzuladen. 
Somit bietet der Ramadan die Gelegenheit  das Miteinander auch über religiöse und ethnische Grenzen hinweg zu fördern und die gegenseitige Achtung zu stärken.
Dies ist ein guter Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen.

Anstatt mit solche Hetze und Pauschalierungen zu agieren, sollten diese Politiker endlich ihre Islamfeindliche Agitation einstellen und sich für die Entgleisungen entschuldigen.

Dipl.Ing. Omar Al-Rawi 
Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich 

Leserbrief v. Tarafa Baghajati zum Interview mit dem Grünen Bundesrat Efgani Dönmez

Leserbrief von Tarafa Baghajati zum Interview mit dem Grünen Bundesrat Dönmez: „Bin nicht islamophob“ in „Die Presse“ vom 15. Juli 2010, Veröffentlicht in „Die Presse“, Printausgabe vom 22. Juli 2010

Drei  Anmerkungen  zum Interview der „Die Presse“ mit dem grünen Bundesrat Efgani Dönmez sind angebracht:

Erstens ist auffällig, dass Herr  Dönmez zwar auf beleidigt spielt, aber den ihn betreffenden  Artikel im Buch „Islamophobie in Österreich“ offensichtlich nicht gelesen hat. In diesem Aufsatz wird er weder als islamophob bezeichnet, noch wird er diffamiert, noch wird auf seine Kritik an islamischen Organisationen und ihren Repräsentanten dort eingegangen. Ganz im Gegenteil stellt Farid Hafez,  der Autor des Artikels (Seite 169) fest: „Es ist demnach nicht meine Absicht … Efgani Dömnez als Islamophob darzustellen. Im Gegenteil: Es soll lediglich die Einflussnahme islamophober Diskursstrategien der FPÖ auf andere Parteien aufgezeigt werden“.  Danach werden zwei Aussagen  von Dönmez wissenschaftlich analysiert, die Aussage „Minarette als politisches Symbol“ und „Imame als Kameltreiber“. Beide Aussagen haben zweifellos islamfeindlichen Inhalt 1:1 nach dem FPÖ Muster.

Zweitens muss Dönmez‘ Aussage, dass Omar Al Rawi „die personifizierte Unvereinbarkeit von Politik und Religion“ sei, hinterfragt werden. Omar Al Rawi trägt keine religiöse Funktion und kann daher gar nicht zwischen Religion und Politik vermischen. Herr Dönmez soll nicht einfach wiederholen was die FPÖ sagt, sondern klar belegen, wo jemals Al Rawi den Islam oder seine Position in der IGGiÖ als Integrationsbeauftragter für politische Zwecke herangezogen oder missbraucht hätte! Tut er das nicht, muss er mit dem Vorwurf „Populismus“ weiterhin leben. 

Der dritte Einwurf betrifft die Feststellung Dönmez‘, dass die Grünen „die aufgeklärte, eher hohe Bildungsschichten ansprechen“  nie die Wählerschaft im IGGiÖ-Umfeld erreichen. Hallo Herr Dömnez! Abgesehen von der Arroganz dieser Aussage - auch wenn es Ihnen noch nicht geläufig ist:  Hohe Bildungsschichten sind längst im „IGGiÖ-Umfeld“ zu finden.

Dipl. Ing. Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen

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