Al-Rawi Omar

Diese Homepage wurde mit einem neuem CMS aufgesetzt und befindet sich daher in Arbeit ...

Dipl. Ing Omar Al-Rawi

 

Landtagsabgeordneter und Gemeinderat sowie Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen.

Steckbrief

Name: DI Omar Al Rawi

Geboren: 8. Mai 1961 in Bagdad

Verheiratet seit 1988,  4 Kinder

Sprachen: Deutsch, Englisch, Arabisch

In Österreich: seit 1978, 1988 Österreichische Stattsbürgerschaft .

Studium: ab Wintersemester 1978 an der Technischen Universität Wien (Bauingenieurwesen) in Österreich,      erfolgreicher Abschluss 1990

Lebenslauf

1978-1990

Politische Aktivität im Rahmen der Hochschülerschaft

1990-1991

Zivildienst beim Arbeitersamariterbund Österreich, gewählter Sprecher der Zivildiener

1991-1992

Tätigkeit in der Bauindustrie

1992-1996

Betriebsrat bei der Hofman & Maculan AG. Vorsitzender während des schwierigen Jahres 1996 (Insolvenz), große Anstrengungen zur Rettung des Unternehmens und der Arbeitsplätze durch politisches Lobbying, Koordination mit der AK und Suche nach einem Investor im  arabischen Raum. Erfolgreicher Abschluss eines Projektes in Zusammenarbeit mit dem AMS. Rettung von über 1500 Arbeitsplätzen durch Übernahme der Firma durch die ERA-Bau.

1997-1999

Betriebsratsvorsitzender bei der ERA-Bau AG in Wien, Einführung der Gleitzeit, Erreichen weitreichender sozialer Leistungen durch den Betriebsrat .

September 1999

Integrationsbeauftragter der Islamischenglaubensgemeinschaft.

November 1999

Mitinitiator der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, aktive Teilnahme, bzw. Organisation von verschiedenen Projekten: „Tag der offenen Tür“ im Islamischen Zentrum, Symposium „Islam und Europa“, Straßenfeste als Ort ungezwungener Begegnung, Teilnehmer beim Forum „Runder Tisch - Innenministerium“ und in der Arbeitsgruppe der AK, Mitglied der Delegation der Islamischen Glaubensgemeinschaft bei den drei Weisen, Podiumsdiskussionen rund ums Thema Islam, Migration, Fremdenfeindlichkeit, und Integration. Auftritte in Talk Shows, Medienarbeit – Gastkommentare und Kontakte, aktive Unterstützung beim Integrationskreis Florisdorf und im Personenkommitee der Initiative „Land der Menschen“. Interreligiosedialog, Auftritte in der Wichtigsten Sendungen des ORF, ZIB 1, 2 und 3 sowie der Sendungen “Betrifft“ zum Thema “Integrationsvertrag“ und “Report“ zum Thema “11. September“.

Oktober 2000

Betriebsrat bei der STRABAG Bau AG.

März 2001

Kandidat für den Wiener Gemeinderat, und mit 2558 Vorzugsstimmen das dritt beste Ergebnis in Wien Hinter Bürgermeister Häupl und Patrik-Pable eingefahren.

Die Wichtigsten Botschaften meines Wahlkampfes:

„Meine Mutter ist Österreicherin, mein Vater Iraker. Die Schule besuchte ich in Bagdad, studiert habe ich in Wien. Ich bin es gewohnt, Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu schlagen und unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. Als Betriebsrat habe ich mich für die Rechte der ArbeitnehmerInnen eingesetzt.

Bei Integrationsprojekten habe ich gezeigt:

Wir Migranten brauchen uns nicht blindlings „anzupassen“!

Wir gestalten unsere Heimat Österreich aktiv mit!

Wir als Betroffene haben Ideen, wie ein Miteinander in einer offenen Gesellschaft funktioniert!

Omar Al-Rawi tritt an für

  • Gleiche Rechte für alle Menschen – hier geborene und zugewanderte, am Arbeitsplatz, im gesellschaftlichen Umfeld, im Wohnungsbereich

  • Stärkung der Frauen in der Gesellschaft, vor allem Frauen die unter mehrfacher Diskriminierung als Schwarzafrikanerin, Muslimin leiden

  • Förderung der Mehrsprachigkeit

  • Verbesserung eines speziellen sozialen Netzes für Minderheiten

  • Einrichtung eines islamischen Friedhofes

  • Schaffung eines Antidiskriminierungsgesetzes

Daher bitte ich Sie/Dich um eine Vorzugsstimme.

Eine VORZUGSSTIMME für OMAR AL-RAWI ist eine

  • Stimme für gegenseitiges Verständnis und Respekt

  • Stimme für Minderheiten in der Gesellschaft

  • Stimme für den interkulturellen und interreligiösen Dialog

Juli 2002

Einzug in den Wiener Landtag und Gemeinderat.

Seit 2009

Vorsitzender des Unvereinbarkeitsausschusses im Wiener Gemeinderat.

Weitere Informationen

Verurteilung des verbrecherische Attentat in Ankara

Die Initiative muslimischer Österreicher-innen verurteilt aufs schärfste das verbrecherische Attentat in Ankara. Es fehlen die Worte um das Ausmaß dieses Massakers an fast 100 unschuldige Menschen zu beschreiben. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und allen Bürger-innen der Türkei. Die feigen Drahtzieher dieses Verbrechens wollten zwei Ziele erreichen. Das erste ist eine Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen zu schaffen und das zweite eine Destabilisierung der Türkei zu erreichen. Beides würde nicht nur der Türkei schaden, sondern hätte katastrophale Folgen für die gesamte Region und für den Weltfrieden.

Für die IMÖ Initiative muslimischer Österreicher-innen, Tarafa Baghajati, Obmann

إدانة و استنكار مبادرة مسلمي النمسا للجريمة البشعة في أنقرة طرفة بغجاتي

Omar Al-Rawi
Ramazan Demir
Fahad Al Rawi
Büsra Demir
Elif Öztürk
Hussein Al Rawi
Faisal Al Rawi

Der Standard -Müssen Imame Deutsch predigen? - Gastkommentar von Omar Al-Rawi

Anmerkungen zu jüngsten Forderungen von Sebastian Kurz

Was hat Religion mit Integration zu tun? Eigentlich gar nichts. Integration ist a priori keine religiöse Angelegenheit. Da aber der überwiegende Teil der Muslime Österreichs eine Zuwandergeschichte hat, ergibt sich dies zwangsläufig - und daher geschieht es auch immer wieder, dass sich der neue Integrationsstaatsekretär mit islamischen Themen beschäftigt. Er initiiert das Dialogforum Islam, macht sich Gedanken um die Imame-Ausbildung und möchte die Predigten in den Moscheen auf Deutsch hören. Fast könnte man meinen, er sei der Kulturminister.

Nun ist es sicher vernünftig und notwendig, dass es eine Ausbildungsstätte für Imame in Österreich geben soll. Warum jedoch langfristig die Imame ausschließlich in Österreich ausgebildet werden sollten, bleibt mir ein Rätsel. Zumal es doch auch zum Grundverständnis der Freiheit der Wissenschaft gehört, dass man universitäre Ausbildungen jeglicher Art selbstverständlich auch an ausländischen Universitäten absolvieren darf.

Vielleicht wäre es aber ein akzeptabler Zwischenschritt, für in Österreich lebende Muslime an anerkannten Fakultäten im Ausland Stipendien zu vergeben, um solcherart "einheimische Imame" auszubilden und zu qualifizieren. Im übrigen sollte man nicht vergessen, dass inzwischen zahlreiche ausländische Pfarrer in Österreich tätig sind. Und niemand käme wohl auf die Idee, deren Loyalität zu Österreich oder deren Qualifikationen in Frage zu stellen. Und: Ja, die Imame sollten die deutsche Sprache beherrschen, doch warum sollte ein mazedonischer, türkischer oder albanischstämmiger Muslim seine Predigt nicht in seiner Muttersprache hören dürfen?

Schließlich wird in der polnischen und russischen Kirche auch nicht auf Deutsch gepredigt. Außerdem finden viele Messen auf Ungarisch, Kroatisch und Slowenisch statt. Davon abgesehen wird ja bereits heute in etlichen Moscheen Wiens die Predigt auf Deutsch gehalten. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich hat Deutsch als Amtssprache; ihr Schriftverkehr und sämtliche Sitzungen werden in deutscher Sprache abgewickelt.

Die religionspädagogische Akademie unterrichtet auf Deutsch, und unsere 50.000 Schülerinnen und Schüler in den öffentlichen Schulen erhalten ihren Religionsunterricht auf Deutsch. Niemand zweifelt also die Tatsache an, dass Deutsch ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Integration ist. Daher braucht es dafür auch keine Vorschrift, weil Deutsch zu sprechen einfach eine Notwendigkeit ist. Wer es nicht tut, verbaut sich und seinen Kindern die Zukunft und den sozialen Aufstieg. (Omar Al-Rawi, DER STANDARD, 29.3.2012)

Autor

Omar Al-Rawi

Ehemals Langjähriger Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, ist Vorstandsmitglied der Initiative muslimische Österreicher/-innen

Stellungnahme der IMÖ zu den Ereignissen in Toulouse und Brüssel

Diese Woche ist eine besonders traurige. Zuerst der tödliche Anschlag auf muslimische nordafrikanische Soldaten in Toulouse und unmittelbar danach die Ermordung von jüdischen Kindern. Und in der gleichen Woche attackiert ein salafistischer Extremist in Brüssel eine schiitische Moschee und ermordet einen Imam. All diese Verbrechen sind durch nichts zu rechtfertigen und aufs schärfste zu verurteilen! Wir wollen hiermit allen Opfern unser zutiefst empfundenes Mitgefühl ausdrücken. Die Pervertierung der islamischen Lehre, die diese Verbrecher betreiben, schmerzt uns als Muslime zusätzlich.

Tarafa Baghajati,         
Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen     

Omar Al-Rawi  
Vorstandsmitglied

Entkrampfung, Versachlichung: Was Sebastian Kurz bisher gelungen ist

Gastkommentar. Der Integrationsstaatssekretär hat bisher viele positiv überrascht. Seinen zahlreichen Ankündigungen müssen aber noch Taten folgen.

Vorweg: Auch ich gehörte zu jenen, die der Bestellung von Sebastian Kurz zum zum Integrationsstaatssekretär in der Regierung sehr skeptisch begegneten. Zwar gehörte ich zu jenen, die die Schaffung eines Staatssekretariats für Integration schon seit Jahren gefordert hatten, war aber nicht sicher, ob Kurz der Richtige sei. Nicht sein junges Alter und fehlende Erfahrungen waren dabei maßgeblich für die Skepsis, viel eher war das bis zu seiner Bestellung fehlende Engagement in Integrationsfragen ausschlaggebend.

Über das Durchsetzungsvermögen von Sebastian Kurz wusste ich zu wenig. Doch seine Aussagen im Wiener Wahlkampf haben bei mir die Alarmglocken läuten lassen: Ein junger Kandidat sollte für Christine Marek die rechte Flanke abdecken und sich plötzlich um die Muslime und ihre Imame kümmern. Predigten in den Moscheen sollten nur noch auf Deutsch stattfinden dürfen und die Imame aus der Türkei sollten einen „Wertevertrag“ unterschreiben.

Irgendwie passte das ganz gut zur Integrationsdebatte der vergangenen Jahre, die dank der FPÖ eine rein islamfeindliche Debatte war. Zwar sank die ÖVP nicht auf das Niveau von „Daham statt Islam“ herab. Aber Aussagen von Landeshauptmann Erwin Pröll, wonach Minarette artfremd seien, oder die Islam-Studie der mittlerweile verstorbenen Innenministerin Liese Prokop über die nicht „integrationswilligen Muslime“ sind vielen noch in Erinnerung.

Spindeleggers neue Linie

In Vorarlberg hat der Landtag de facto ein Bauverbot für Minarette beschlossen, Gio Hahn wiederum hat noch als Wissenschaftsminister nicht nur ein Burka-, sondern auch ein Kopftuchverbot gefordert.

Doch die Wähler, die auf so etwas reflektieren, gingen zum Schmied und nicht zum Schmiedl. Und dies haben Gott sei dank viele in der ÖVP begriffen. Anscheinend wurde auch als neue Linie vom neuen Parteichef Michael Spindelegger vorgegeben, sich ernsthafter mit der Thematik zu beschäftigen.

Seitdem ist die Debatte sachlicher geworden, und die Situation hat sich entkrampft. Sebastian Kurz hat auch persönlich keine Ressentiments, durch seine Sozialisation kennt er viele muslimische Jugendliche und ist mit manchen auch gut befreundet.

Das Beispiel Angelo Soliman

Sich in die islamfeindliche Front einzureihen war plötzlich nicht mehr salonfähig in der ÖVP. Der VP-Obmann der Brigittenau, Gemeinderat Aigner, der noch zu den Anführern gegen die Atib-Moschee gehört hat, hat die Partei verlassen und sitzt jetzt als Klubunabhängiger eher bei den Freiheitlichen. Und der langjährige Präsident des Bauernbundes sowie Vizeklubchef der ÖVP im Parlament, Fritz Grillitsch, hat nach der Einladung von Thilo Sarrazin seine Funktionen inzwischen zurückgelegt.

Anfang 2010 brach dann auch noch der Arabische Frühling aus und stellte vieles auf den Kopf. Plötzlich haben diese „Araber und Muslime“ doch ihre Diktatoren davongejagt. Und muslimische Frauen, die bei uns gerne als nicht emanzipierte, Macho-hörige Geschöpfe angesehen werden, erwiesen sich als eine der Hauptstützen der arabischen Revolution.

Spätestens seit den dramatischen Ereignissen im vergangenen Sommer in Norwegen herrscht Konsens darüber, dass Rechtspopulisten, rechtspopulistische Politiker, Blogger und Publizisten ein Klima geschaffen und angeheizt haben, in dem bei einem Irren wie Andres Breivik die Idee reifen konnte, der „Moslemgefahr“ mit Gewalt begegnen zu müssen.

Robert Misik forderte zu Recht: „Isoliert die geistigen Brandstifter.“ Seit dem norwegischen Massaker weiß jeder, dass Islamfeindlichkeit kein Kavaliersdelikt bedeutet.

Integration durch Leistung ist die Devise, die Sebastian Kurz ausgegeben hat. Die Linken dagegen argumentieren, „Leistung statt Abstammung“ solle die Integrationsdebatte dominieren, aber die Rechten wollen Leistung als eine Vorleistung verstanden wissen. Deutsch vor Zuzug ist nur eine Facette davon. Die Rot-Weiß-Rot-Card ist für junge, gebildete und gesunde Menschen gedacht.

Wer bei der Integration jedoch allein auf Qualifikation und sozialen Aufstieg setzt, ohne sich gleichzeitig für gesellschaftlichen Wandel, Vielfalt, Akzeptanz von anderen und den Kampf gegen Rassismus einzusetzen, sollte sich kurz die Biografie von Angelo Soliman ansehen. Dieser Afrikaner stieg vom Sklaven zum fürstlichen Kammerdiener und Lehrer adeliger Kinder auf, wurde Freimaurer und Aktionär. Trotz Zwangs-Christianisierung und Taufe wurde er nach seinem Tod ausgestopft und neben wilden Tieren im Museum ausgestellt.

Vom Malus zum Bonus

Wir brauchen beide – sowohl die rationale wie auch die positiv geführte emotionale Debatte. Sebastian Kurz gilt für viele als jemand, dem eine Entkrampfung und Versachlichung der Debatte gelungen sei. Ohne die Rückendeckung seiner eigenen Partei wie auch des Koalitionspartners und auch der Medien hätte er aber kaum Chancen gehabt. Es ist Kurz auch von unserer Seite viel Erfolg zu wünschen, auch bei dem zuletzt gestarteten Dialogforum Islam. Es ist dabei nur zu hoffen, dass es nicht nach dem Muster der Islam-Konferenz in der Bundesrepublik Deutschland verlaufen und die Debatte ohne Euphemismen für Islamfeindlichkeit auskommen wird.

Sebastian Kurz ist für mich seinerzeit mit einem Malus ins Integrationsstaatssekretariat gestartet. Mittlerweile hat er durchaus Bonuspunkte verdient. Freilich warten wir weiter gespannt darauf, dass seinen vielen Ankündigungen auch konkrete Taten folgen. Denn von Ankündigungen und Marketing allein kann man nicht lange zehren.

E-Mails an: debatte [at] diepresse.com

Zum Autor 
Omar Al-Rawi
(*8.5.1961 in Bagdad) ist Abgeordneter der SPÖ zum Wiener Landtag, Beauftragter für Integration bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) und Vorstandsmitglied der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen. Seit 2000 ist er Betriebsrat der Strabag Bau-AG. [Privat]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2012)

IMÖ: Trauer um Ableben von Paul Schulmeister

Aussendung der Initiative muslimischer Österreicher-innen

Die Nachricht vom Ableben unseres langjährigen Freundes Paul Schulmeister hat uns unmittelbar vor dem Opferfest mit großer Trauer erfüllt. Sein erklärtes Anliegen war der Aufbau von Vertrauen zwischen Menschen verschiedener Religionen. Mit seiner Menschlichkeit erfüllte er diesen selbstgewählten Auftrag mit inspirierendem Geist, der zum Impulsgeber für den interreligiösen Dialog wurde. Als erfahrener  politischer Analyst hatte ihn die mögliche Tragweite der Karikaturenkrise 2006 bestürzt und zum Handeln angeregt. So ist seiner Initiative die Gründung der Plattform Christen und Muslime zu verdanken, für die er sich bis zuletzt mit großem Engagement einsetzte. Anlässlich unserer letzten Begegnung bei einem interreligiösen Iftar-Mahl im Bundeskanzleramt wurden gemeinsame Pläne für die Zukunft besprochen.  Wir als Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen und Mitgründer der Plattform Christen und Muslime werden die Arbeit in seinem Geiste und in seinem Andenken weiterführen.  Unser  herzliches Beileid gilt seiner Familie, seinem Freundeskreis und den christlichen Mitgliedern der Plattform Christen und Muslime.

Für die IMÖ Initiative muslimischer Österreicher-innen

Carla Amina Baghajati, Omar AL-Rawi, Mouddar Khouja und Tarafa Baghajati.

Neues interreligiöses Dialogzentrum ist eine historische Chance

Neues interreligiöses Dialogzentrum ist eine historische Chance

OMAR AL-RAWI (Die Presse)

 
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/700650/Neues-interreligioeses-Dialogzentrum-ist-eine-historische-Chance

Wien ist seit Langem schon ein Ort der Begegnung und des Austausches. Diese Tradition sollten wir weiter beibehalten.

Wien beherbergt eines der vier Hauptquartiere der Vereinten Nationen. Darüber hinaus ist Wien Sitz zahlreicher internationaler Organisationen wie Opec oder OSZE. Wir sind der beliebteste Kongressstandort der Welt. Dies wussten Kennedy und Chruschtschow, Carter und Breschnjew sehr zu schätzen. Wien kann mit Recht behaupten, eine Stadt des Friedens, der Freiheit und der internationalen Begegnung zu sein. Diese neue Identität und dieses neue Selbstbewusstsein haben sich vor allem nach den Weltkriegen entwickelt.

Heute wird der Gründungsvertrag für das „King Abdullah International Center for Interreligious and Intercultural Dialogue“ feierlich unterzeichnet werden. Nun wird Kritik laut, dass die Bundesregierung ausgerechnet mit Saudiarabien ein derartiges Projekt durchziehen will. Angeführt werden dabei die nicht vorhandene religiöse Toleranz im Königreich und dass Saudiarabien das Zentrum für Propaganda- und Missionierungszwecke des Wahabismus missbrauchen könnte.

Vergessen wird dabei jedoch, dass das Institut ein hochkarätiges, internationales, neunköpfiges Direktorium hat, in dem Vertreter der verschiedenen Weltreligionen arbeiten werden.

Dialog keine Einbahnstraße

Wir müssen zwei Dinge auseinanderhalten. Es gilt, die berechtigte Kritik an gewissen Zuständen im Königreich fortzusetzen, aber zugleich die Möglichkeit des Dialogs und des Austausches zwischen den Kulturen und Religionen offen und offensiv zu betreiben. Der Dialog kann, darf und wird keine Einbahnstraße sein und bleiben.

Doch die interreligiöse Initiative unter Beteiligung Saudiarabiens ist eine historische Chance – unter anderem dafür, die positiven Umwandlungsprozesse in den arabischen Ländern zu unterstützen. Von vielen Beobachtern wird die Beteiligung Saudiarabiens an dieser Initiative als Signal eines Teils des Herrscherhauses gewertet, eine Öffnung zu erreichen, um nicht den Anschluss an die regionalen Transformationsprozesse zu verpassen.

Das Beispiel Helsinki-Schlussakte

Derartige Dialoginitiativen können längerfristig zu wichtigen Ergebnissen führen. Erinnern wir uns an die KSZE und die Schlussakte von Helsinki 1975. Unmittelbar danach galt der Ostblock in den Augen vieler Beobachter als eigentlicher Gewinner der KSZE. Erst später zeigte sich, dass der sich mit den Menschenrechten befassende Teil der Schlussakte ein größeres Gewicht besaß. Er war Grundlage für die Arbeit vieler Bürgerrechtler und Menschenrechtsgruppen wie Charta 77 oder Human Rights Watch.

Auch die Sorge, dass das Wiener Dialogzentrum für Propagandazwecke missbraucht werden könnte, teile ich nicht. Dass hier mehrere Akteure und Staaten von Spanien bis zum Vatikan Mitinitiatoren sind, lässt hoffen, dass eine vernünftige Balance entstehen wird. Niemand wird etwa der Internationalen Atomenergiebehörde mit Sitz in Wien vorwerfen können, dass sie der Iran durch Verteidigung seines Atomprogrammes für Propagandazwecke missbraucht.

Österreich hat den Islam 1912 als erstes europäisches Land anerkannt. Wien hat sich als Hauptstadt eines neutralen Staates bewährt, als Ort des Dialogs und der Begegnung. Drei sehr erfolgreiche europäische Imame-Konferenzen haben in Österreich stattgefunden, darunter zwei in Wien. „Dort, wo miteinander gesprochen wird, kommen die Leute zusammen“, sagt ein bekanntes Wiener Sprichwort. Wir sollten uns vor so einer Initiative nicht fürchten. Wir sollten ihr eine Chance geben.

Omar Al-Rawi ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen und war langjähriger Integrationsbeauftragter der IGGiÖ.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2011)

Sebastian Kurz hat eine Chance verdient, startet aber mit einem Malus

Integrationsstaatssekretär muss mehr können, als gut klingende Sprüche zu klopfen. Eine Replik auf den Leitartikel von Oliver Pin

Selbstverständlich sollte jedem eine Chance gegeben werden, wie Oliver Pink in seinem „Presse“-Leitartikel vom 22.April mit Blick auf den neuen Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz fordert.

Wie würde Pink allerdings reagieren, wenn ein junger Mensch aus der Lehrredaktion der Chronik nach fünf Monaten Tätigkeit als Ressortchef der Innenpolitik präsentiert würde? Würde in einem österreichischen Konzern ein „Trainee“ nach fünf Monaten in den Vorstand kommen, würde dies nur Kopfschütteln im Aufsichtsrat und unter den Kollegen auslösen.

Schüren von Ressentiments

Sebastian Kurz ging es im Wiener Wahlkampf 2010 nicht um fundierte Auseinandersetzung mit den Muslimen und deren Integration in Österreich, sondern eher darum, durch das Schüren von antimuslimischen Ressentiments auf Stimmenfang im rechten Lager zu gehen. Er forderte auch einen Wertevertrag für die Muslime und bezichtigte die türkischen Imame als von der türkischen Regierung ferngesteuert. Aus diesem Grund sollten nur österreichische Imame, die in Österreich ausgebildet worden sind, in Zukunft tätig sein. Man sollte meinen: Warum nicht?

Keine Fakultät für Muslime

Jedoch muss man bedenken: Solange es keine theologische Fakultät für Muslime in Österreich gibt, werden sich Muslime, die sich als Imame berufen fühlen, im Ausland ausbilden lassen müssen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, denn die Freiheit der Wissenschaft bedeute auch, dass man universitäre Ausbildungen jeglicher Art selbstverständlich auch an ausländischen Universitäten absolvieren darf.

Man sollte auch nicht vergessen, dass inzwischen zahlreiche ausländische Pfarrer in Österreich tätig sind. Niemand würde auf die Idee kommen, deren Loyalität zu Österreich oder Qualifikationen infrage zu stellen.

Versuche, die türkischstämmigen Muslime Österreichs als ferngesteuert darzustellen, sind abzulehnen. Einen „Wertevertrag“ nur für Muslime zu fordern ist zudem diskriminierend und impliziert, dass die Muslime nicht zur Verfassung stehen würden. Daher warne ich vor Forderungen, die in Richtung einer „Lex Islam“ gehen.

Ja, die Imame sollten die deutsche Sprache beherrschen, jedoch predigen sollen sie in der Sprache der Menschen dürfen. Warum soll ein mazedonischer, türkischer oder albanischstämmiger Muslim nicht seine Predigt in einer anderen Sprache hören dürfen? Schließlich wird in der polnischen und russischen Kirche auch nicht auf Deutsch gepredigt. Außerdem finden viele Messen auf Ungarisch, Kroatisch und Slowenisch statt. Ein Blick auf die Homepage der Erzdiözese Wien gibt viel Aufschluss darüber.

Schon heute wird im Islamischen Zentrum, der größten Moschee Wiens, die Predigt neben Arabisch auch auf Deutsch gehalten. Deutsch bestimmt heute schon den Alltag der Muslime, denn die verschiedenen ethnischen Gruppen der muslimischen Gemeinden in Österreich haben nur Deutsch als gemeinsame Sprache. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich hat Deutsch als Amtssprache. All ihre Dokumente, der Schriftverkehr und die Sitzungen werden auf Deutsch gehalten. Die religionspädagogische Akademie unterrichtet auf Deutsch, und unsere 50.000 Schülerinnen und Schüler in den öffentlichen Schulen erhalten ihren Religionsunterricht auf Deutsch.

Fleiß, Willen und Ernsthaftigkeit

Sebastian Kurz hat eine Chance verdient. Doch startet er mit einem Malus statt mit Vorschusslorbeeren ins Integrationsstaatssekretariat. Diese so wichtige Aufgabe kann man nicht mit Populismus, Oberflächlichkeit und medienwirksamen Events bewältigen. Dazu gehört viel Fleiß, Willen und Ernsthaftigkeit.

Omar Al-Rawi (*8.5.1961 in Bagdad) ist Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Seit 2002 ist Al-Rawi Abgeordneter der SPÖ zum Wiener Landtag und Gemeinderat.

E-Mails an: //mce_host/M1/T21/debatte [at] diepresse.com" target="_blank">debatte [at] diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2011)

IGGiÖ Verurteilung der Gewalt an Christen in Bagdad

Schärfste Verurteilung des frevelhaften Anschlags auf eine Kirche im Irak

Schockiert zeigte sich Präsident Schakfeh, derzeit auf einer Konferenz in Genf, angesichts des Angriffs auf die christliche Bevölkerung in Bagdad. Für die Geiselnahme von betenden Menschen in einer Kirche, die mit dutzenden Toten endete, könne es keinerlei Rechtfertigung geben.

Für die Islamische Glaubensgemeinschaft hatte  Omar Al Rawi in einer ersten Stellungnahme unmittelbar nach Bekanntwerden der hohen Opferzahl wie folgt Stellung genommen: „Wir sehen es als unsere Pflicht an, diese Angriffe auf das Schärfste zu verurteilen, und drücken unser tiefstes Bedauern und unser Mitgefühl allen Leidtragenden und Hinterbliebenen aus. Gleichzeitig fordern wir die Regierung im Irak auf, endlich ihrer Aufgabe nachzukommen und für den Schutz der Bevölkerung,  insbesondere den Schutz der Minderheiten zu sorgen. Es ist zu hoffen, dass die politischen Parteien und Lager endlich ihre Differenzen überwinden  und  sieben Monate nach den Parlamentswahlen eine amtsfähige neue Regierung bilden.“

Die christliche Minderheit war immer schon ein Zeichen der ethnischen und religiösen Vielfalt des Iraks. Eine lange Tradition gegenseitiger Toleranz und Respekts und des friedlichen Miteinanders war ein positives Kennzeichen des Iraks.

Dieser feige Angriff stellt leider einen traurigen Höhepunkt in der derzeitigen ohnedies durch ethnische und religiöse Konflikte gespannten Lage im Irak dar.

Es war und ist die Pflicht der Muslime nicht nur in Friedenszeiten Toleranz und Respekt mit den religiösen Minderheiten zu leben, sondern auch für deren Schutz zu sorgen und ihre Religions- und Gewissensfreiheit zu garantieren. Dies begründet sich auf zahlreiche eindeutige Aussagen im Koran, wo es etwa heißt:

„… Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, so wären gewiss Klausen, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen des  Namen Allahs häufig gedacht wird, niedergerissen worden….“ (Koran, 22:40)

Auch das Beispiel des Propheten Muhammad legt beredtes Zeugnis dafür ab, dass Gotteshäuser der Religionen zu schützen sind. Er stellte zum Beispiel einen eigenen Schutzbrief für das bis heute bestehende Katharinenkloster in der Nähe des Berges Sinai aus.

Daher hoffen wir, dass die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Bagdad ihren Beitrag leistet und gegen die Gewalt ein klares Wort spricht, die Übergriffe aufs Schärfste verurteilt und ihre Solidarität mit den christlichen Mitbürgern zum Ausdruck bringt.

Rückfragehinweis:

Omar Al Rawi, Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Oder

Carla Amina Baghajati, Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft.


Gewalt an Christen in Bagdad - Stellungnahme

Mit großer Sorge und Betroffenheit verfolgen wir die jüngsten Nachrichten über den Angriff auf die christliche Bevölkerung in Bagdad und die Geiselnahme von betenden Menschen in eine Kirche.

Die christliche Minderheit war immer schon ein Zeichen der ethnischen und religiösen Vielfalt des Iraks. Eine lange Tradition gegenseitiger Toleranz und Respekt und des friedlichen Miteinanders war ein positives Kennzeichen des Iraks.

Dieser feige Angriff stellt leider einen vorläufigen traurigen Höhepunkt in der derzeitigen ohnedies durch ethnische und religiöse Konflikte gespannten Lage im Irak dar.

Wir sehen es als unsere Pflicht an, diese Angriffe auf das Schärfste zu verurteilen, und drücken unser tiefstes Bedauern und unser Mitgefühl allen Leidtragenden und Hinterbliebenen aus.

Gleichzeitig fordern wir die Regierung im Irak auf endlich ihrer Pflicht nachzukommen um für den Schutz der Bevölkerung insbesondere der der Minderheiten zu sorgen. Es ist zu hoffen, dass die politischen Parteien und Lager endlich ihre Differenzen überwinden, und  7 Monate nach den Parlamentswahlen endlich eine amstfähige neue Regierung bilden.

Es war und ist die Pflicht der Muslime nicht nur in Friedenszeiten Toleranz und Respekt mit den religiösen Minderheiten zu leben, sondern auch für deren Schutz zu sorgen und ihre Religions- und Gewissensfreiheit zu garantieren. Daher hoffen wir, dass die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Bagdad ihren Beitrag leistet und gegen die Gewalt ein klares Wort spricht, die Übergriffe aufs Schärfste verurteilt und ihre Solidarität mit den christlichen Mitbürgern zum Ausdruck bringt.

Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi,
Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

Leser Brief zur "Die Presse" - Leitartikel: Wir brauchen mehr moderate Muslime

 

Erich Kocina hat völlig recht wenn er fordert, dass muslimische Politiker nicht nur als Moslem, sondern viel mehr als Österreicher wahrgenommen werden und sich selbstverständlich auf allen politischen Feldern bewegen sollen.

Und das ist bereits die Realität. Nurten Yilmaz ist seit Jahren Vorsitzende des Integrationsauschusses im Gemeinderat und leistet guter Arbeit, nicht nur als Türkin, Muslimin, sondern vorwiegend als Sozialdemokratin. Viele erfolgreiche Bezirkrätinnen und Räte wie Aziz Gülüm, Mustafa Yenici und andere tun das gleiche. Alev Korun sitzt als Menschenrechtexpertin im Nationalrat. Man möge sich die Mühe machen und die KandidatInnenliste der SPÖ für die heurige Wahl unter der Lupe nehmen.

Auch Gülsüm Namaldi trat vorwiegend als Jugendkandidatin auf und formulierte Forderungen für Jugend und Bildung. Religion stand nie im Vordergrund ihrer politischen Arbeit.

Die Medien interessieren sich oft nicht genug für die Tätigkeiten in anderen Feldern.
Es ist auch offenbar ein Wahrnehmungsproblem. Ich war federführend bei der Widmung der „Komet“ Gründe in Meidling. Hatte die große Aufgabe das Problem um die politische Akademie der ÖVP im Springerpark zu lösen. Die „Marillenalm“ ..etc.

Den Ball muss man auch den Medien zurückspielen. Ich informiere oft JournalistInnen auch über meine Arbeit im Verkehrsausschuss und verschicke Mails zu städtebaulichen Fragen. Das interessiert bloß offenbar niemanden. Ich freue mich aber immer besonders, wenn ich mal eingeladen werde, zu anderen Themen wie „Gentrifizierung“ zu sprechen. Das bedeutet nämlich, dass ich mal nicht nur als "der Muslim" wahrgenommen werde. Und vielleicht kommt einmal der Tag wo man sich bei Gülsüm Namaldi sich mit dem beschäftigt was die Dame im Kopf hat und nicht was sie auf dem Kopf trägt

Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi
Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat der Stadt Wien

Seiten

Share
RSS - Al-Rawi Omar abonnieren